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Bereschith  - Am Anfang Bearbeiten

»Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.«[Bibel]

Was für ein simpler, bestechender Anfang. Doch schaut man hinter den Vorhang der Gestaltungen, hinter Himmel und Erde, so ist dieser Anfang doch nicht so simpel, wie es scheinen mag, denn wir sollten nicht vergessen, dass die Bibel, oder zumindest die 5 Bücher Mose, für die Hebräer direkt von Gott übermittelt wurden. So ist auch der Anfang, mehr als nur ein Anfang, er schließt den gesamten Weg der Schöpfung in sich ein.

Bevor es zur Schaffung von Himmel und Erde kommt, steht dort dieses Wort, Am-Anfang auf hebräisch Bereschith:

• Beth - Resch - Alef - Schin - Iod - Taw.

Als Zahlenfolge:

• 2 - 200 - 1 - 300 - 10 - 400.

Dieses an sich ein-fache Wort, ist nicht so ein-fach denn es beginnt, wie wir sehen können mit der Zahl Zwei und läutet damit die Geschichte der Polarität, der Zwei-Heit ein.

Diese Zwei-Heit wiederum hat eine starke Beziehung zur Sykose, wie wir noch sehen werden, weshalb es die Zeit und die Mühe lohnt, sich ein wenig näher mit dem Beginn, dem Anfang, zu beschäftigen, und wir auf diese Weise eintauchen können in die Traum-Zeit unserer Ur-Anfänge.

Doch bevor wir den Sprung wagen können, hinter den Vorhang zu gelangen, in unsere eigenen Ur-Gründe, ist es wichtig, noch ein wenig über die Spielregeln zu erfahren.

Spielregel Nr. 1.: Hebräische Buchstaben sind gleichzeitig auch Bilder.

Spielregel Nr. 2.: Hebräische Buchstaben sind gleichzeitig auch Zahlen.

Diese Zusammenhänge lassen sich in der Abbildung gut erkennen.

Der hebräische Buchstabenkreis:

Buchstabenkreis


Bereschith kann übersetzt werden, als »Am Anfang«, aber auch als »Im Haupt«, es repräsentiert den Zahlencode 2-200-1-300-10-400 mit der Gesamtsumme 913.

Die Quersumme erlaubt es uns die Basis-Qualitäten eines Wortes darzustellen. Hierzu werden die einzelnen Ziffern einer Zahl als Summanden betrachtet, die aufsummiert werden können, z.B. die Zahl 513 wäre in der Quersumme 5 + 1 + 3 = 9. Ergibt die Quersummenbildung wieder eine mehrstellige Zahl, kann der Prozess wiederholt werden, bis eine einstellige Zahl als Ergebnis herauskommt. Dieses Ergebnis ist dann die zentrale Energiequalität, z.B. 1524; wäre 1 + 5 + 2 + 4 = 12; die Quersumme von 12 wäre 1 + 2 = 3. Somit wäre die zentrale Energiequalität des Wortes 1524 die Zahl 3.  von 913 ist 13, die von 13 ist 4.

• Die Zahl Vier ist also die Quintessenz des Wortes Bereschith.

Als Buchstabe geschrieben ist die Zahl Vier der Buchstabe Daleth. Daleth heißt Tür. Das Wort Bereschith, als Gesamtheit, ist also nichts anderes als eine Tür, in unserem Falle, eine Tür in die materielle Ebene, die ebenfalls durch die Zahl Vier zum Ausdruck kommt.

• Die Zahl Vier ist genau genommen ein Symbol für die materielle Ebene an sich.

Auch im klassischen Westen existieren viele Verknüpfungen mit der Zahl Vier, die die materielle Ebene betreffen. Als Beispiele sind zu nennen: die vier Himmelsrichtungen, die vier Elemente, die vier Jahreszeiten usw. .

Die äußerste Grenze dieser materiellen Ebene wird im hebräischen Buchstabenkreis durch das Zeichen Taw = Vierhundert ausgedrückt, und markiert damit die Grenze der materiellen Wirk-Lich-Keit. In der 400 findet die materielle Ebene ihren Abschluss, hier geht es nicht mehr weiter, wir sind bis an den Rand der Schöpfung gegangen, wie auch im Wort Bereschith zu erkennen ist, das mit einer 400, dem Buchstaben Taw endet.

Diesen Buchstaben Taw lernten wir auch in der geheimnisvollen Krankheit Tsora-at = 90-200-70-400 kennen, der Erkrankung von Form und Zeit, die ebenfalls mit diesem Buchstaben Taw endet, mit dem materiellsten unserer Buchstaben.[Gienow-Psora]

Doch noch eine Gemeinsamkeit zwischen Bereschith und Tsora-at ist auffällig, wenn wir die Quersummen dieser beiden Worte bilden.

Bereschith = 913 = 13 = 4

Tsoraat = 760 = 13 = 4

Wir sehen also, dass die beiden Worte, die scheinbar nichts miteinander gemein haben, dennoch zwei Gemeinsamkeiten aufweisen, sie enden beide mit der Zahl 400, der Zahl für die äußerste materielle Wirklichkeit, die nicht einen Funken Spiritualität und Gottes-Nähe mehr atmet und ihre Quersummen sind, in beiden Fällen, 13 und 4.

Somit repräsentieren beide Worte die materielle Ebene, ausgedrückt in der 4 und der 400.

Die Zwischenform, die Zahl 13, die beide Worte einnehmen, steht für den Tod, der im Tarot mit der 13. Karte dargestellt wird, gleichzeitig aber auch für Fruchtbarkeit und bedingungsloser Liebe, die auch die Feinde umfasst. Der Tod kann nur auf der materiellen Ebene wirksam sein, daher auch seine Beziehung zur Zahl 4. Der Tod ist ein Übergang, der Wechsel von einer Zustandsebene zu einer anderen, gegebenenfalls mit dem Verlust unseres körperlichen Gefährtes einhergehend.

Beth Bearbeiten

Erstaunlicherweise endet das Wort Bereschith nicht nur mit der Zahl 4, sondern es beginnt auch mit dieser - nur in einer anderen Form.

Beth und Resch bilden die Einleitung. Beide repräsentieren das Prinzip Zwei, das Prinzip der Polarität. Doch addiert, oder multipliziert ergeben sie immer, auf verschiedene Weise, das Prinzip Vier.

2 + 200 = 202     Quersumme: 2 + 0 + 2 = 4    2 x 200 = 400     Quersumme: 4 + 0 + 0 = 4

Die Schöpfungsgeschichte beginnt also mit einer 4, endet mit einer 4 und das erste Wort ist dem Wesen nach eine 4.

Gleichzeitig beginnt die Schöpfungsgeschichte aber auch mit der Polarität, mit der Zahl 2, und erstaunlicherweise ist diese 2 im ur-biblischen Text größer geschrieben als alle anderen Buchstaben.

In Beziehung zu diesen Zahlen steht eine kleine Geschichte von der Schöpfung der Sonne und des Mondes aus den An-Fängen unserer Zeit.

»Am vierten Tag nahm Gott ein Feuer und prägte und versiegelte es. Es bekam den Namen »Schemesch«, Sonne, denn es sollte der Welt ein Diener sein.

Am selben Tag nahm Gott ein Licht, prägte und versiegelt es und gab ihm den Namen »Jareach« oder auch »Sahar«, denn es sollte die dunkle Nacht erhellen.

Sonne und Mond waren gleich groß. Dies blieb so, bis eines Tages der Mond zu Gott kam und sagte: »Herr der Welt, warum hast du deine Welt mit Beth, dem zweiten Buchstaben geschaffen ?«

Gott antwortete: »Damit alle meine Geschöpfe wissen, dass ich die Zwei an den Anfang gesetzt habe. Die Zwei setzte ich an den Anfang, weil ich auch zwei Welten geschaffen habe. Das Diesseits und das Jenseits.«

Der Mond fragte: »Aber welche Welt ist größer als die andere?«

Gott sprach: »Das Jenseits ist größer als das Diesseits.«

Da sprach der Mond: »Du hast also zwei Welten geschaffen, ein Diesseits und ein Jenseits, das Jenseits ist größer als das Diesseits. Du hast auch Himmel und Erde geschaffen, der Himmel ist größer als die Erde. Du hast Feuer und Wasser geschaffen und das Wasser verlöscht das Feuer. Und du hast Sonne und Mond geschaffen, muss da nicht eines größer sein als das andere?«

Da sagte Gott: »Du denkst also ich werde dich vergrößern und die Sonne verkleinern? Da du so etwas Übles im Sinn hattest, werde ich dich verkleinern, und dein Schein soll 60mal so schwach sein, wie der Schein der Sonne.«

Da sprach der Mond entrüstet: »Ich habe nur ein Wort gesagt und soll solch eine Strafe erdulden?«

Da sprach der Herr: »Dereinst wirst du wieder groß sein wie die Sonne und des Mondes Schein wird wieder wie der Sonne Schein.«[Sagen-der-Juden, S. 21]

Auch wenn diese Geschichte nur eine kleine Geschichte ist, ist sie doch ein Ausdruck der Sykose - aus diesem Grunde ist sie so wichtig für uns. Wie wir noch sehen werden ist die Sykose eine Erkrankung auch der Polarität, eine Erkrankung der PolaritätPolarität ! Erkrankung der, die sich in der materiellen Welt ausdrücken soll, und damit ihre Schwierigkeiten hat.

Ein zweites Problem der Sykose ist das Problem der Hierarchie, das in der Geschichte zum Ausdruck kommt. Wenn es Gegensätze, oder Polaritäten gibt, muss eines größer sein als das andere, denkt die Sykose. Es kann in der Sykose nicht ein gleichwertiges Nebeneinander geben, sondern nur ein hierarchisches Übereinander, wobei eines mächtiger ist, als das andere. Gibt es Himmel und Erde, so muss eines über das andere herrschen. Gibt es Mann und Frau so muss eine/r der/die HerrscherIn des anderen sein. Gibt es Sonne und Mond, so muss eine/r mächtiger sein, als die/der andere. In diesen Beispielen spiegelt sich das Denken der Sykose.

Doch der Weg des Menschen aus der Polarität in die materielle Welt ist mit der Polarität nicht zu Ende, die Polarität ist nur der Beginn.

Resch Bearbeiten

Als Nächstes lernt der polare Mensch, der in Beth, dem Haus geboren wurde Resch, das Haupt kennen, das äußerste Zeichen der Polarität.

In diesem Zusammenhang wird deutlich, wie sehr die Polarität mit unserem Kopf zu tun hat, es ist, als sei die Polarität nichts anderes, als eine Kopfgeburt. Auch die zweite mögliche Übersetzung des Wortes Bereschith geht in diese Richtung, wenn es nicht nur heißt, »Am Anfang« sondern auch »Im Haupt«. Es scheint als wäre die ganze Schöpfung nichts anderes als eine Kopfgeburt, oder mit anderen Worten ausgedrückt, »der große Traum des großen Wesens«.

Auch die Spaltung unseres Gehirns geht in diese Richtung, nur durch eine magere Brücke verbunden.

Alef Bearbeiten

Erfasst der Mensch, der Polare, die Tiefe seiner Polarität, indem er sein Haupt kennenlernt, kehrt er zurück zur Ein-Heit, zu Gott, und zum Buchstaben Alef, der Zahl 1, dessen Symbol das Haupt eines Stieres ist. Entwickelt sich der Mensch von der 2 zur 1, von dem Haupt des Menschen, zum Haupt des Stieres, steht er eigentlich erst am Anfang, der 1, die auch zum Anfang unseres Alpha-Beths = 1-2 wurde.

Wir sehen, dass der Mensch, um zur Einheit zu gelangen, die Polarität überwinden, der muss, die sich ihm scheinbar in den Weg stellt, eine Polarität, die er nicht nur in der Zwei-Heit sondern auch in ihrer Multiplikation, oder Addition der Vier-Heit überwinden muss. Will der Mensch zur Einheit zurückkehren, so muss er Polarität und Materie überwinden. Gelingt ihm das, steht er am Anfang seiner Entwicklung, und die Geschichte beginnt erst.

Im Hebräischen kann der Buchstabe Alef zwar geschrieben, aber nicht gesprochen werden, ein Symbol für das Wirken der Gottheit, die sich zwar erkennen, aber nicht aussprechen lässt.

Es gibt eine alte Überlieferung der zufolge unter dem Zeichen Stier diese materielle Welt sichtbar wird. So wie auch in unserem Frühlingszeichen Stier, der den Wonne-Monat Mai regiert und der Liebesgöttin Aphrodite oder Venus geweiht ist.

Zunächst also beginnt die Schöpfungsgeschichte mit der Polarität in der 2 und der 200. In der kleinsten und größten Polarität, dann erscheint Gott, als Haupt eines Stieres, als Göttin Venus, als Göttin der Liebe und der Fruchtbarkeit.

2 - 200 -1 Bearbeiten

Von der Viel-Heit der Polaritäten, die miteinander in Beziehung treten und die 400 der äußersten Materie repräsentieren, zurück zur Ein-Heit das ist die Botschaft der ersten drei Buchstaben. Diese Rückkehr ist uns sicher, schon in den ersten Buchstaben. »Ihr kommt aus der Welt der Polarität, aus der Welt der Materie wieder zurück in die Welt der Ein-Heit«, das ist keine Frage, sondern Gesetz.

So steht es geschrieben.

Iod-Taw Bearbeiten

Schon hier erkennen wir ein wesentliches Prinzip der Schöpfungs-Geschichte, die Gegenüberstellung oder Verbindung der 4, der Welt der Materie, mit der 1, der Welt der Ein-Heit, Gott. 

So taucht die Konstellation 1 - 4Konstellation 1-4 auch an weiteren wichtigen Stellen auf, zum Beispiel als Wort DunstDunst in der Schöpfungsgeschichte[Bibel, Gen. 2.6]. Dunst heißt hebräisch Ed und wird geschrieben Alef-Daleth also 1-4. Dieser Dunst tränkt die Erde (die Einheit tränkt das Materielle), so wie auch der Fluss, der den Garten Eden bewässert sich in 4 Flüsse aufteilt.

Kehren wir zurück zu unserem Wort Bereschith, so erkennen wir, dass auch hier das Prinzip 1 - 4 das Wort abschließt, in Form der 10 - 400 Hand-Zeichen. Die Genesis beginnt mit der 4, die sich in die Einheit auflöst, und endet mit der Ein-Heit, die sich in der Vier-Heit ausgestaltet, und diese tränkt und bewässert. Wir erkennen hierin wie sehr die göttliche Einheit und die verbindende Drei-Heit eingebettet sind in die materiellen Rahmen, sodass die göttliche Ein-Heit sich auf diese Weise in der Materie verbirgt. Eine Tatsache, die als Zimzum bekannt wurde.

• Zimzum ist das Zurückziehen Gottes in der Schöpfung.

Dieses war notwendig um der Schöpfung Raum zu geben. Erst durch dieses Zurückziehen aus der Welt der Erscheinungen wird die Sehnsucht und der Weg möglich, zur wahren Heimat, der Ein-Heit, zurückzukehren, unter freiem Willen, bei freier Entscheidung.

Schin Bearbeiten

Zusammengehalten wird diese Struktur durch die 300, dem Prinzip der 3 auf der 100er-Ebene.

300 ist der Buchstabe Schin oder Sin, der auch Zahn bedeutet. Die Zähne haben eine Beziehung zum Essen, zum acholachol, wie es auf hebräisch heißt, dessen arabische Form den Alkohol wir ja kennen. Achol ist eine Verbindung des Wortes »Alles« mit dem Wort »Eins«. Die Zähne, 4 x 8 an der Zahl, also 4 x 4 x 2, haben sehr viel mit der Materie, aber auch mit den Polaritäten zu tun, die zwischen ihnen zerkleinert werden soll, um sich »alles« »ein«-zu-verleiben. Sie sind die Hüter zwischen Innen und Außen, kontrollieren was Ein-Lass finden darf, oder erst zerkleinert werden muss. So stehen die Zähne an der Schwelle zwischen Innen und Außen.

Im Wort Bereschith trennen sich die zwei Wege des Menschen, von der Materie zurück zur göttlichen Einheit, und von der Ein-Heit in die Viel-Heit.

Diese beiden Wege nennen wir mit heutigen Worten E-Volution und In-Volution. Sie sind der Atem Gottes, der die Schöpfung aus- und wieder ein-atmet. Beides ist bereits im Wort Bereschith, dem ersten Wort der Genesis enthalten.

Al-ko-hol bedeutet auch das »sehr Feine«, und zeigt damit den Bezug zur »fein-stofflichen« Ebene, und zur Spiritualität als Spirituose.

So zeigt sich an den Zähnen der Ort, der Materie in Feinstofflichkeit ver-wandelt, in der E-Volution und In-Volution sich begegnen und wo der »Zahn der Zeit« unaufhaltsam an unserer materiellen Existenz nagt.

Doch zeigt sich auch der Weg des Menschen, als polares Wesen, das zur Einheit zurückkehrt, nur um erneut in die Welt der Materie geworfen zu werden, in Form und Zeit, wie wir bei der Betrachtung des Miasmas Tsora-at bereits sahen, der Erkrankung der Form- und Zeit-Werdung des Menschen.

Doch der Mensch existiert nicht nur in seiner Mann-Weiblichkeit als polares Wesen, ihm ist auch eine andere Polarität inhärent, denn er besteht, wie in der Geschichte von Sonne und Mond zu lesen war, aus »Diesseits und Jenseits«, eine Tatsache, der wir in der Gesundheitsdefinition Samuel Hahnemanns wieder begegnen.

Die Gesundheitsdefinititon Samuel Hahnemanns Bearbeiten

Gesundheit ist vollständiges körperliches, geistiges, seelisches und soziales Wohlbefinden. - Definition der Weltgesundheitsorganisation[Pschyrembel254]

Das Herzstück jeder Form der Medizin ist ihre Gesundheitsdefinition. Sie gibt Auskunft darüber, welche Form von Gesundheit das Endziel der Behandlung darstellt, und oft auch wie sie erreicht werden kann. Weiterhin ist sie ein wichtiger Hinweis, welches Menschenbild in der Gesundheitsdefinition vertreten wird. So wurde in der 253. Auflage des Pschyrembels[Pschyrembel253] das »seelische Wohlbefinden« der oben stehenden Gesundheitsdefinition aus der 254. Auflage, noch gar nicht erwähnt.

Um gesund zu sein reichte es, wenn Sie sich körperlich, geistig und sozial wohl fühlten. Doch, wie an der Veränderung der Gesundheitsdefinition abzulesen, hat die Seele auch in die herkömmliche Medizin Einzug genommen, ein Schritt von bedeutender Tragweite, so klein er sprachlich auch sein mag.

Samuel Hahnemann hatte eine ganz andere Vorstellung von Gesundheit, als unsere WHO, er schrieb sie in »seiner« Gesundheitsdefinition, dem § 9 des Organon 6. Auflage nieder.

»Im gesunden Zustand des Menschen waltet die geistartige, als Dynamis den materiellen Körper (Organism) belebende Lebenskraft (Autokratie) unumschränkt und hält alle seine Theile in bewundernswürdig harmonischem Lebensgange in Gefühlen und Thätigkeiten, so daß unser inwohnende, vernünftige Geist sich dieses Werkzeugs frei zu dem höhern Zweck unseres Daseins bedienen kann.«[Hahnemann-Organon, § 9]

Um diese komplizierte Definition einigermaßen verstehen zu können, ist es sinnvoll sie in die einzelnen Bestandteile zu zerlegen.

• Im gesunden Zustand des Menschen waltet die den materiellen Körper belebende Lebenskraft unumschränkt

Hier taucht mit der Lebenskraft der erste Begriff auf, der unserem heutigen Verständnis entfallen ist. Wir sprachen bereits über die Lebenskraft, als wir das Thema der Psora[Gienow-Psora]behandelten, vielleicht erinnern Sie sich noch, dass wir die Lebenskraft in den Bereich der ätherischen, oder dritten Kraft einreihten, Kräfte, die im Universum Repräsentantinnen der verbindenden Kraft sind. Die Entwicklung dieser Kraft lässt sich bis an die Ur-Sprünge des Universums zurückverfolgen, als aus der Ein-Heit (Gottes), die zer-gliederte Welt entstanden ist, auf/in der wir uns heute bewegen.

Im Tao Te King, dem Weisheitsbuch, das Lao Tse zugeschrieben wird, ist diese Entstehung auf die einfachste nur mögliche Weise beschrieben.

Das Tao gebiert Eins,

Eins gebiert Zwei,

Zwei gebiert Drei,

Drei gebiert alle Dinge.

Alle Dinge haben im Rücken das Weibliche

und schauen auf das Männliche.

Wenn männlich und weiblich sich verbinden

atmen alle Dinge Harmonie.

- Vers 42 - Tao Te King[TaoTeKing] -

Die Doppelnatur der ätherischen Kraft, die das Männliche und das Weibliche verbindet, ist auch in der Schöpfungsgeschichte der Genesis 1. Buch Mose dargestellt, in der Weise, dass Gott jeweils am dritten Tag zwei Schöpfungstaten vollbringt[Bibel, 1. Mose 1]. Hier kommt die Doppelnatur der ätherischen Kraft durch die zwei Schöpfungstaten zum Ausdruck. Die Kraft des dritten Tages, die ich hier »die ätherische« genannt habe, besitzt diese doppelte Zugrichtung, sie ist eine verbindende Kraft, die vermag, sowohl das Männliche in der Schöpfung mit dem Weiblichen zu verbinden, als auch das Himmlische mit dem Irdischen.

Im kabbalistischen Baum des Lebens wird die vermittelnde, die Polaritäten vereinigende ätherische Kraft in der mittleren Säule, des aus drei Säulen bestehenden Baum des Lebens symbolisiert.

Lebensbaum

In der keltischen Mythologie hat der Baum des Lebens drei Wurzeln, an denen die drei Nornen (Schicksalsgöttinnen) sitzen und ihre Schicksalsfäden spinnen, denen auch die Götter folgen müssen. Einen Faden für die Vergangenheit, einen für die Gegenwart, und einen für die Zukunft.

Wir besprachen bereits im Eingangskapitel, dass die Schöpfung aus der Zwei, dem Buchstaben Beth entstanden ist. Zusammengehalten wird die Welt der Polaritäten aber durch diese dritte Kraft, die auch im dritten Buchstaben des hebräischen Aleph-Beths durch den Buchstaben Gimel = Kamel ausgedrückt wird.

Das Kamel ist ein Symbol für den Weg, ähnlich wie das TaoTao des Lao Tse oft als Weg übersetzt wird, und doch in seiner Tiefe über unser Verständnis eines Weges weit hinaus geht. Friedrich Weinreb schreibt in seinem Buch Buchstaben des Lebens über den Buchstaben Gimel:

»Ist nicht das dritte Zeichen Gimel, das Kamel, das den Menschen den Weg durch die Zeit gehen lässt? Es trägt den Menschen, er selber ruht; er könnte von sich sagen, er sei derselbe, er bewege sich nicht. Er wird aber getragen, und das ihn Tragende bewegt sich und bringt ihn durch neue Lande.

Der Weg des Menschen, auf dem das Kamel ihn trägt, ... sind die Begegnungen, die ihm geschickt werden, es sind die Geschichten, die sein Geschick und sein Schicksal bestimmen. Für unser Leben sind sie das, was der Weg des Kamels uns bringt.«[Weinreb-Buchstaben, S. 53]

Wir erkennen an diesem Beispiel, dass die dritte Kraft, nicht nur verbindet, indem sie Beginn und Ziel einer Reise durch den Weg vernetzt, sondern auch trägt, wie die Lebenskraft, die die Äußerungen des Körpers in Gefühlen und Tätigkeiten verbindet und zu einem harmonischen Ganzen verwebt, gleichzeitig auch trägt.

Wurde die Welt als Polarität geschaffen, als Verbindung zweier Welten, die wir in der Geschichte von Sonne und Mond kennenlernten, als Dies-Seits und Jen-Seits, als Himmel und Erde, als Männlich und Weiblich, so ist es die dritte Kraft, die alles Geschöpfte in diesen Spannungsfeld der Polaritäten hält, und muss daher unumschränkt und absolut wirken können. Sie wirkt all-überall als vereinigende Kraft. Wir erleben sie als Zentripetalkraft, die die Planeten in der Umlaufbahn hält, als Gravitationskraft, die die Menschen und andere Lebewesen auf unserem Planeten festhält, als Kraft in molekularen und mikromolekularen Bereichen, die die kleinen und kleinsten »Nichtse« der neueren Quantenphysik in ihrer scheinbaren Strukturhaftigkeit hält, wir erleben sie als das kleine Wörtchen »und« in unserer Sprache, und wir erleben sie auch als Lebenskraft, die die Organisation in unserem Organismus aufrechterhält, wie Hahnemann geschrieben hat.

• geistartig, als Dynamis

Damit die Lebenskraft die Materie lenken und steuern kann, muss sie aus einem Bereich stammen, der jenseits der materiellen Ebene liegt.

In der Mathematik gibt es ein Axiom, das beweisen soll, dass die Steuerungsinstanz immer mindestens eine Dimension höher liegen muss, als die zu steuernde Ebene. Das heißt, dass zum Beispiel die Steuerungseinheit einer zwei-dimensionalen Ebene mindestens drei Dimensionen haben muss. Somit muss auch die Lebenskraft, wenn sie unseren Organismus leiten und lenken soll, ihren Ur-Sprung jenseits und dimensional über der materiellen Ebene haben, ansonsten könnte sie nicht »unumschränkt« wirken.

Hahnemann bezeichnet diesen Zustand als geistartig, wir würden heute vielleicht sagen energetisch, da es heutzutage relativ sicher zu sein scheint, dass die Materie nur eine Sonderform der Energie ist, sozusagen kristallisierte Energie.

• hält alle seine Theile in bewundernswürdig harmonischem Lebensgange

Wie wir schon mehrmals erörterten, ist es die Aufgabe der ätherischen Kraft, zu verbinden und zu harmonisieren.

• in Gefühlen und Thätigkeiten

Die Arbeit der Lebenskraft drückt sich in der materiellen Welt in den »Gefühlen und Thätigkeiten« des materiellen Organismus aus. Hier finden wir den direktesten Ausdruck des Wirkens der Lebenskraft. Hier finden wir auch am ehesten ihre Störung.

Vielleicht ist zunächst erstaunlich, dass Hahnemann die »Gefühle und Thätigkeiten« als Resultat des materiellen Körpers sieht, zumal wir den Gefühlen heutzutage andere Qualitäten zumessen. Dennoch sollten wir sehen, dass das Ge-Fühl vom Fühlen abgeleitet wurde, einer Ab-Leitung unseres Tastsinnes. Erst in späterer Zeit wurden auch seelische Emp-Findungen, die eigentlich weniger mit Fühlen gemein haben, den Ge-Fühlen zugerechnet.

Die Gefühle und Tätigkeiten, sind mehr in diesen Bereich des Wohl- oder Unwohl-Fühlens durch gestörte Tätigkeiten der Körpermaschine zu sehen, als in seelischen Empfindungsveränderungen, die die Sprache einer feineren, spirituelleren Qualität sprechen.

• so dass unser inwohnende, vernünftige Geist sich dieses Werkzeuges

Laut Hahnemann ist der materielle Körper nicht alles. Er ist nur ein Werkzeug, ein Gefäß, ein Gefäß in dem der vernünftige GeistGeist!vernünftiger wohnen kann, und ein Werkzeug, dessen er sich bedienen kann. Der materielle Körper, den die Lebenskraft in Harmonie in Gefühlen und Tätigkeiten hält, wird von diesem Geist bewohnt, der aus einer ähnlichen Sphäre zu stammen scheint, wie die Lebenskraft selber. Ist die Lebenskraft geistartig, dynamisch, so ist der Geist nicht nur geistartig, sondern selber Geist, ein vernünftiger Geist.

Geist bedeutet ur-sprünglich Hauch, im Hebräischen Ruach, ein Wort, das lautmalerisch eine starke Ähnlichkeit mit dem Wort Hauch aufweist. Der Geist steht in der Abgrenzung zur empfindenden Seele und repräsentiert das denkende, erkennende Bewusstsein.

In der hebräischen Mythologie ist Ruach ein Teil der drei-einigen Seele, die aus Neschama - Ruach - Nephesch besteht.

Neschama: In der Drei-Einheit des Begriffes Seele ist die Neschama der jenseitige Aspekt, das von Gott Kommende, den Menschen damit zum Bild Gottes Machende; Neschama ist somit kausal nicht zu erfassen und gibt dem Menschen seine Freiheit in der Welt des Zeit-Räumlichen und auch sein ewiges Sein.[Weinreb-Leben, S. 274]

Ruach: In der Drei-Einheit des Begriffes Seele ist Ruach die Auswirkung der Spannung zwischen Neschama und Nephesch, zwischen Jenseitigem und Diesseitigem; Ruach aber verbindet damit Neschama und Nephesch, es ist die fortwährende Auseinandersetzung zwischen Kausalem und A-Kausalem, zwischen Offenbarem und Verborgenem; Ruach verbindet daher alles, was hier getrennt erscheint, und ist somit auch das Wort für Wind, Richtung.[Weinreb-Leben, S. 278]

Ruach hat eine verbindende Funktion in der Drei-Ein-Heit der Seele und ist somit die ätherische Kraft im Bereich der Seele. So wie die Lebenskraft den Körper harmonisiert, harmonisiert Ruach die Seele. Aus dem Grunde sind beide Geist-(artig).

Nephesch: In der Drei-Einheit des Begriffes Seele ist Nephesch der diesseitige Aspekt, das Erscheinen des ewig Seienden im Zeit-Räumlichen; es ist somit auch die Lebenspotenz alles Lebenden; Nephesch ist kausal fassbar, wenn auch unmöglich immer in unseren Maßstäben zu fangen, ist Nephesch doch das hier eventuell Mögliche; alle esoterischen, parapsychologischen, sogenannte Psi-Forschungen können sich nur mit Nephesch befassen.[Weinreb-Leben, S. 274]

Ruach und Neschama sind dagegen aus unserer Ebene unfass- und unsichtbar.

Doch Hahnemann spricht nicht nur von Geist, sondern vom vernünftigen Geist.

Vernünftig ist ein Wort, das am ehesten, laut Wahrig, dem Wörterbuch der deutschen Sprache, durch besonnen übersetzt werden kann, und in Beziehung steht zum Wort Ver-Nunft.

Die Be-Sonnenheit drückt das Bescheinen durch die Sonne aus. Die Sonne durchlichtet auch die dunkelsten Ecken und lässt einen Geisteszustand reifen, der aus der Erkenntnis jeden Winkels heraus handeln und beurteilen kann. Es ist jedoch ein passiver Zustand, man/frau wird be-sonnt, so wie auch die Ver-Nunft, das Ver-Nehmen einen passiven Zustand darstellt. Wir hören um zu ver-nehmen, werden be-sonnt, und dadurch ver-nünftig.

Die Sonne steht hier für die höheren Bereiche des Daseins, die Sonne als Symbol des ständig Leuchtenden. Im Gegensatz zum Mond, der den Wechselfällen der Beleuchtung durch die Sonne ausgesetzt ist, ist die Sonne aus sich selber heraus strahlend. Der Geist in der Gesundheitsdefinition Hahnemanns ist eher wie der Mond, er wird von der Sonne, von den höheren Sphären beschienen und nutzt das Vehikel, das Werkzeug Körper, das von der Lebenskraft in Ordnung gehalten wird, gemäß dem höheren Zweck, den Ruach vernimmt,

• zu dem höheren Zwecke unseres Daseins.

Unser vernünftiger, vernehmender, be-sonnter Geist, der Ruach, der der ätherischen, verbindenden Kraft auf der seelischen Ebene entspricht, und himmlische und irdische Anteile der Seele verbinden soll, bedient sich eines körperlich materiellen Werkzeuges, das von der Lebenskraft (das Pendant der ätherischen verbindenden Kraft auf der materiellen Ebene) in funktionsfähigem Zustand gehalten wird, in Harmonie in Gefühlen und Tätigkeiten, zum höheren Zwecke des Daseins.

Leben ist mehr als nur existieren. Es gibt einen höheren Sinn, dem wir Menschen folgen sollen, und der durch den ver-nehmenden be-sonnten Geist wahrgenommen werden kann. Das kann er jedoch nur, wenn er nicht von der materiellen Seite der Seele zu sehr gestört wird, denn dann richtet sich der Blick zwangs-läufig nach unten auf die materielle Ebene.

Damit dies nicht geschieht, sind wir mit einer zweiten Kraft ausgestattet, die der Ruach-Kraft sehr ähnlich ist (geist-artig) und die materiellen Gegebenheiten ordnet und harmonisiert. Kann sie dies gewährleisten, so kann sich die Ruach-Kraft dem Himmel zuwenden, um sich von dort zum höheren Zwecke unseres Daseins be-sonnen zu lassen. Ist die Lebenskraft nicht in der Lage die Ordnung aufrecht zu erhalten, stört sich auch die Kommunikation nach »Oben«, da die Ruach-Kraft zu sehr von den irdisch-materiellen Dis-Organisationen in ihrer Aufmerksamkeit beeinträchtigt wird, und sich somit vom höheren Zwecke des Da-Seins entfernt.

Die Gesundheitsdefinition Hahnemanns beschreibt also nicht nur die Doppelnatur des menschlichen Seins, als himmlischen und irdischen Menschen, sie beschreibt auch die Verbindung zwischen Leib und Seele durch die Lebenskraft und die Verbindung innerhalb der seelischen Dualität durch eine weitere ätherische Kraft die Ruach genannt wurde.

Sykose <=> Syphilinie Bearbeiten

  Erstaunlicherweise war es gerade Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, der sich ausgiebig mit den aus den Miasmen resultierenden Erkrankungen Gonorrhoe und Syphilis beschäftigt hat, zu einer Zeit in der die Homöopathie noch nicht geboren schien.

Im Jahre 1779 als Hahnemann die Doktorwürde in Erlangen verliehen wurde, war der Welt nur eine »chronische Krankheit« ins Bewusstsein gelangt, die »Erkrankung der Venus«, die Lustseuche, die so verschiedene Namen trug, wie Syphilis, oder auch Morbus gallicus. Die Trennung in Gonorrhoe und Syphilis hatte damals noch nicht stattgefunden, und so summierte man alle Erscheinungen, die einer der beiden Erkrankungen zugerechnet wurden, zur Syphilis.

Tripper und Schanker wurden zumeist als reine Lokal-Krankheiten gesehen, weshalb ihre Erscheinungen in drastischer Weise mit äußeren Maßnahmen behandelt wurden, damit es nicht zu einer »zweiten Ansteckung« käme. Kam es nämlich zu dieser zweiten Ansteckung, so war die Vorstellung, konnten die Gifte sich des Körpers bemächtigen und das hervorrufen, was als eigentliche Lustseuche Syphilis bekannt war.

Diese schritt unaufhaltsam fort, mit dem scheinbar einzigen Ziel, der vollständigen Zerstörung des menschlichen Organismus, bis in »Mark und Bein«. Ihre Opfer, grausam entstellte Fratzen mit zerstörten Gesichtsknochen, Lähmungen und geistig und moralischen Veränderungen prägten das Schreckgespenst der aufkeimenden Erkrankung des Chronos. Nichts schien ihr Einhalt zu gebieten, selbst nicht die hohen und höchsten Dosen Quecksilbers, dessen man sich zur Behandlung bediente, bis nahezu alles Blut durch Quecksilber ersetzt war. Viele Menschen starben daher an einer Quecksilbervergiftung, lange bevor der Lust-Tod sie ereilte.

Hahnemann veröffentlichte kleinere Abhandlungen im Jahre 1782 über seine Beobachtungen und Anregungen zur Behandlung der Syphilis und später im Jahre 1789 ein eigenständiges Werk mit dem Titel »Unterricht für Wundärzte über die venerischen Krankheiten«[Hahnemann-Unterricht].

Hierin beschreibt Hahnemann seine Behandlung der Syphilis durch ansteigende Dosen von Mercurius solubilis Mercurius solubilis eine von ihm extra für diesen Zweck zubereitete Form des Quecksilbers. Hiervon sollte der Patient, je nach Schwere des Grades der Erkrankung 1-6 Gran (1 Gran = ca. 0,06 gr.) einnehmen, bis sich das Merkurialfieber einstellte. Nur wenn dieses in deutlichem Maße erschien, konnte die Syphilis geheilt werden. Etwa sieben bis vierzehn Tage waren für diesen Prozess notwendig. Das Merkurialfieber selbst wurde von Hahnemann folgendermaßen beschrieben:

»Der Kranke bekömmt einen metallischen Geschmack im Munde, einen widrigen Geruch in seiner Nase, ein unschmerzhaftes, hörbares Kollern in den Gedärmen, ein erdfahles Ansehen, eine spitzige Nase, blaue Ränder um die Augen, blasse, bleifärbige Lippen, einen ununterbrochnen, oder oft (immer stärker) wiederkehrenden Schauder, der tief, selbst das Innerste des Körpers durchbebt. Sein Puls wird klein, hart und sehr geschwind; es findet sich eine Reizung zum Erbrechen, oder doch ein Ekel gegen Alles, besonders gegen thierische Nahrungsmittel, vorzüglich aber ein sehr heftiger Kopfschmerz von reißender und drückender Art ein, welcher zuweilen im Hinterhaupte, oder über der Nasenwurzel unabgesetzt forttobt. Nase, Ohren, Hände und Füße sind kalt. Der Durst ist unbedeutend, der Leib verschlossen. Der Schlaf schwindet, die kurzen Träume sind fürchterlich, mit häufigen kleinen Schweißen untermischt. Die Mattigkeit ist heftig, so wie die Unruhe und ängstliche Beklommenheit, wovon der Kranke nichts Ähnliches gefühlt zu haben glaubt. - Die Augen werden glänzend, wie voller Wasser, die Nase ist wie vom Schnupfen verstopft; die Halsmuskeln sind etwas steif, wie vom Rheumatism; der Rücken der Zunge ist wislicht. - Hier bekömmt der Kranke, wenn alles gut geht, eine leidliche Unbequemlichkeit beim Schlucken, einen stechenden Schmerz an der Wurzel der Zunge auf beiden Seiten des Mundes, eine Lockerheit oder Stumpfheit der Zähne (das Zahnfleisch zieht sich ein wenig zur Wurzel der Zähne zurück, wird etwas schwammig, roth, schmerzhaft, geschwollen), eine mäßige Anschwellung der Mandeln und Unterkinnbackendrüsen, und einen erträglichen spezifisch ranzigen Geruch aus dem Munde, ohne daß jedoch der Speichel selbst beträchtlich häufiger abgesondert würde, und ohne daß Durchfall oder ein übermäßiger Schweiß entstünde. Vier Tage scheint die gewöhnliche vortheilhafteste Dauer eines starken Fiebers dieser Art zu seyn, und seine beste Crisis besteht allein in der dauerhaften Verschwindung jedes venerischen Symptoms, und der völligen Tilgung des Miasms. Dieses Gemälde ist von einem exquisiten, sehr starken Merkurialfieber entlehnet.«[Hahnemann-Unterricht, § 290]

Soweit Hahnemanns Beobachtungen, die sich auf das Merkurialfieber beziehen, wobei hier nicht vergessen sein sollte, dass der Ausdruck Fieber in früheren Zeiten eine weitere Bedeutung hatte, als in der heutigen Zeit, und Merkurial-Fieber der Merkurial-Krankheit durchaus gleichgesetzt werden kann. Für Hahnemann blieb dieses Mercurius solubilis das Heilmittel der Syphilis, dennoch konnte er nicht umhin zu sehen, dass es nur auf eine bestimmte Form der venerischen Krankheit heilend wirkte, nämlich wenn das venerische »Gift« auf »Körperflächen mit Oberhaut«[Hahnemann-Unterricht, S. 2 f] traf, nicht dagegen, wenn das venerische Gift »feuchte Körperflächen ohne Oberhaut«[Hahnemann-Unterricht, S. 2 f] affizierte.

So begann Hahnemann die Gonorrhoe von der Syphilis zu trennen, denn es zeigte sich, dass das Merkurial-Fieber bei der Gonorrhoe nicht heilsam war. Aus diesem Grunde lehnte Hahnemann die Therapie des Trippers mit Mercurius solubilis ab. Stattdessen empfahl er in den Anfangsstadien dieser Erkrankung eine Emulsion mit Hanfsamen (Cannabis sativa) ein auch heute noch gebräuchliches homöopathisches Mittel zur Behandlung der Anfangsstadien der Gonorrhoe. Doch bei den sekundären und späteren Erscheinungen half dieses Mittel nicht mehr, sodass Hahnemann sich gezwungen sah weiter nach Heilmitteln für die Gonorrhoe zu suchen.

Auf seiner Suche entdeckte er zwei Arzneien, die viele Erscheinungen des sykotischen Miasmas behandeln konnten: Thuja und Nitricum acidum. Wie Mercurius solubilis sein Hauptmittel für die Behandlung der Syphilis blieb, so wurden Thuja und Nitricum acidum seine Hauptmittel für die Behandlung der Sykose, während er nicht weniger als 47 Mittel für die Behandlung des nicht-venerischen Miasmas Psora angab.

Von dieser Beobachtung ausgehend, dass die »venerischen Gifte des feuchten Milieus« andere Heilmittel bedürfen als die »venerischen Gifte des trockenen Milieus« entwickelte sich die Spaltung in Sykose und Syphilis, die wir dann in den »Chronischen Krankheiten« des Jahres 1828 kennenlernen.

1. Somit können wir zunächst feststellen, dass ur-sprünglich dem chronischen venerischen Miasma Syphilis später das chronische un-venerische Miasma Psora gegenübergestellt wurde.

2. Das venerische Miasma Syphilis spaltete sich dann in Hahnemanns Forschungen in Sykose und Syphilis auf, sodass es zu den drei Miasmen kam, die in den »Chronischen Krankheiten« niedergeschrieben wurden.

Obwohl die Sykose erst später aus der Syphilis heraus-differenziert wurde, wollen wir sie hier dennoch zuerst besprechen, aus Gründen, die sich im Laufe dieses Buches ergeben werden.

Doch wenden wir uns zunächst bevor wir das Miasma Sykose besprechen dem Begriff Sykose selbst zu.

Der Begriff Sykose Bearbeiten

Der Begriff Sykose wurde aus dem Griechischen Wort Sykon entlehnt, das Feige bedeutet. So ist die Erkrankung Sykose nichts anderes als die Feigen-Krankheit oder wie Hahnemann es ausdrückt die Feigwarzen-Krankheit.

Er beschreibt sie in den »Chronischen Krankheiten« folgendermaßen:

» Diese Feigwarzen-Krankheit - welche in den neuern Zeiten vorzüglich während der französischen Kriege, in den Jahren 1809 bis 1814, so sehr verbreitet war, seitdem aber sich immer seltner und seltner zeigte - ward fast stets vergeblicher und schädlicher Weise (weil man sie für gleichartig mit der venerischen Schanker-Krankheit hielt) innerlich mit Quecksilber behandelt, die an den Zeugungs-Theilen entstandnen Auswüchse hingegen (dann an diesen Theilen pflegen sie zuerst sich hervorzuthun), welche gewöhnlich, doch nicht immer, unter Ausfluß einer Art Trippers (Gewöhnlich ist bei dieser Art Tripper der Ausfluß vom Anfange an dicklich eiterartig, das Harnen wenig schmerzhaft, aber der Körper der Ruthe härtlich geschwollen, auch wohl auf deren Rücken mit Drüsen-Knoten besetzt und bei Berührung sehr schmerzhaft) aus der Harnröhre, nach geschehner Ansteckung durch Beischlaf nach mehreren Tagen, auch wohl nach mehren, und selbst vielen Wochen ausbrechen, seltner trocken und warzenartig, öfterer weich schwammig, specifisch (süßlicht und fast wie Heringslake) stinkende Feuchtigkeit aussiepernd, leicht blutend, in Form eines Hahnenkamms oder Blumenkohls (brassica botrytes) beim Manne auf der Eichel und an, oder unter der Vorhaut aufsprießen, beim Weibe aber die Umgebungen der Scham und die dann geschwollene Scham selbst, oft in großer Menge, überziehn ... [Nach Unterdrückung oder falscher Therapie] brechen dann theils ähnliche Auswüchse an andern Stellen des Körpers, entweder weißliche, schwammige, empfindliche, platte Erhöhungen in der Mundhöhle auf der Zunge, dem Gaumen, den Lippen, oder als große erhabene, braune, trockne Knollen in den Achselgruben, am äußern Halse, auf dem Haarkopfe usw., hervor, oder es entstehen andere Leiden des Körpers, von denen ich bloß die Verkürzung der Flechsen der Beugemuskeln, namentlich der Finger nennen will.«[Hahnemann-chronische, Bd. I, S. 104-105]

Wir sehen in dieser Beschreibung Hahnemanns welche Formen die Feigwarzen-Krankheit Sykose annehmen kann, doch die Pathologie soll für später vorbehalten bleiben.

Wie bereits gesagt, entstammt der Begriff Sykose dem griechischen Wort für Feige. Die Feige ist uns als Frucht bekannt, doch sie ist, wie alles, auch Symbol, aus welchem Grunde wir uns beiden Elementen zuwenden wollen.

Die Feige in der Mythologie Bearbeiten

• Das Markus- und Matthäusevangelium berichten, dass Jesus den Feigenbaum verflucht hätte, weil er sich geweigert hatte, ihm außerhalb der Erntezeit Früchte zu spenden. Er sollte nie wieder Früchte tragen. [#Bibel, Markus 11, 12-14, 20-25; Mt. 21, 18-22]

Andere Geschichten erzählen Folgendes:

• Bei Mathave gibt es einen großen Sykamore-Baum oder PharaofeigePharaofeige genannt, sehr alt, aber er bringt noch jedes Jahr Früchte hervor. Es wird erzählt, dass als die Jungfrau Maria mit ihrem Sohn Jesus an diesem Baum vorbeikam und von der Menschenmenge verfolgt wurde, er sich öffnete um sie aufzunehmen, und sich um sie schloss, bis die Menschen vorbeigeströmt waren. Dann öffnete er sich wieder und entließ die beiden. Dieser Baum wird heute noch gezeigt.

• Bei den Römern war die Feige ein rein weibliches Symbol, denn ihre herzförmigen Blätter bildeten die traditionelle Form der YoniYoni, der weiblichen Vagina. Alljährlich begingen die Römer ein Fest, das im Zusammenhang mit der Befruchtung der Juno Caprotina, der Göttin des Feigenbaums, durch einen gehörnten Ziegengott stand.

• Der Wolf, der Romulus und Remus, die Begründer Roms gesäugt hatte, soll unter einem Feigenbaum geruht haben, weshalb der Feigenbaum bei den Römern heilig ist.

• Der Gott Mithra wurde vom Feigenbaum unter seine Obhut genommen. Er spendete ihm Nahrung (Früchte) und Kleidung (Blätter).

• Buddha erlangte unter einem Feigenbaum, dem Bodhi-Baum, dem Baum der Weisheit (Ficus religiosa = heilige Feige) seine Erleuchtung.

• Die babylonische Göttin Ishtar, eine Venus-Göttin, erschien auch in Gestalt des göttlichen Feigenbaums Xikum, der »Urmutter im Mittelpunkt der Erde«.

• Gallische Götter, die sogenannten iDusii wurden im Mittellateinischen als Ficarii »Feigen-Esser« beschrieben, denen Homers »Lotus-Esser« entsprechen, denn sowohl die Feige, als auch der Lotus symbolisieren die weiblichen Genitalien.

• Die Italiener gebrauchen bis heute eine sexuell abwertende Gestik, die Manu in fica die »Feigenhand«. Sie ist orientalischen Ursprungs. Zeige- und Mittelfinger bilden dabei mit dem herausgestreckten Daumen eine Lingam-Yoni. Was für die Hindus eine heilige Mudra, war, die die Vereinigung der männlichen und weiblichen Kräfte repräsentiert, war für die Christen eine obszöne Geste, die Manus obscenus, die »obszöne Hand«.[Walker]

Die interessanteste Beziehung zur Feige findet sich jedoch im alten Testament, und nicht von ungefähr, spielte die Feige eine große Rolle bei der Vertreibung aus dem Paradies.

• »Der Herr schuf Adam und Eva und machte sie groß und kräftig wie Zwanzigjährige. Und Adam begriff und lehrte alle Handwerke. Er nahm, so heißt es, keine Speise eher ein, als bis er seine Arbeit getan hatte. Gott der Herr setzte den Menschen in den Garten Eden. Aber Adam und sein Weib aßen von dem Feigenbaum, von dem Gott sprach, sie sollten nicht davon essen. Da vertrieb sie der Herr aus dem Garten. Aber ihrer beider Augen wurden aufgetan, und sie wurden gewahr, daß sie nackt waren. Da ging Adam von Baum zu Baum und bat einen jeden, er möge ihn bedecken, aber die Bäume wiesen ihn von sich. und sprachen: Dies ist der Dieb, der seinen Schöpfer betrog. Nur der Feigenbaum, der ihm seine Früchte gegeben hatte, der gab ihm auch seine Blätter. Da flochten Adam und Eva die Feigenblätter und machten sich daraus Schurze.«[Sagen-der-Juden, S. 95]

Diese letzte Geschichte erinnert uns an etwas, das wir aus der zweiten Schöpfungsgeschichte kennen, und das wir an dieser Stelle etwas näher beleuchten wollen.

Die beiden Schöpfungsgeschichten Bearbeiten

Eine der großen Schwierigkeiten, die wir bei der Betrachtung biblischer Geschichten immer wieder haben werden, ist ihre Viel-Schichtigkeit.

Auf der oberflächlichen Ebene werden Bilder angeboten, die dennoch eine fast undurchdringbare Tief-Sinnigkeit besitzen. Zudem hat die hebräische Sprache, in der die Geschichten geschrieben wurden hat noch eine Besonderheit, dort sind Buchstaben gleichzeitig noch Zahlen und Bilder.

Um die Sykose in der ihr eigenen Tiefe zu begreifen, ist es meines Erachtens wichtig, der Sprache bis in ihre mathematischen Bezüge zu folgen, um den Schleier der Gestaltung zu durchbrechen. Friedrich Weinreb, hat dieses in seinen Werken immer wieder getan, und auf diese Weise die biblischen Geschichten in einer neuen Weise erklärt, und die Ahnung nahe gebracht, dass der biblische Text mehr ist, als nur eine von Menschenhand geschriebene Folge von Geschehnissen.

Ein kurzes Beispiel lernten wir bereits kennen, als wir über den Anfang sprachen, doch die zweite Schöpfungsgeschichte verlangt noch mehr von uns ab.

Unsere Ausführungen folgen dem Geleit von Friedrich Weinreb, wie es in seinem Buch »Schöpfung im Wort[Weinreb-Schöpfung]« ausführlicher nachzulesen ist.

Wir sprachen bereits darüber, dass die Bibel mit dem Buchstaben Beth beginnt, mit der Zahl 2. Wir deuteten auch an, dass die biblische Geschichte eine Hilfe für uns Menschen darstellt, uns in der Welt der Polaritäten zurecht zu finden. Diese Polaritäten finden sich auch in der Tatsache, dass es zwei Schöpfungsgeschichten gibt, die Geschichte von der Erschaffung der Welt und die Geschichte von Adam und Eva.

Die erste Schöpfungsgeschichte Bearbeiten

»Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Die Erde war noch leer und öde, Finsternis bedeckte sie und wogende Wasser, und über den Fluten schwebte Gottes Geist. Und Gott sprach: »Es werde Licht!! und es ward Licht.« Und Gott sah, dass das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Es wurde Abend und wieder Morgen: der erste Tag.

Und Gott sprach: »Es werde ein Gewölbe zwischen den Wassern!« Und so geschah es, Gott machte ein Gewölbe und trennte so das Wasser unter dem Gewölbe von den Wassern über dem Gewölbe, und nannte das Gewölbe Himmel. Es wurde Abend und wieder Morgen: der zweite Tag.

Und Gott sprach: »Das Wasser unter dem Himmelsgewölbe soll sich an einem Orte sammeln, damit das Land hervortreten kann. So geschah es. Und Gott nannte das Land Erde, die Sammlung des Wassers nannte ersie Meer. Und Gott sah, dass es gut war.

Und Gott sprach: »Die Erde lasse frisches Grün aufsprießen, Pflanzen und Bäume von jeglicher Art, die Samen und samenhaltige Früchte tragen!« Und es geschah. Die Erde brachte frisches Grün hervor, Pflanzen jeder Art mit ihrem Samen und alle Arten von Bäumen mit samenhaltigen Früchten. Und Gott sah, dass es gut war. Es wurde Abend und wieder Morgen: der dritte Tag.

Und Gott sprach: »Am Himmel sollen Lichter entstehen, die Tag und Nacht voneinander scheiden, leuchtende Zeichen, um die Zeiten zu bestimmen: Tage und Feste und Jahre. Sie sollen am Himmelsgewölbe leuchten, damit sie der Erde Licht geben.« Und so geschah es, Gott machte zwei große Lichter: ein großes Licht, das den Tag »regiere«, und ein kleineres Licht, für die Nacht, dazu das ganze Meer der Sterne. Und Gott setzte sie an das Himmelsgewölbe, damit sie der Erde Licht spenden und Licht und Dunkelheit voneinander scheiden. Und Gott sah, dass es gut war. Es wurde Abend und wieder Morgen: der vierte Tag.

Und Gott sprach: »Das Wasser soll von Leben wimmeln und in der Luft sollen Vögel fliegen!« So schuf Gott den Leviathan und alle Arten von Wassertieren, und ersie schuf Vögel und andere geflügelte Tiere. Und Gott sah das alles an. Es war sehr gut! Da segnete Gott seineihre Geschöpfe und sprach: »Seid fruchtbar und mehret euch und füllt das Wasser im Meer; und ihr Vögel, vermehrt euch auf der Erde!« Es wurde Abend und wieder Morgen: der fünfte Tag.

Und Gott sprach: »Die Erde bringe Leben hervor, alle Arten von Vieh und auch wilde Tiere!« Und so geschah es. Gott machte die wilden Tiere und das Vieh und alles, was auf dem Boden kriecht, all die verschiedenen Arten. Und Gott sah das alles an: Es war gut.

Und Gott sprach: »Nun wollen wir Menschen machen, ein Abbild von uns, das uns ähnlich ist! Sie sollen Macht haben über die Fische im Meer, über die Vögel in der Luft, über das Vieh und alle Tiere auf der Erde, und über alles, was auf dem Boden kriecht.« So schuf Gott den Menschen nach seinemihrem Bilde, zum Bilde Gottes schuf ersie sie und schuf sie als Mann und Frau. Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: »Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und nehmt sie in Besitz! Ich setze euch über die Fische im Meer, die Vögel in der Luft und alle Tiere, die auf der Erde leben und vertraue sie eurer Fürsorge an.« Weiter sprach Gott zu den Menschen: »Als Nahrung gebe ich euch die Samen der Pflanzen und die Früchte, die an den Bäumen wachsen, überall auf der Erde. Den Landtieren aber und den Vögeln und allem, was auf dem Boden kriecht, allen Geschöpfen, die den Lebenshauch in sich tragen, weise ich Gräser und Blätter zur Nahrung zu.« Und so geschah es. Und Gott sah alles an, was ersie geschaffen hatte und sah: Es war alles sehr gut. Es wurde Abend und wieder Morgen: der sechste Tag.

So entstanden Himmel und Erde mit allem was lebt. Am siebten Tag hatte Gott seinihr Werk vollendet und ruhte von all seinerihrer Arbeit aus. Und Gott segnete den siebten Tag und erklärte ihn zu einem heiligen Tag, der ihmihr gehört, denn an diesem Tag ruhte Gott nachdem ersie seinihr Schöpferwerk vollbracht hatte.

Dies ist die Geschichte von Himmel und Erde, so hat Gott sie geschaffen.«[Bibel, 1. Mose 1,2]

Wie Sie sehen können handelt bereits die erste Schöpfungsgeschichte ständig von der Schaffung bestimmter Polaritäten.

1. Licht - Finsternis

2. Wasser oben - Wasser untern

3. Wasser - Land

Samengebende Pflanzen - Fruchtgebende Pflanzen

4. Sonne - Mond und Sterne

5. Leben im Wasser oben - Leben im Wasser untern

6. Vieh - wilde Tiere

Mann - Frau

In dieser Auflistung der Polaritäten zeigt sich ein weiteres System, nämlich, dass Gott jeweils am dritten Tage zwei Schöpfungstaten vollbringt. Auf diese Weise ist der dritte Tag bereits in sich dual. Ein ähnliches Prinzip finden wir in der Astrologie, das in der Sternzeichenreihenfolge Widder, Stier, als drittes die Zwillinge offenbart, ebenfalls ein duales Zeichen.

Aus den ersten drei Schöpfungstagen scheinen die zweiten drei Schöpfungstage hervorgegangen zu sein, denn sie konkretisieren mehr oder weniger, das bereits Vorhandene.

Für unsere Betrachtung ist wichtig, dass in 3 Tagen, 4 Taten geschaffen wurden, und sich somit Gottes Handeln, das in 3 Schritten abläuft, sich in unserer materiellen Welt als 4 Taten darstellt. Auch die 7 Tage der Schöpfungsgeschichte ergeben sich aus 3 + 4.

Die Hebräer ordnen der Zahl 3 die impulsgebende Männlichkeitt zu und sehen in der Zahl 4 ein Symbol für die konkretisierende Weiblichkeit.

In diesen ersten drei Tagen ist im Keim alles das bereits vorhanden, was später noch konkretisiert werden soll. Dieses findet auch in der mathematischen Gleichung von Pythagoras seinen Ausdruck:

· 1 + 2 + 3 + 4 = 10

Für uns eine Banalität, da wir es nicht anders gelernt haben, aber es bedeutet dennoch viel mehr.

Aus der Einheit (1), in Polaritäten gespalten (2), entsteht durch die verbindende Kraft gehalten (3) die Materie (4). Alles zusammen bildet die Einheit auf einer neuen Ebene (10).

Die Zahl 10 ist eigentlich keine neue Zahl, sie ist die Einheit, die sich mit dem Nichts (0) verbindet und damit ihre Qualität nicht verliert.

Die zweite Schöpfungsgeschichte Bearbeiten

Als Gott der Herr/die Herrin, Erde und Himmel machte, gab es zunächst noch kein Gras und keinen Busch in der Steppe; denn Gott hatte es noch nicht regnen lassen. Es war auch noch niemand da, der das Land bearbeiten konnte. Nur aus der Erde stieg DunstDunst auf, und tränkte den Boden. Da nahm Gott der Herr/die Herrin Staub von der Erde, formte daraus den Menschen und blies ihm den LebensatemLebensatem in die Nase. So wurde der Mensch ein lebendiges Wesen.

Dann legte Gott im Osten, in der Landschaft Eden, einen Garten an. ErSie ließ aus der Erde alle Arten von Bäumen wachsen. Es waren prächtige Bäume, und ihre Früchte schmeckten gut. Dorthin brachte Gott den Menschen, den ersie gemacht hatte. In der Mitte des Gartens wuchsen zwei besondere Bäume: ein Baum, dessen Früchte unvergängliches Leben schenkten und ein Baum dessen Früchte Wissen geben.

(In Eden entspringt ein Strom. Er bewässert den Garten und teilt sich dann in vier Ströme.)

Gott, der Herr/die Herrin, brachte also den Menschen in den Garten Eden. ErSie übertrug ihm die Aufgabe, den Garten zu pflegen und zu schützen. Weiter sagte ersie zu ihm: » Du darfst von allen Bäumen des Gartens essen, nur nicht von dem Baum dessen Früchte Wissen geben. Sonst musst du sterben.

Dann dachte Gott: »Es ist nicht so gut wenn der Mensch alleine ist, ich werde ihm ein Wesen schaffen, das ihm hilft und gleicht.«

Also formte Gott aus der Erde verschiedenste Wesen, die er zu dem Menschen brachte, um zu hören, wie er die Tiere nennen würde. Aber unter den Tieren fand sich keines, das zum Menschen passen wollte.

So blieb Gott nichts anderes übrig als den Menschen selbst zu duplizieren. Er versetzte ihnsie in Schlaf, um aus einer Seite eine Frau zu schaffen, die andere Seite wurde männlich genannt. Doch immer noch sind beide Hälften zusammen ein Leib und eine Seele. Beide waren nackt voreinander, aber schämten sich nicht.

Die Schlange, so heißt es weiter, war das klügste der Tiere. Sie fragte die Frau, »hat Gott wirklich gesagt ihr dürftet von den Bäumen nicht essen?«

»Natürlich, dürfen wir das,« antwortete sie, »nur von dem Baum in der Mitte des Gartens dürfen wir nicht essen. Gott sagte, dann würden wir sterben.«

»Oh, ihr werdet bestimmt nicht sterben,« erwiderte die Schlange listig, »aber Gott weiß, wenn ihr davon esst, werden euch die Augen aufgehen, und ihr werdet alles wissen, genau wie Gott, und euer Leben selbst in die Hand nehmen können.«

Die Frau sah den Baum an. Der Baum sah sie an. Die Früchte sahen so köstlich aus, so verlockend, und dass man davon klug werden sollte...

Nachdem die Frau von den Früchten genascht hatte, gab sie auch ihrem Mann davon. Dann gingen beiden die Augen auf, und sie merkten das erste Mal, dass sie nackt waren. Deshalb flochten sie Feigenblätter zusammen und machten sich Lendenschurze.

Es wurde Abend und begann kühler zu werden. Gott befand sich auf seinemihrem allabendlichen Spaziergang durch den Garten Eden. Mann und Frau versteckten sich.

»Wo seid ihr?« rief Gott. Doch zunächst keine Antwort. Erst als Gott wiederholte Male rief, meldete sich die zögernde Stimme des Mannes: »Hier sind wir«.

»Warum versteckt ihr euch vor mir?«

»Weil wir nackt sind«

»Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du etwa von den verbotenen Früchten gegessen?«

»Die Frau hat mir von den Früchten zu essen gegeben.«

Gott wandte sich zu der Frau: »Was hast du getan?«

»Die Schlange ist schuld, sie hat mich verführt.«

Gott wandte sich an die Schlange: »Verflucht seist du wegen dieser Tat. Auf dem Bauch sollst du kriechen von nun an, und Staub fressen ein Leben lang. Und Feindschaft soll herrschen zwischen dir und der Frau. Zwischen deinen Nachkommen und ihren. Sie werden euch den Kopf zertreten, und ihr werdet sie in die Ferse beißen.«

Zur Frau gewandt sagte Gott: »Ich verhänge über dich, dass du Mühsal und Beschwerden hast, jedesmal wenn du schwanger bist, und unter Schmerzen wirst du die Kinder zur Welt bringen. Es wird dich zum Mann hinziehen, er aber wird über dich herrschen. (Zumindest wird er es versuchen).«

Darauf wandte sich Gott dem Manne zu, und sagte: »Weil du auf deine Frau gehört, und mein Gebot übertreten hast, ist dein Acker von nun an verflucht. Mit Mühsal wird es dir gelingen dich davon zu ernähren. Dornen und Disteln werden dort wachsen und du wirst die Pflanzen des Feldes essen. Viel Schweiß musst du vergießen, um dein tägliches Brot zu bekommen, bis du zurückkehrst zur Erde, von der du gekommen bist. Staub bist du, und zu Staub sollst du wieder werden.«

Nach diesen harten Worten machte Gott Kleider für die Menschen und sagte: »Nun ist der Mensch einer von uns, alles Wissen steht ihm offen. Es darf aber nicht sein, dass er noch vom Baum des Lebens isst, sonst wird er ewig leben.«

Und so schickte Gott die Menschen aus Eden weg und stellte Wachen im Osten auf, damit niemand mehr zum Baum des Lebens gelangen konnte.«[Bibel, 1. Mose 2]}

Betrachten wir den Beginn der zweiten Schöpfungsgeschichte, so wird erzählt, dass noch nichts da war, nur der Dunst, der aus der Erde aufstieg und den Boden tränkte.

Dieser Dunst, heißt hebräisch Ed und wird geschrieben Alef - Daleth, in Zahlen ausgedrückt 1- 4.

Als Nächstes lesen wir, dass Gott einen Menschen schafft. Mensch heißt auf hebräisch Adam geschrieben Alef - Daleth - Mem, oder in Zahlen ausgedrückt 1 - 4 - 40.

An diesen beiden Beispielen erkennen wir, dass sowohl der Dunst, als auch der Mensch der gleichen Wurzel entspringen, nämlich 1 - 4, oder der Einheit, die sich in der materiellen Welt konkretisiert, wie wir es auch bei Adam erleben, der durch die Betonung der 40 noch konkreter geworden ist, als der flüchtige Dunst.

Adama,Adama das Wort für Erde, der Staub, aus dem Adam geschöpft wurde, entstammt ebenfalls dieser 1- 4 Beziehung, denn Adama schreibt sich Alef - Daleth - Mem - Heh, in Zahlen 1 - 4 - 40 - 5.

Auch die Wahrheit beruht auf diesem 1 - 4 Prinzip, denn in hebräischer Sprache ist Wahrheit Emeth geschrieben Alef - Mem - Taw = 1 - 40 - 400.

Somit ist auch die Wahrheit noch eine tiefere Konkretisierung des 1-4 Prinzips, als der Mensch.

Lassen wir bei »Wahrheit« und bei »Mensch« das Göttliche, die 1, weg, so erhalten wir 40 - 400 bei der Wahrheit, das Wort »Meth«, das Tod bedeutet, und im Falle des Menschen bliebe 4-40, was Blut bedeutet.

Nimmt man das Göttliche, die 1 aus dem Menschen heraus, bleibt nur noch das Blut, das Wässrigste unserer Bausteine. Nimmt man der Wahrheit das Göttliche, erscheint der Tod.

Die Schlussfolgerung, die wir daraus ziehen können ist, dass Wahrheit ohne Göttlichkeit tödlich ist, wie wir in unserer Welt sehen, in der Menschen auf der Suche nach Wahrheit die obskursten Methoden entwickeln sich ihr zu nähern, und dabei nahezu die Welt zerstören.

Dochh die 1-4 Problematik findet sich noch tiefer verborgen in der 2. Schöpfungeschichte, wenn wir unsere beiden Bäume betrachten, den Baum des Lebens und den Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen, den wir bereits als Feigenbaum kennenlernten.

Der Baum des Lebens heißt hebräisch Ez Hachajim und setzt sich aus den Buchstaben Ajin-Zade (Ez, das Wort für Baum) und He-Cheth-Jod-Jod-Mem (des Lebens) zusammen, in Zahlen ausgedrückt 70-90 und 5-8-10-10-40.

Der Baum der Erkenntnis Ez hadaath tow wera [Ajin-Zade (Baum) He-Daleth-Ajin-Taw (der Erkenntnis) Teth-Waw-Beth (Gut) und Waw-Resch-Ajin (und Böse)] kann als folgende Zahlenfolge geschrieben werden:

70-90, 5-4-70-400, 9-6-2 und 6-200-70.

Abgesehen von den beiden Zahlen für Baum scheint sich zunächst keine Beziehung zu ergeben, keine 1-4 Beziehung, wie wir erwartet haben, doch der Schein trügt.

Bildet man aus den Zahlen die Quersumme, so ergeben sich folgende Zahlen.

• 70 + 90 + 5 + 8 + 10 + 10 + 40 = 233

• 70 + 90 + 5 + 4 + 70 + 400 + 9 + 6 + 2 + 6 + 200 + 70 = 932

Teilt man jetzt die 932 des Baums der Erkenntnis, durch die 233 des Baums des Lebens so ergibt sich:

• 932 : 233 = 4

und somit erkennen wir, das sich auch der Baum des Lebens zum Baum der Erkenntnis wie 1 : 4 verhält.

Jetzt dürfte uns mittlerweile klar sein, dass auch die Teilung des Flusses, der durch den Garten Eden fließt, und sich in vier Flüsse aufspaltet, kein willkürliches Einsprengsel ist, sondern eine erneute Bestätigung unseres 1-4 Prinzips.

Wir sehen anhand dieser Beispiele wie tief die 2. Schöpfungsgeschichte von dieser 1-4 Systematik durchzogen wird. Die Bedeutung dieser 1-4 Konstellation kann man am ehesten als Materialisierungsprozess bezeichnen.

Der Mensch, der als Ur-Form Mann-Weiblich geschaffen wurde, dann in seine männlichen und weiblichen Bestandteile zergliedert wurde, hat die Aufgabe die Erde zu betreten. Dieses würde ersie nie freiwillig tun, denn wer verlässt schon freiwillig das Paradies, um in Schmutz und Schmerz sein Leben zu fristen. Für die Erkenntnis, für die Erfahrung ist dieser Weg des Menschen aber un-ab-wendbar, und muss somit geschehen.

Dieser Prozess geschieht durch eine Verführung. Der Mensch wird, symbolisiert, durch die weibliche, die materielle Seite ( Materie, von Mater = Mutter kommend), verführt vom Baum der Viel-Heit zu kosten und damit wird ersie in die Materie hineingezogen, aus der es zunächst einmal kein Zurück gibt.

Die Verführung geschieht durch die Schlange, nachasch geschrieben Nun-Cheth-Schin, als Zahlenfolge 50-8-300.

Das Wort für Fall oder fallen ist nophal geschrieben Nun-Phe-Lamed, also 50-80-30.

Anhand der Übereinstimmung der grundsätzlichen Prinzipien, die den Fall und die Schlange bestimmen, nämlich 5-8-3 wird deutlich, dass sich bereits in der Schlange der Fall ankündigt.

Doch auch diese Verknüpfungen gehen noch tiefer, denn die körperlichste, die animalischste Seite der Seele aus der Trinität Neschamah - Ruach - Nephesch, zeigt die Struktur 50-80-300 und verdeutlicht wieder das gleiche Prinzip.

Die Nephesch, also die körperliche Seele, ist laut hebräischer Vorstellungen mit den Instinkten, den körperlichen Empfindungen usw. verbunden, ganz im Gegensatz zu Neschamah der göttlichen Seele.

So zeigt sich die 5-8-3-Struktur des Falles auch in den Worten für Schlange, und Nephesch.

Vielleicht wundert es uns jetzt auch nicht mehr, dass die Schlange von nun an auf dem Bauch kriechen soll, im maximalsten Kontakt mit der materiellen Ebene.

Zusammenfassend zeigt sich also der »Sünden-Fall«Sündenfall, als Fall in die Sonderung, in der Struktur 5-8-3 Dass die zweite Schöpfungsgeschichte mit dem Materialisationsprozess des Menschen zu tun hat, wird noch an einer anderen Begebenheit deutlich.

Or Bearbeiten

»Gott hatte Adam eine so große Gestalt gegeben, daß dieser, wenn er sich niederlegte, von einem Ende der Erde zum anderen reichte, und dass, wenn ers aufstand, sein Kopf auf derselben Höhe war wie der göttliche Thron. Außerdem war er von so unbeschreiblicher Schönheit, daß [er] die Sonne überstrahlte.

Alle Lebewesen näherten sich dem strahlenden Adam in Ehrfurcht, weil sie ihn mit dem Schöpfer verwechselten.

Alle dienenden Engel begannen Adam zu hassen, weil sie fürchteten, er könnte Gottes Nebenbuhler werden, und sie versuchten ihn mit Feuer zu verbrennen, doch Gott hielt seine Hand über Adam und schloß Frieden zwischen ihnen und ihm.

Um sie zu beruhigen, legte Gott seine Hand auf Adam und verminderte seine Größe auf tausend Ellen. Später, als Adam ungehorsam vom Baume der Erkenntnis aß, verkürzte Gott seine Gestalt auf ganze hundert Ellen.«[hebräische-Mythologie, S. 75-76]}

Wir erkennen an diesen Geschichten, dass Adam nicht vergleichbar ist mit dem Menschen, den wir heute kennen. Adam war riesig, und mit einem unglaublichen Strahlen ausgestattet, das ihn Gott ähnlich machte.

Dieses Licht, das von Adam ausstrahlte, oder das Wort für Licht überhaupt ist das Wort Or = Aleph - Waw - Resch, in Zahlen 1-6-200. Dieses Licht findet seine Verwandtschaft in einem anderen Wort, nämlich dem Wort Or für Fell oder Haut.

Auf der äußeren Ebene sehen wir keine Unterschiede zwischen den beiden Worten, auch auf der sprachlichen Ebene sind sie nicht zu finden. Erst wenn wir noch näher herangehen, und das Wort sozusagen mit der Lupe betrachten, wird offensichtlich, dass ein Austausch zweier Buchstaben stattgefunden hat, anstatt Alef, dem Buchstaben der Einheit, der 1, finden wir Ajin, den Buchstaben, der durch die Zahl 70 dargestellt wird.

• Or als Licht wird also geschrieben 1-6-200,

• Or als Fell, oder Haut wird geschrieben 70-6-200.

Wir erkennen in der 70 das Prinzip der 7, auch der 7 Schöpfungstage wieder. Die 7 entsteht aus Addition von 3 und 4, dem männlichen und weiblichen Prinzip. So wie die 4 Ausdruck der Viel-Heit in Zeit und Raum ist, so ist die 7 Ausdruck der Viel-Heit im menschlichen Bereich.

Nach dem Essen vom Baum der Erkenntnis, schämt sich der Mensch und ist sich seiner eigenen Nacktheit bewusst. Er schürzt sich mit dem Feigenblatt, doch Gott entdeckt ihn, und offenbart ihm, dass er nicht mehr länger im Paradies bleiben kann. Gott macht ihm ein Fell, um auf der irdischen Ebene überleben zu können. Danach wird er ausgeschickt.

Was diese Szene wirklich bedeuten kann, soll jetzt von Friedrich Weinreb selbst erzählt werden:

»Die Überlieferung erzählt, daß der Mensch vor dem Nehmen dieser Frucht [der Feige] in einem Augenblick von einem Ende der Welt zum anderen und von einem Ende der Zeit zum anderen sehen konnte. Diese Augen schlossen sich. Und während er vorher in einem Nu alles sehen konnte und Zeit und Raum in all ihren Zusammenhängen durchschaute, mit einer Einsicht, die alles umfaßte, sah er nun die Vielheit, sah er alles in Momente zerteilt und in Orte, an denen er sich gerade befand. Das große Bild, das alles umfaßte, wurde verdunkelt, und es begann in einem Strom zu fließen, wobei immer nur auf ein kleines Teilchen Licht fiel und alles andere in unbekanntem Dunkel blieb. Eine endlose Vielheit bedrückte nun den Menschen und gab ihm das Gefühl, daß kein Anfang und kein Ende mehr bestünde.[Weinreb-Schöpfung, S. 339-340]

Das Kleid von »Licht«, das der Mensch, bevor er vom Baum der Erkenntnis nahm, besaß, wird sozusagen ausgelöscht. Die leiblichen Augen öffnen sich für ein anderes Licht, für ein in Vielheit gebrochenes Licht. Er sieht nicht mehr mit einem einzigen Blick alles, sondern er sieht es jetzt gebrochen in Stückchen.

Daß das Kleid von Licht ausgelöscht war, bedeutet Scham für den Menschen. Er sah, daß die Beschränktheit, in der er sich jetzt befand, nicht mit seiner Bestimmung, in der er alles umfaßte, vereinbar war. Der Verlust seiner Macht, die er vorher besaß und von der er und alles um ihn herum wußte, daß sie ihm gehörte, machte, daß er sich schämte. Und deshalb machte er sich Schürzen, die notdürftige Bedeckung.

Doch Gott machte ihm jetzt ein anderes Kleid. Er bekam nun die Haut, das Fell, die Umhüllung von einem »Tier« vor allem an den Stellen, an dem sich der Fall des Menschen am deutlichsten zeigt. Der Kopf bekam das Haar, Haar wuchs auch um die Augen, die »sehen« wollten, an den Armen, die mit der Welt »tun« wollten, am Orte der Fruchtbarkeit, die sich leiblich in Vielheit äußern wollte.

Dieses Kleid bedeckte nun den Gegensatz zwischen dem Ewigkeitscharakter des Menschen und seiner nun gebrochenen Erscheinung.

Und damit übereinstimmend umhüllt sich der Mensch immer noch weiter. Denn sogar in diesem Körper drückt sich noch aus, was eigentlich geschehen ist, so daß der Mensch gerade die Stellen, die auf den Fall hinweisen, bedeckt.

Und dann kommt noch die Vertreibung des Menschen aus der Welt, in der er gelebt hatte. Diese Welt wird ihm jetzt versperrt. Auf diesem Wege gibt es kein Zurück mehr. ... der Mensch muß diese Welt verlassen, weil er sonst auch vom Baum des Lebens nehmen würde, der übrigens durchaus für ihn bestimmt gewesen war, als einer der Bäume, von welchen er sogar essen sollte.

Aber jetzt, wo der Mensch die Vielheit in sich hatte, würde ihm das Nehmen auch vom Baum des Lebens nur Gelegenheit geben, das Werk der Weiterentwicklung der Vielheit bis in alle Ewigkeit fortzusetzen, ohne daß es jemals zu einem Ende käme.

Die Überlieferung erzählt, daß Gott schon vor dieser Welt viele Welten geschaffen, aber wieder »vernichtet« hatte, weil sie alle vom Ursprung wegschossen und sich nur immer weiterentwickeln wollten. Bis Gott selbst in seiner Eigenschaft als Herr beschloß, in diese Welt mitzugehen, um sie dadurch sicher wieder heimzubringen.

Dieses »Wegschießen« der Welt in die Unendlichkeit wird in dieser Welt nun verhindert. Wer den Baum der Erkenntnis in sich hat, wird automatisch vom Baum des Lebens abgeschnitten.

Vom Baum des Lebens können nur diejenigen nehmen, die nicht vom Baum der Erkenntnis gegessen haben, diejenigen also, die sich nicht mit den Kräften der Entwicklung identifiziert haben, um durch die materielle Entwicklung die Welt nach ihren menschlichen Idealvorstellungen zu leiten, also nur diejenigen, die die Welt nicht mit den Maßstäben ihrer Sinne messen.«[Weinreb-Schöpfung, S. 355-359]

Zusammenfassung Bearbeiten

An dieser Stelle erscheint es mir sinnvoll, den bisher gegangenen Weg noch einmal zu rekapitulieren, und die Elemente zu sammeln, denen wir bisher begegnet sind.

Verstehen wir die Elemente der zweiten Schöpfungsgeschichte, so handelt es sich um eine Darstellung der Materialisation und InkarnationInkarnation des Menschen.

Welche Schritte diese Materialisation und Inkarnation durchlaufen muss zeigt die Sequenz der Ereignisse der 2. Schöpfungsgeschichte.

Stadien der Materialisation und Inkarnation des Menschen:

1. Formung aus dem Staub.

2. Einblasen des Lebensatems.

3. Schaffung des Gartens Eden und Schaffung der beiden Bäume.

4. Auftrag den Garten zu pflegen und Verbot vom Baum der Erkenntnis zu essen.

5. Schaffung der Tiere.

6. Benennung der Tiere durch Adam.

7. In Schlaf-Versetzen von Adam.

8. Schaffung der weiblichen Seite.

9. Verführung durch die Schlange.

10. Essen vom Baum der Erkenntnis

11. Erkenntnis, dass beide nackt sind.

12. Bedecken mit Feigenblättern, Verbergen und Verstecken.

13. Verbannung aus dem Paradies (Sündenfall).

14. Schaffung des Felles, der Haut.

Für unsere Suche nach Erkenntnissen sind vor allem die Bereiche der biblischen Geschichte wichtig, in denen es um den Menschen selber geht, das heißt,

• Die Schaffung des Menschen Adam, aus der Erde, Adama. Einblasung des göttlichen Hauches.

Hier wird der Materialisationsprozess deutlich, die Kinder der Erde werden geformt, aber leben noch nicht, dazu bedarf es des göttlichen HauchesHauch ! göttlicher, sozusagen der Einhauchung der Lebenskraft.

Dieser Mensch, der jetzt lebendig geschaffen wurde, lebte als Mann-Weiblichkeit, ersie ist noch nicht gespalten in die beiden polaren Hälften, dies geschieht erst später.

• Gott versetzt den Menschen in Schlaf und teilt ihn in eine männliche und weibliche Hälfte.

Interessanterweise wird zwar der Mensch in Schlaf versetzt, aber es wird nie mehr erwähnt werden, dass er wieder erwacht. Wir können nur davon ausgehen, dass der Mensch immer noch in Tiefschlaf wandelt, wovon ja auch die »Erleuchteten« sprechen, die »Erwachten«.

Adam und Eva werden getrennt. Der Mensch in seiner unsterblichen, nicht männlichen, nicht weiblichen Gestalt, bekommt eine weibliche, eine materielle Seite. Sie liefert die Voraussetzung dafür, dass der Mensch sich zur materiellen, zur mütterlichen Ebene überhaupt hingezogen fühlt. Die Schaffung von Eva, der Mutter allen Lebens, ist die Voraussetzung dafür, dass der Mensch es wagt in die Materie einzutauchen. Dies geschieht durch die

• Verführung von Eva

Nach der Verführung kommt die Phase des Schamgefühls, des Sich-Bedecken-Wollens, das in der materiellen Welt notwendig scheint. Adam und Eva fühlen sich nackt, entblößt, sie schämen, verbergen und verstecken sich.

• Erkenntnis des Nacktseins; Schamgefühle, verbergen und verstecken.

Doch gerade durch diese Versuche sich zu verbergen, was ja vor Gott niemals gelingen kann, wird offenbar, dass der Mensch von der Frucht der Erkenntnis gegessen hat. Daraufhin folgt

• Die Vertreibung mit Prophezeiung allerlei Schwierigkeiten, und

· die Schaffung eines neuen Fells.

So in etwa stellt sich der Materialisations- und Inkarnationsprozess des Menschen dar.

Der Mensch verliert dabei sein Ur-Recht auf ewiges Leben und tritt in den Zyklus der InkarnationenInkarnationen!Zyklus, der ein, in der er zwar sein ewiges Leben nicht verliert, jedoch sich immer wieder neu gestalten muss. Jede Geburt ist eine Erneuerung des alten kosmischen Dramas, in dem eine Seele auf die Welt geleitet wird, und jeder Tod ist eine Heimkehr in unser Zu-Hause auf der anderen Seite der göttlichen Schöpfung.

So in etwa berichten es die alten Schriften.

• Die Sykose, die Feigenkrankheit, ist die Störung dieses Materialisations- und Inkarnationsprozesses.

War die Tsora-at die Erkrankung der Form-und-Zeit-Werdung des Menschen, so ist die Sykose die Erkrankung der Materialisierungsphase dieser Form-und-Zeit-Werdung.

Durch die Krankheit werden die sinnvollen Abläufe, die wir der 2. Schöpfungsgeschichte entnehmen, die eigentlich eine Formungsgeschichte ist, pervertiert und verzerrt. Somit sind alle pathologischen Prozesse, die mit diesem kosmischen Drama verbunden sind, Ausdrücke der Sykose.

Noch einmal zusammengefasst können wir folgende Themen der Sykose herausarbeiten:

1. Materialisierung

2. Belebung

3. Schlaf

4. Spaltung

5. Verführung

6. Erkenntnisse, Wissen

7. Nackt fühlen - Schamgefühle

8. Verbergen und verstecken

9. Fall, Vertreibung

10. Schaffung einer neuen Haut

Liegt eine sykotische Erkrankung vor, so kommt es zu Störungen der oben beschriebenen Bereiche, was wir noch genauer untersuchen werden. Einige Elemente sind uns bereits von der Sykose bekannt, wie zum Beispiel die FeigwarzenbildungFeigwarzenbildung, ein typischer aus der Kontrolle geratener Materialisationsprozess, der sich durch eine un-nötige Über-Materialisation ausdrückt.

Wir werden auf die Kernelemente noch später im Laufe dieses Buches zurückkommen, da sie noch nicht vollständig sind, wollen aber an dieser Stelle unser Augenmerk auf die beiden Bäume des Gartens Eden richten, und versuchen herauszufinden, ob ihre Symptomatik gemäß der Homöopathie, Ähnlichkeiten zu den beschriebenen Kernelementen aufweisen.

Bevor wir dieses tun, möchte ich Ihnen noch eine interessante Variante des »Sünden-Falles« erzählen, wie Paul Coelho sie aufschrieb.

»Eva ging durch den Garten Eden, als sich ihr die Schlange näherte.

»Iss diesen Apfel«, sagte sie.

Eva lehnte ab, wie Gott ihr geheißen.

»Iss diesen Apfel«, beharrte die Schlange. »Denn du musst schöner werden als dein Mann.«

»Das brauche ich nicht«, sagte Eva. »Er hat niemanden außer mir.«

Die Schlange lachte. »Von wegen!«

Und da Eva ihr nicht glaubte, führte sie sie auf einen Hügel zu einem Brunnen.

»Sie ist dort in der Höhle. Adam hat sie dort versteckt.«

Eva beugte sich über den Brunnen und sah im Wasser ihr Spiegelbild, eine schöne Frau. Da aß sie ohne zu zögern den Apfel, den ihr die Schlange angeboten hatte.«[Coelho-Wanderer, S. 73-74]

Wenden wir uns zunächst der Feige als Heilmittel zu.

Ficus carica Bearbeiten

Echter Feigenbaum; Familie der Maulbeergewächse (Moraceae)  

Einleitung:   Der Feigenbaum kann heutzutage in weiten Teilen Europas gefunden werden. Selbst in Nordeuropa wird er kultiviert. Die wildwachsende Form findet man zumeist in felsigen, steinigen Gebieten. Ursprünglich war dieser Baum in Persien, Kleinasien und Syrien beheimatet. Es wird erzählt, dass die Griechen den Feigenbaum aus Caria in Kleinasien erhalten haben, was den Namen Carica erklärt. Auch in Italien war der Feigenbaum früh beheimatet und wurde sowohl von den Griechen, als auch von den Römern gefeiert. 

Die Feigen waren als NahrungsmittelNahrungsmittel vor allem von Athleten sehr geschätzt, aber auch das »normale« Volk und Sklaven nutzten die Schein-Frucht als Grundnahrungsmittel. 

Der Feigenbaum ist ein Strauch oder Baum mit glatter, aschgrauer Rinde. Die langstieligen, wechselständigen Blätter sind oval oder herzförmig, selten ganz in drei bis fünf Fiedern geteilt, deren Rand wiederum leicht gezähnt ist. Die Blattoberseite ist kräftig grün und rauh, auf der weißlichen Blattunterseite finden sich zahlreiche Härchen. Der Baum wirft sein Laub ab. Bricht man Blätter oder unreife Früchte, so fließt ein bitter schmeckender, weißer Saft aus den Stängeln.  

Der Blütenstand des Feigenbaumes ist birnenförmig, oder mehr oder weniger rundlich, besitzt einen fleischigen Blütenboden, der in einen kurzen Stiel übergeht. Sein Inneres ist hohl und trägt zahlreiche kleine Blüten, die aneinandergereiht sind. Diese sind in männliche und weibliche Blüten unterteilt, und besitzen ebenfalls einen kleinen Stiel.  

Die Feigenfrucht ist eigentlich keine Frucht, sondern ein verwandelter Blütenstand, der sich nie in der Sonne öffnet. Somit ist die Feige weder ganz Frucht noch ganz Blüte. Sie nimmt damit eine einzigartige Stellung in der Welt der Pflanzen ein.  

Damit eine Befruchtung möglich wird ist die Feige eine Symbiose mit einer Wespe eingegangen, der Feigengallwespe (Blastrophaga psense).  

Ein kleines Gallwespenweibchen dringt am oberen Ende des Stengels in die Blüte ein und legt ihre Eier in den Fruchtknoten. Die Fruchtknoten werden zu Früchten, aber diese sind nicht die Feigen, sondern die kleinen Kerne, die die Feige enthält. Sie stammen alle von einer winzigen befruchteten Blüte ab. Die fleischige Feige ist nichts anderes, als das nach der Befruchtung angeschwollene Gehäuse, das die wohl kleinsten Blüten im Pflanzenreich beherbergt.  

Nach der Eiablage stirbt das Weibchen. Die Larven brüten sich in dieser »Gebärmutter« aus. Die flügellosen Männchen suchen sich dann die Weibchen, befruchten sie und sterben ab. Die befruchteten Weibchen kriechen daraufhin durch eine kleine Öffnung aus der Brutkammer hinaus und werden dabei mit Pollen bestäubt. Sie fliegen dann zu einer anderen Feige, um dort ihre Eier abzulegen.  

Der fleischige Blütenboden schwillt nach dem Kontakt mit der Feigengallwespe an, und stellt jenen Teil dar, den wir als Feigenfrucht kennen. Die eigentlichen Früchte sind aber die im Fruchtfleisch enthaltenen Körnchen (Nüsschen).  

Die Früchte der Feige sollten nur an trockenen Tagen während der heißesten Stunden mitsamt dem Stiel gepflückt werden (nie an Regentagen). Die Früchte werden dann sorgfältig in der Sonne auf Brettern ausgelegt und getrocknet. Nachts müssen sie ins Innere des Hauses gebracht und zugedeckt werden. Wenn sie die richtige Konsistenz erreicht haben, werden sie in Holzkisten gelagert.  

Die Hauptinhaltsstoffe einer Feige sind Dextrose (ca. 50%) Eiweiß, Fett, Mineralsalze (Calcium, Phosphor, Eisen) Vitamine A, B, C (Karotin, Thiamin, Niacin, Riboflavin), Säure, Furocumarine, Pflanzenschleim. Auch ein Enzym ist in der Feige enthalten, nämlich das Enzym Cardina. Die Eigenschaften des Enzyms sind ähnlich den Eigenschaften des Pepsins und Papaeiins, das heißt, es wirkt eiweißabbauend.  

Volksheilkunde:   Darm: Bekannt wurde die Feige als ein mildes Laxans, und ist daher oft Bestandteil verschiedener oft milder Abführmittel, die auch für Kinder verträglich sind. Daneben gilt es als gutes Mittel bei Wurmbefall, auch zur Prophylaxe.  

Mund: Bei Mundschleimhaut- und Zahnfleischentzündungen, Zahnwurzelabszessen wirkt die Feige besonders dann, wenn die geteilte Frucht geröstet, und auf die entsprechende Stelle aufgelegt wird.  

Tumoren: Auf die gleiche Weise können auch umschriebene Tumoren behandelt werden.  

Warzen: Zur Behandlung von Warzen eignet sich der milchige Saft, der beim Abreißen der Blätter aus dem Stängel tropft. Tropft man diesen Saft auf eine Warze, bildet sich ein rot entzündlicher Saum um die Warze, der dann eintrocknet, worauf die Warze abfällt. Auch Narbengewebe verändert sich positiv unter der Einwirkung des Saftes.  

Baumheilkunde:   Entspannung: Die Feige und der Feigenbaum entspannen nervöse, überspannte und gereizte Menschen.  

Meditation: Auch wenn Menschen verstärkt die Gelegenheit suchen in sich hineinzuhorchen oder zu meditieren, empfiehlt sich der Feigenbaum.  

Sexualität: Existieren große Konflikte mit der Sexualität, so kann der Feigenbaum helfen, diese Konflikte zu lösen.[Strassmann, 127-130] 

Blütenessenz-Therapie:   Fruchtbarkeit/Erneuerung: Die Feige stand und steht mit den Differenzierungsprinzipien in Zusammenhang, durch die Lebewesen sich entscheiden können männlich oder weiblich (sexuelle Identität) zu werden. Auch die Erneuerung von Zellstrukturen und Geweben, sowie die Beziehung zu den Codierungen der DNS spielen eine große Rolle. Die Feigenessenz kann helfen Fruchtbarkeit und Unfruchtbarkeit zu steuern.  

Konfliktlösung: Sie hilft bei Konflikten Lösungen zutage zu fördern, die für alle Beteiligten befriedigend sind. Gibt es keine Lösungsmöglichkeiten, so kann sie zumindest helfen, miteinander weiterhin gut umzugehen. Sie hilft die Kommunikation auf freundliche Weise fortzusetzen, auch wenn keine Problemlösung in Sicht ist. Sie hilft, den Menschen in seiner anderen Sichtweise, respektiert zu werden, und andere Sichtweisen selbst zu respektieren.  

Kommunikation: Doch nicht nur in der äußeren Welt hilft die Feigen-Essenz die Kommunikationsfähigkeit zu erhöhen, sondern auch innerhalb des Menschen. Durch die Befreiung von verborgenen Ängsten, kann die Kommunikation zwischen dem bewussten Verstand, dem Unbewussten und dem autonomen Nervensystem verbessert werden. Sogar in manchen Fällen so weit, dass autonome Prozesse stärker vom bewussten Verstand gesteuert werden können. Somit steigt auch die Stresstoleranz für das allgemein übliche komplexe, moderne Leben. Auch wenn Brüche oder Verwirrung in der logischen Information des Mentalkörpers vorhanden sind, hilft die Feigenessenz die richtige Ordnung wieder herzustellen.  

Sexuelle Störungen: Wie an der Signatur erkennbar, hat die Feige einen besonderen Befruchtungsmodus gefunden, der mit massivem Eindringenin die geschlossene Frucht, dem nachfolgenden außerordentlichen Anschwellen des Fruchtknotens und dem Sterben der männlichen Wespen in der Brutkammer zu tun hat. Eingesetzt werden kann die Feigen-Essenz daher bei  

• Unfruchtbarkeit 

• bei Frauen, die wegen ihrer Unfruchtbarkeit zu invasiven Befruchtungsmethoden greifen/griffen 

• bei sexuell missbrauchten Frauen, vor allem dann, wenn durch die Vergewaltigung eine Schwangerschaft entstanden ist, und frau Schwierigkeit hat, die »Fremd-Besetzung« zu akzeptieren, und die Frucht und/oder sich selbst töten möchte 

Die Feigenessenz hilft Frieden in diesen Situationen und eine gute Lösung zu finden. 

Unbewussttheit/Verdrängung: Die Feige ist ein hervorragendes psyhologisches Instrument, um unbewusste Ängste und Blockaden zu durchschauen, und sie zu überwinden. Sie verbessert das Gedächtnis und hilft lange Vergessenes wieder zu erinnern. 

Visionsfähigkeit: Sie steigert die Visionsfähigkeit und die geistige Wachheit. [Gurudas] 

Fallbeispiel:    Als Supervisor war es meine Aufgabe die Patientin einer Kollegin mit zu betreuen. Ihre Hauptbeschwerden äußerten sich in immer wieder auftretenden Harn-Blasenentzündungen, die wir leider mit unseren homöopathischen Mitteln nicht in den Griff bekamen. So suchten wir nach einem Grund für dieses Nicht-Ansprechen auf homöopathische Mittel, und fanden den schon seit 4 Jahren bestehenden Kinderwunsch der Patientin, der trotz aller Versuche nicht erfüllt werden konnte. Sie war auf verschiedenste Weise bereits enttäuscht worden, und dachte nun in fortgeschrittenerem Alter ihren Wunsch verabschieden zu müssen. Doch geschah dies nicht wirklich von Herzen, sondern eher mit dem Verstand.  

Nachdem die unerfüllte Schwangerschaft als mögliche Therapieblockade im Wege stand, versuchten wir die Sterilität doch noch einmal zu behandeln. Es schien ziemlich sicher, dass die Störung der Schwangerschaft eine sykotische sein musste, also suchten wir nach sykotischen Mitteln, die diese Störung beheben könnten, doch nahezu alle hatte sie schon bekommen, und so blieb nur der Ausweg, die Feigen-Essenz auszuprobieren, wobei die Signatur der schwierigen Befruchtung uns half.  

Zu unserer aller Freude wurde die Patientin schwanger. 

Die Feige repräsentiert, wie wir gehört haben, das Prinzip des Baumes der Erkenntnis, von dem der Mensch als Einziges nicht essen durfte. Er zersplittert durch das Essen dieser Frucht die Einheit in die Vielheit, die auch in den vielen kleinen Kernen der Frucht zum Ausdruck kommen kann. In diesem Akt des Essens kann auch der Geschlechtsakt des Menschen symbolisiert werden, und dieser Vollzug des Geschlechtsaktes, bringt den Menschen in ein ziemliches Dilemma.

Denn auf der einen Seite steht da das »seid fruchtbar und mehret euch«, das Gott dem Menschen als Anweisung mitgibt, und andererseits besteht die Weisung, nicht von diesem Baum zu essen. Durch den Ausspruch Gottes, der Mensch solle fruchtbar sein, ist festgelegt, dass der Mensch vom Baum der Erkenntnis essen solle. Dadurch entsteht die Menschheit. Der Mensch erzeugt die folgenden Generationen und nimmt damit den Tod auf sich.

Dieses Paradoxon von du sollst, aber du darfst nicht, prägt im Wesentlichen auch unsere Sexualität. Aus diesem Grunde gibt es in vielen Religionen Anweisungen, die helfen sollen, dieses Paradoxon aufzulösen.

Im sexuellen Missbrauch wird dieses Paradoxon stark zur Seite des »Du darfst nicht« verschoben, denn bei einem Missbrauch ist eine Person nicht damit einverstanden, was dort geschieht. So tauchen nach dem Geschlechtsakt all die Gefühle auf, die Adam und Eva ereilt haben, nachdem sie vom Baum der Erkenntnis gegessen haben, das Gefühl nackt zu sein, entblößt, Schamgefühle, das Gefühl sich bedecken zu wollen, oder das Gefühl sich von dem Ereignis säubern zu müssen. Oft Reue für ein paar Tage vom Täter selbst, bis der Drang wieder so groß wird, dass es zur Wiederholung kommt.

Die meisten Täter sind sehr feige, und oft geht es in der Vergewaltigungs- und Missbrauchs-Sexualität gar nicht so sehr um die sexuelle Befriedigung, als um die Aus-Übung sexueller Macht, die nur ein Ohn-mächtiger in dieser Weise praktizieren muss.

Nach dem Akte an sich findet oft ein Versuch der Vertuschung, der Täuschung statt. Das Opfer wird gezwungen nichts zu erzählen, die Geschichte versteckt sich irgendwo in dem Garten, der Eden sein könnte, doch man fühlt sich unwert von Gott auch nur angeschaut zu werden.

Eine schreckliche Situation.

So kann die Feigen-Arznei den Menschen helfen mit diesen Gefühlen fertig zu werden, die an einem Missbrauch beteiligt waren, Täter sowie Opfer. Es ist nicht die einzige Arznei, die dies tun kann, doch eine sehr wichtige.

Zur Vervollständigung der Feigen-Mittel noch die Anwendungsbereiche des heiligen Baumes unter dem Siddharta Gautama seine Er-Leuchtung erlebte.

Ficus religiosa Bearbeiten

Bo-Tree. Pagodenbaum. Heiliger Feigenbaum. Pappelfeigenbaum. Aspatha. Familie der Maulbeergewächse - Moraceae

Das homöopathische Mittel

Die ersten Prüfungen mit dieser Arznei wurden von Dr. Sarat Chandra Ghose aus Midnapore durchgeführt. Er entdeckte, dass der heilige Feigenbaum vielerlei Arten von Blutungen herbeiführen und heilen kann. Geprüft wurde er an ihm selbst, an seiner Frau und seinem Hund.

Der vollständig gesunde Hund erhielt eines Morgens 40 Tropfen der Tinktur. Die Gabe wurde am nächsten Morgen wiederholt, worauf das Tier hellrotes Blut zu erbrechen begann. Er verhielt sich sehr ruhig und wollte sich nicht bewegen. Drei schnell hintereinander verabreichte Gaben von je 5 Tropfen des gleichen Mittels brachten das Erbrechen und die Blutung zum Stehen.

Frau Ghose nahm zwei Tage lang wiederholt je 20 Tropfen der Tinktur. Am dritten Tage setzte Dysenterie und Menorrhagie ein. Das Blut war hellrot. Dabei hatte sie abwärtsdrängende Schmerzen im unteren Bauch. Zusätzlich: Kopfschmerzen. Sie war sehr schwach und ruhelos. Das Sehen war getrübt. Brennen am Scheitel. Das Gesicht wurde gelblich, die Atmung schwierig. Sie wurde traurig und melancholisch.

Dr. Ghose nahm auf einmal 40 Tropfen. Er hatte daraufhin häufigen Harndrang, wobei der Harn allmählich blutig wurde und viel Blut enthielt. Dann stellte sich ein Hustenreiz ein, wobei er Blut spuckte. Leichter Kopfschmerz. Schwindel und Übelkeit. Getrübtes Sehen. Sehr schwach und ruhelos. Nach Einnahme von drei Tropfen der Tinktur alle zwei Stunden verschwanden alle Symptome wieder.

Allgemein: Sehr schwach und ruhelos. Blutungen; bei Typhus.

Augen: Trübsichtigkeit.

Brust: Erschwertes Atmen. Hustenreiz, wodurch er Blut spuckt. Puls sehr schwach.

Gemüt: Melancholisch und traurig. \textbullet\ Ruhig und abgeneigt sich zu bewegen.

Gesicht: Gesicht gelb.

Kopf: Übelkeit, Schwindel und leichte Kopfschmerzen. Kopfschmerzen bei Blutungen. Brennen am Scheitel.

Nase: Nasenbluten.

Rektum: Dysenterie mit Menorrhagie - hellrotes Blut. Blutende Hämorrhoiden.

Urogenital: Häufiger Harndrang. Harn enthält viel Blut. Menorrhagie, hellrotes Blut. Metrorrhagie.

Verdauung: Übelkeit. Erbrechen hellroten Blutes. Schmerz und Gefühl der Übelkeit im Magen. Magenblutung.[Clarke, Bd. 4, S. 1959-1960]

Die Blütenessenz

Chakren: Die Essenz erhöht die Energie des gesamten Chakra-Systems und entfernt Blockaden in den Chakren, in den Schuschumnas und in der Bahn, durch welche Energie aus der Erde in die Füße eintritt. Sie wirkt vor allem auf die Fußchakras und das Kronenchakra.

Erleuchtung: Diese Blütenessenz ist eng mit der Erleuchtung verknüpft, da Buddha seine Erleuchtung unter einem Bodhi-Baum erlebte. Seither ist dieser Baum auch eng mit dem Buddhismus verknüpft. Ein zentrales Thema dieser Essenz ist die Ausbildung eines freien Willens. Für alle, die Erleuchtung suchen, ist diese Essenz sehr hilfreich. Sie stimuliert den Prozess, der dazu führt, auch wenn sie die Erleuchtung nicht selbst herbeiführt. Sie mildert Disharmonie im religiösen Streben, kann auch bei Schizophrenie hilfreich sein, da sie mildernd auf halluzinogene Ideen, Zustände höherer Erleuchtung und Angst wirkt. Sie kann zu erweiterter Wahrnehmung führen, z.B. Stimmen-Hören.

Energie: Die Bo-Essenz nährt den Körper im energetischen Sinne. Alle Menschen, die erschöpft sind, aber den spirituellen Weg gehen, sollten deren Anwendung erwägen. Sie wirkt besonders auf die Zonen im Körper, die mit Steuerungsprozessen in Beziehung stehen.

Lunge: Die Bo-Essenz hat eine starke Beziehung zur Lunge und zur Atmung. Sie kann eingesetzt werden, wenn Menschen eine besondere Form der Tiefen-Atmung erlernen wollen, oder wenn Menschen mit dem Rauchen aufhören wollen, oder bei Lungenkrebs, Lungenemphysem, oder Atemnotszuständen anderer Art.

Nerven: Auch nervöse Störungen können durch Bo beeinflusst werden. Querschnittsgelähmte können von dieser Essenz profitieren, aber auch Menschen mit Nervenstörungen der Wirbelsäule und des Gehirns, wie Multiple Sklerose. Befällt jemandem beim Einnehmen der Bo-Essenz eine Schwere, sollte er sie mit Essenzen kombinieren, die alle feinstofflichen Körper in Einklang bringen, wie zum Beispiel Lotus und Date Palm. Meist sind bei diesen Menschen Schuldgefühle vorhanden, die mit Blüten wie Pine oder Philotheca beeinflusst werden können.[Gurudas]

Betrachten wir die Symptomatik des Bodhi-Baumes so wird deutlich, dass Blutungen, und die Beziehung zur Erleuchtung die Beschreibung des Arzneimittels dominieren. Die Beziehung zur Lunge, die Beziehung zu den Blutungen, und die Beziehung zur Rastlosigkeit des Suchens von Siddartha Gautama, den wir heute Buddha nennen, lässt die Symptomatik der Tuberkulinie aufkeimen, sodass wir hier nicht von einem stark wirksamen Sykotikum sprechen können.

Der Baum des Lebens Bearbeiten

Wir hörten in unserer Sequenz aus der Bibel von der Vertreibung aus dem Paradies. Wir hörten auch, dass durch das Essen der Feige, durch das Kosten von der Viel-Heit, durch die Erkenntnis, die der Mensch gewann, die Einheit zerrissen wurde, und der Mensch in die Vielheit hinabtauchen musste. Hier in der Vielheit, der materiellen Ebene, gelten andere Gesetze, die Gesetze der MaterieMaterie!Gesetze der, die den Kontakt bringen mit Mühsal und Schmerz. 

Doch es gab noch diesen anderen Baum, den Baum des Lebens, um nicht auch noch von ihm zu essen, und damit Unsterblichkeit erlangen, wurden wir vertrieben.

Doch wie war es vorher, vor dem Essen der verführerischen Frucht?

Die Bibel schreibt:

»In der Mitte des Gartens wuchsen zwei besondere Bäume: ein Baum dessen Früchte unvergängliches Leben schenken, und ein Baum dessen Früchte Wissen geben.

Du darfst von allen Bäumen des Gartens essen, nur nicht von dem Baum, dessen Früchte Wissen geben, sonst musst du sterben. sprach Gott.«[Bibel, 1. Moses, 2,3]

Nur ein Baum war uns verboten, doch nachdem wir von ihm gekostet haben, auch der zweite, der Baum des Lebens.

Durch das Kosten vom Baum des Wissens verloren wir unsere Un-Schuld und unsere Unsterblichkeit in einem paradiesischen Zustand. Das ist der Weg des Menschen, hinausgeworfen in die Kälte der materiellen Ebene, ausgestattet mit Bäumen und Früchten, die ihn an den alten paradiesischen Zustand erinnern, wie die Feige, und auch dem anderen, den Baum des Lebens, der hier auf diesem Erdenplan durch einen Lebensbaum symbolisiert wird, den wir Thuja occidentalis nannten.

Vertrauen wir den homöopathischen Überlegungen, so besitzt die Feige genug Kraft dank ihrer mythologischen und heilerischen Anwendungsbereiche die Feigenkrankheit zu behandeln, auch wenn Arzneimittelprüfungen bisher fehlen.

Wie steht es aber mit dem anderen Baum, dem Hahnemannschen Haupt-Sykotikum, dem Baum des Lebens, ist er in der Lage das sich durch die Feige aufspaltende Drama der Vertreibung zu kitten?

Auch das können wir durch eine Gegenüberstellung testen, indem wir Thuja mit den Themen der Feigenkrankheit konfrontieren, und sehen welche Antworten sie darauf gibt.n   

Es zeigt sich. dass Thuja nahezu alle Thmen beeinflussen kann, die mit der Sykose zu tun haben, vor allem ist Thuja spezialisiert auf den Inkarnationsprozesses des Menschent, in dem die unsterbliche, mann-weibliche Seele in geschlechtliche materielle Körper inkarnieren muss, um die Erfahrung der Viel-Heit zu sammeln.   

Störungen genau dieses Inkarnationsprozesses nennen wir Sykose.

Wir sahen, dass im Arzneimittel-Bild der Thuja-Pflanze, dieses Geschehen auf wundersame Weise imprägniert wurde, weshalb wir dem irdischen Thuja-Baum, eine Verwandtschaft zum himmlischen Baums des Lebens durchaus abnehmen können.

Dennoch folgt die zweite Schöpfungsgeschichte, die Inkarnationsgeschichte, einer anderen, die mit anderen Prinzipien zu tun haben, die so wichtig sind, dass ich auch sie an dieser Stelle besprechen möchte.

Die erste Schöpfungsgeschichte, die kurz angesprochen und deren Struktur kurz beleuchtet wurde, wobei bedeutsam wird, dass an jedem 3. Schöpfungstag der 7 Tage unserer Schöpfungsgeschichte 2 Schöpfungstaten stattfinden, findet sich nicht so sehr in der Symptomatik des Lebensbaumes wieder, sondern auf seltsame Weise in der Symptomatik eines anderen Heilmittels, das wegen seiner struktur-bildenden Kräfte sehr gerühmt wird, dem Bergkristall, Silicea, weshalb wir ihn an dieser Stelle kurz beleuchten wollen, um unsere Erkenntnis auch des sykotischen Prozesses zu vertiefen.

Silicea - Der Bergkristall; SixOy Bearbeiten

Einleitung: Bearbeiten

Silicea ist der Berg-Kristall. Das Wort Krist-All, das etwas anders geschrieben auch lChrist-All lauten könnte, steht in Beziehung zur Christ-Kraft, mit der wir im Besonderen durch Jesus Christus in Kontakt kamen. Einige behaupten, dass die Christ-Kraft sich in unserem Wort Gerüst verbirgt, und das Symbol, dass Jesus Vater Joseph ein Zimmermann war, eng in Beziehung zu sehen ist zur gerüst-bildenden Fähigkeit der Christ-Kraft, die das All in »Form« bringt, dem Krist-All.

Immanuel, dessen Kraft immanent permanent in der Natur enthalten ist, war nach unserem Wissen der erste Träger der Christus-Kraft. Sein Name soll bedeuten »Gott steht uns bei«, was in der Immanenz Gottes in der Natur auch der Fall ist. Die Ankündigung des kommenden Immanuels findet in der Bibel zu zwei verschiedenen Zeiten statt. Die bekanntere Prophezeiung liest sich im Buch Mathäus 1,23 [Bibel, Math. 1,23]}.

Josef, der Vater von Jesus wollte sich von seiner Frau trennen, da sie schwanger war. Doch nachts hatte er einen seltsamen Traum, der ihm das Kommen von Immanuel ankündigte. So blieb Josef bei seiner Frau und gab dem Kind Immanuel den Namen Jesus.

In der mündlichen Überlieferung wird jedoch erzählt, dass es vor Jesus einen anderen Immanuel gegeben habe, der bis zur Geburt Jesu die Christus-Kraft trug, um sie dann an Jesus weiterzugeben. Übetragen worden sein soll die Christ-Kraft, als Jesus in der Essener Bruderschaft auf seinen weiteren Lebensweg vorbereitet wurde.

Was auch immer von diesen Geschichten zu halten ist, wesentlich für unsere Belange ist, dass im Krist-All eine immanente Kraft enthalten ist, die die Form des Universums mit-konstituiert. Trägt der Berg-Krist-All seinen Namen zurecht, so muss diese Kraft auch in Silicea enthalten sein, und damit würde Silicea einen wesentlichen Teil der form-gebenden Kraft, die Kraft zur Materialisation repräsentieren.

Die Entdeckung der Kristallstruktur Bearbeiten

Laut dem Wörterbuch der deutschen Sprache stammt das Wort Kristall vom griechischen Wort kristallos ab, das Eis bedeuten soll und eine Beziehung zum Frost, dem Kryos offenbart. Ur-sprünglich glaubten die Griechen, dass der Berg-Kristall gefrorenes Wasser sei, das nicht mehr auftauen könne. Erst im Jahre 1673 wurde diese Vorstellung durch den Briten Robert Boyle erstmalig angezweifelt.

Eine ähnliche Vorstellung findet sich in den keltischen Runen, in der die Rune Hag-Al, sozusagen das hegende, schützende All, den Namen für unser bekanntes Wort Hagel lieferte, und dessen Struktur, als Mutter aller Runen gesehen werden kann.

Diese Rune, heißt es, wurde vom Schnee-Krist-All abgeschaut, der immer mehr oder weniger in Varianten dieser Struktur erscheint. Auch Silicea, der Berg-Krist-All zeigt, wenn man die Spitze von oben betrachtet den gleichen Aufbau.

Leicht lässt sich auch erkennen, dass in Hag-Al das Urmuster der miasmatischen Beziehungen verborgen ist.

Ur-Muster miasmatischer Beziehungen Bearbeiten

Im Jahre 1748 veröffentlichte der französische Lehrer Rene-Just Hauy seine Theorie über die Struktur der Kristalle.

»Ihm war ein sogenannter »Zufall« zu Hilfe gekommen: Beim Betrachten des Calcit-Kristalls eines Freundes fiel dieser zu Boden und zersprang. Dies war einerseits sehr ärgerlich, andererseits gelang so eine sehr wichtige Entdeckung:

· die Einzelteile des zersprungenen Kristalls zeigten nämlich eine auffallend ähnliche Form!

Hauy folgerte daraus, dass Kristalle schon in ihren kleinsten »Elementarzellen« also im Bereich der Atome und Moleküle ( der kleinsten Bausteine der Materie) bestimmte geometrische Formen aufweisen müssen.« [Gienger, S. 43]}

Diese Idee, die sozusagen eine Kraft im Inneren des Kristalls postuliert, die ihn in immer ähnlichen Formen auskristallisieren lässt, war der Beginn zur Er-Kenntnis der Kristall-Struktur. Zwar sind nicht die Atome oder Moleküle in einer bestimmten Form vorhanden, sie sind aber im Kristall in räumlich exakt geometrischen Mustern angeordnet, den so genannten »Kristallgittern«. Erstaunlicherweise gibt es zwar verschiedene Kristallgitter, in denen die Atome und Moleküle sehr »platzsparend« eingelagert sind, doch nehmen die Gitterstrukturen hauptsächlich sieben geometrische Formen an.

• Dreieck, Quadrat, Rechteck, Raute, Parallelogramm, Trapez und Sechseck.

Diese sieben Formen kann man reduzieren auf

• Drei-Ecke, Vier-Ecke und Sechs-Ecke,

da Quadrat, Rechteck, Raute, Paralellogramm und Trapez nichts anderes als Vier-Ecke sind.

Wie vielleicht noch aus der Mathematik bekannt ist, lässt sich jedes Vier-Eck als Summe von Drei-Ecken darstellen, das Gleiche gilt für das Sechs-Eck, somit gibt es nur eine primäre Kristallisationsform, aus der alle anderen entstanden sind.

Die primäre Kristallisations-Form ist das DreieckDreieck.

Diese Struktur des Dreiecks und der sieben Ausgestaltungen wird auch in der ersten Schöpfunggeschichte deutlich, die nach zwei Tagen jeweils einen dritten folgen lässt, der eine doppelte Natur beinhaltet.

Es ist ähnlich wie das Verhältnis von Vater-Mutter-Kind, die zusammen eine Familie bilden, wobei das Kind ein Produkt beider Eltern ist, und demzufolge eine väterlich-mütterliche Doppelnatur aufweist.

Wir können in der ersten Schöpfungsgeschichte eine Struktur von sieben Schritten erkennen, die zwei Dreiecke beinhaltet.

Hinter dieser Aufstellung stehen bildlich zwei kosmische Gesetze,

• das Gesetz der Drei

• das Gesetz der Sieben

Das Gesetz der Drei besagt, dass nichts auf der materiellen Ebene existieren kann, das nicht aus drei Kräften besteht.

Das Gesetz der Sieben besagt, dass der Materialisationsprozess generell in sieben Schritten abläuft.

Doch zurück zu unserem Krist-All, und den Krist-All-Formen.

Auch im Berg-Kristall können wir die primäre Kristallisationsform an der zumeist aus Drei-Ecken gebildeten Spitze deutlich erkennen, doch ist diese Struktur nicht die einzige Struktur, die Silicium-Verbindungen eingehen können.

Ganz im Gegenteil sind die Silikate zu denen auch unser Silicea gehört, sehr viel-seitig.

Die Struktur der Silikate Bearbeiten

Die Silikate sind Ab-Kömmlinge der KieselsäureKieselsäure (HxSiyOz), die wiederum so vielseitig ist, dass sich ihre Struktur nicht in einer einzigen Formel wiedergeben lässt. 

Die kleinste Kieselsäure-Einheit hat die Formel H4Si04. Unter Wasserabspaltung (H2O) können sich nun mehrere dieser Ein-Heiten zu Gruppen, Ketten, Ringen, Schichten und Gerüstformationen verbinden.

So gibt es Inselsilikate, bei denen einzelne Tetraeder wie »Inseln« zwischen Metall-Ionen hängen. Ihre Formel endet mit SiO4. Sie sind sehr kompakt, haben eine große Dichte und fördern die Widerstandskraft. Bekannte Silikate, die in dieser Struktur gefunden werden sind der Peridot, der Topas und die Zirkon-Familie.

Gruppensilikate verbinden sich zu kleinen Gruppen und stärken die Regenerationskraft. Sie bringen Erholung nach Krankheiten und helfen, zurückzufinden zu den ur-sprünglichen Wünschen und Bedürfnissen. Sie sind sehr hilfreich bei einer Neuorientierung.Edelsteine aus dieser Gruppierung sind Epidot und die Zoisit-Familie.

Ringsilikate beinhalten Ringe aus drei bis zwölf zum Kreis geschlossenen Silikat-Tetraedern und bringen entweder eine Säulenstruktur mit starker Leitfähigkeit hervor, oder eine Schwammstruktur, die absorbierend wirkt.

Ringsilikate mit Säulenstruktur lassen sich aus diesem Grunde gut einsetzen wenn Energiebahnen unseres Körpers gestört wurden, was sehr häufig zum Beispiel bei einer Geburt durch Kaiserschnitt geschieht. Hier wurde lange Zeit eine Schnittechnik verwandt, der »Bikinischnitt«, der zwar kosmetisch den Abschluss des Bikinis bildete, daher nicht besonders auffiel, jedoch den Nachteil hatte, die Energiehauptbahnen vom 2. Chakra zum 1. Chakra zu durchtrennen. Hierdurch konnte die Energie weder auf-, noch absteigen, was zur Folge hatte, dass sich energetische Umgehungskreisläufe bilden mussten, die aber die Funktion der ur-sprünglichen Bahnen nicht ersetzen konnten. Bekannte Ringsilikate mit Säulenstruktur liefern die Beryll-Familie mit Aquamarin und Smaragd, und natürlich die Turmalin-Familie.

• Die Ringsilikate mit Schwammstruktur nehmen Energieüberschüsse auf. Sie wirken beruhigend, ernüchternd und lindern Fieber, Hitze und Schmerzen.Heilsteine dieser Struktur sind Chrysokoll und Sugilith.

Kettensilikate regen den Energiefluss an, und gleichzeitig die Geschwindigkeit von Heilprozessen. Sie sorgen für eine ausgeglichene Energieverteilung und wirken aus diesem Grunde auch emotional ausgleichend und harmonisierend. Sie verbessern die Flexibilität und fördern die geistige Ausrichtung auf Ziele und Ideale.Mineralien deren Aufbau hauptsächlich aus Kettensilikaten besteht sind Aktinolith, Jadeit, und Kunzit.

Schichtsilikate, in ihrer flächenhaften Form, schützen und grenzen ab. Die Schichten zeigen einen sehr starken Zusammenhalt Sie lösen sich zwar leicht voneinander, lassen sich aber schwer durchtrennen. Quer zur Schichtung ist ihre Energie- und Leitfähigkeit schlecht (sie dienen in der Technik als Isolatoren), entlang der Schichtung bleibt der Energiefluss unbeeinträchtigt. Mineralien mit diesem Aufbau sind Apophilit, Lepidolith und Serpentin.

Die letzte Gruppe der Silikate, die Gerüstsilikate bilden dreidimensionale Gerüste und wirken als Filter, die bestimmte Dinge aufnehmen und andere reflektieren.

• So wirken vor allem die opaken Gerüstsilikate wie ihre Verwandten aus der Gruppe der Ringsilikate beruhigend, ernüchternd und lindern Fieber, Hitze und Schmerzen. Mineralien dieser Gruppe sind Amazonit, Lapislazuli und Sodalith.

• Die transparenten Gerüstsilikate zeichnen sich aus durch Teil-Absorptionen und Lichtreflexionen, die zur Folge haben, dass unsere Wahrnehmung verändert wird. Unsere »gewohnten Filter« verändern sich, unsere Wertungen werden anders, unser Blick auf die Welt bekommt neue Facetten. Wir sehen die Welt mit neuen Augen. Heilsteine dieser Gruppierung sind die Mineralien Goldorthoklas, Labradorit, Mondstein und Sonnenstein.

Die hier vorgestellte Einteilung, die aus dem Buch von Michael Gienger - Die Steinheilkunde entnommen wurde, zeigt die Besonderheit der Silicea-Struktur sehr deutlich. Ähnlich wie in der Schöpfungsgeschichte, finden wir in jeder dritten Gruppe eine polare Struktur, so gab es bei den Ringsilikaten

• Säulenstrukturen und

• Schwammstrukturen,

bei der 6. Gruppe (2x3), der Gruppe der Gerüstsilikate,

• opake und

• transparente Mineralien

mit unterschiedlichen Funktionen und Aufgaben.

Somit wiederholt sich in der Struktur des Siliciums, das was wir schon über die erste Schöpfungsgeschichte berichtet haben auf erstaunliche Weise.

Wir können nun verstehen wie tief Silicea mit der Schöpfung verbunden ist und warum unsere Ahnen in Silicea das Synonym für Krist-All-isation überhaupt in reinster Form dargestellt fanden, denn das Wort Krist-All wurde nicht nur ein Synonym für Quarz, sondern stand später sogar stellvertretend für die gesamte Materie-Werdung, die sich aus dem »gestaltlosen gasförmigen und flüssigen Zustande zur Gestalt entwickelt.«[Gutman, S. 73]}

Kein Mineral zeigt solch eine Formenvielfalt, so viele Gestalten, wie der Quarz. »Eine Welt von Formen und Farben steigt vor dem Auge auf, wenn man an Amethyst, Zitrin, Topas, Jaspis, Heliotrop, Karneol, Onyx, Agat, Opal denkt. All dies ist Silicea !«[Gutman, S. 73]}

In Silicea als Bergkristall lässt sich der »ständige Kampf zwischen den ins Unendliche strebenden formauflösenden Kräften und den formbegrenzten Kräften«[Gutman, S. 73]} beobachten, in der Vollendung erscheint die Pyramide als krönender Abschluss des Sieges der formbildenden Kraft.

Zusammenfassende Wirkung der Silikate:

• Anregung des Energieflusses (Kettensilikate)

• Aufnahme von Energieüberschüssen (Ringsilikate mit Schwammstruktur)

• Ausgleich von Energiemangelzuständen (Ringsilikate mit Säulenstruktur)

• Ausgleich der Energieverteilung (auch emotional ausgleichend) (Kettensilikate)

• Filterung (Gerüstsilikate)

• Linderung von Hitze, Fieber und Schmerzen (Ringsilikate mit Schwammstruktur)

• Materialisationsprozess, Formwerdung (alle Silikate)

• Neuorientierung (Gruppensilikate)

• Reparation von gestörten Energiebahnen (Ringsilikate mit Säulenstruktur)

• Stärkung der Regenerationskraft (Gruppensilikate)

• Stärkung der Widerstandskraft (Inselsilikate)

• Steigerung der Flexibilität (Kettensilikate)

• Steigerung der Leitfähigkeit (Nerven- und Energiebahnen) (Ringsilikate mit Säulenstruktur)

• Wahrnehmungsveränderung (Gerüstsilikate)

An dieser Stelle noch ein kurzes Zitat von Michael Gienger, zu der Aufgabe der Silikate aus seinem Buch »Steinheilkunde«:

==== Silicium (Si}
Körperlich: ==== Silicium stärkt die Haut mit Haaren und Nägeln und festigt das Bindegewebe und die Knochen, letztere indem es den Calcium-Stoffwechsel anregt. Es untersützt die Immunreaktionen in Blut und Körperflüssigkeiten und fördert die Tätigkeit von Lymphknoten, Milz und Lunge. Besonders hilfreich ist es bei ständiger Erkältungsneigung.

Silicium wirkt anregend auf Zellstoffwechsel und die Zellteilung, fördert dadurch die Wundheilung, verhindert Narbenbildung und beugt allgemein der Alterung vor. Es verbessert die Elastizität der Blutgefäße und wirkt enzündungshemmend. Silicium stärkt die Sinnnesorgane.

Seelisch/Mental:

Silicium macht warmherzig. Es fördert ein inneres Wohlgefühl, das unabhängiger macht von äußeren Annehmlichkeiten. Daher wirkt es auch gegen Ängstlichkeit, Überempfindlichkeit und Erschöpfung. Silicium gibt innere Stabilität, Sicherheit und Entschlossenheit. Es hilft fixe Ideen loszulassen und sich für Inspirationen und neue Anregungen zu öffnen.

Spirituell:

Silicium hilft in allen Situationen geistesgegenwärtig zu sein. Es fördert die Fähigkeit, sich einzufügen in die Gesetzmäßigkeiten des physikalischen und geistigen Universums und im Einklang damit schöpferisch zu wirken.[Gienger, S. 123-124]}

Wir können, hoffe ich, die enge Verbindung von Silicea mit der 1. Schöpfungsgeschichte nachvollziehen, und können in Silicea einen Repräsentanten der Materie-Werdung, der Materialisation im Allgemeinen erkennen, während Thuja, der Lebensbaum, ein Symbol für die Materie-Werdung des Menschen ist, durch seine Symbolik, und auch seine Nähe der Arzneiprüfungen zur Thematik der zweiten Schöpfungsgeschichte.

Doch es gibt noch einen weiteren Aspekt der Sykose, der bisher noch nicht beleuchtet wurde, und sich in einer Geschichte ausdrückt, die Platon niedergeschrieben hat.

Die Erstürmung des Himmels Bearbeiten

Wir hörten bereits in der Mythologie der ersten Schöpfungsgeschichte, dass die Schaffung der Polaritäten für die Bildung der Materie von ungeheurer Bedeutung ist. In der zweiten Schöpfungsgeschichte, der Inkarnationsgeschichte, erfuhren wir, dass der Mensch im Ur-Sprung ein mann-weibliches Doppelwesen war, das Adam genannt wurde, und das erst über einige Kunstgriffe durch Gott gespalten werden konnte, in das, was wir heute männlich und weiblich nennen. 

Nur in diesem Zustand der Doppelnatur war der Mensch vollständig, nach der Trennung begann der Weg in die Viel-Heit, und der Mensch musste nun auf andere Weise Vollständigkeit erlangen, um zur Ein-Heit zurückkehren zu können. Die Gründe, die angegeben werden, warum die menschliche Doppelnatur gespalten werden musste, sind sehr unterschiedlich, so hören wir in Platos Gastmahl eine ganz andere Variante der menschlichen Problematik.

Platon schrieb:

»Zuerst müsst ihr die menschliche Natur erkennen und ihre Leiden. Früher war nämlich unsere Natur nicht dieselbe wie jetzt, sondern andrer Art. Anfangs gab es bei den Menschen drei Geschlechter, nicht wie jetzt zwei, männlich und weiblich, sondern es gab dazu ein drittes, welches diese beiden vereinte. Sein Name ist noch übrig, es selbst verschwunden. Mann-Weiblich, war damals das Eine, Gestalt und Name aus beidem: Männlich und Weiblich zusammengesetzt - jetzt aber ist der Name ins Schimpfliche gewendet.

Damals war die ganze Gestalt jedes Menschen rund, so dass Rücken und Flanken im Kreise standen, er hatte vier Hände und ebenso viele Beine und zwei Gesichter auf kreisrundem Nacken, ganz gleiche. Und zu den zwei gegenübergestellten Gesichtern nur einen Kopf und vier Ohren und zwei Schamteile und alles andre, wie man es sich hiernach vorstellen kann.

Die Zahl und Beschaffenheit dieser drei Geschlechter kam daher, dass das Männliche ursprünglich von der Sonne stammte, das Weibliche von der Erde, das Gemischte vom Mond, weil ja der Mond an beiden teilhat. Rund waren sie selbst und ihr Lauf, weil sie ihren Eltern ähnlich waren. Sie waren nun gewaltig an Kraft und Stärke und waren großen Sinnes, ja, sie legten Hand an die Götter, und was Homer von Ephialtes und Otos sagt, bezieht sich auf jene, dass sie es unternahmen den Himmel zu ersteigen, um die Götter anzugreifen.«[Platon]

Lange überlegten sich die Götter, was sie tun sollten. Auf der einen Seite wollten sie die Menschen nicht vernichten, auf der anderen Seite, konnten sie diesen Affront nicht so einfach hinnehmen. Schlussendlich kam Zeus auf die rettende Idee:

»Ich glaube ein Mittel zu haben, wie die Menschen bestehen und doch von ihrem Übermut ablassen, indem sie schwächer werden. Jetzt durchschneide ich sie nämlich, jeden in zwei Teile, und so wie sie schwächer werden, werden sie uns auch nützlicher sein, weil sie ja an Zahl mehr geworden sind, und sie mögen aufrecht auf zwei Beinen gehen. Wenn sie sich aber weiter erfrechen und nicht Ruhe halten, werde ich sie, sprach er, noch einmal entzweischneiden, so dass sie sich auf einem Bein fortbewegen, wie beim Sackhüpfen. Dies gesagt, zerschnitt er die Menschen in zwei Hälften, wie man Birnen zerschneidet um sie einzumachen, oder wie man Eier mit einem Haar zerschneidet. Und immer, wenn er einen zerschnitten hatte, hieß er den Apollon, ihm das Gesicht und den halben Hals nach der Schnittfläche herumdrehen, damit der Mensch, seine Zerschneidung betrachtend, bescheidener würde, und hieß ihm das Übrige zu verheilen. Jener drehte das Gesicht herum, zog von allen Seiten die Haut über das, was jetzt Bauch heißt, zusammen wie einen geschnürten Geldbeutel und band es zu einer Mündung mitten auf dem Bauch ab, die man jetzt Nabel nennt...

Nachdem nun so die Natur entzweigeschnitten war, ging sehnsüchtig jede Hälfte ihrer anderen Hälfte nach, und indem sie sich mit den Armen umschlangen und sich zusammenflochten, starben sie aus Hunger und gänzlicher Untätigkeit, weil sie nichts getrennt voneinander tun wollten. Und wenn eine der Hälften starb, die andere übrigblieb, so suchte die gebliebene wieder eine andere und verflocht sich mit ihr, ob sie nun die Hälfte eines ganzen Weibes traf - die wir jetzt ein Weib nennen - oder die eines Mannes. Und so gingen sie zugrunde.

Da erbarmte sich Zeus und erfand eine andere Hilfe: er versetzt ihre Schamteile nach vorne...und machte, dass sie ineinander zeugten, das Männliche im Weiblichen...

So lange ist schon die Liebe zueinander den Menschen eingepflanzt, vereinend die ursprüngliche Natur, strebend aus zweien eins zu machen und die Natur zu heilen, die menschliche.«[Platon]

Der Mensch, früher Mann-Weiblich wurde jetzt zu einem Menschen, der in Mann und Frau getrennt auftrat. Auch im Inneren führte diese Spaltung zu einer Trennung der weiblichen und männlichen Seite. Diese innere Trennung machte eine Misbalance zwischen den männlichen und weiblichen Anteilen möglich, und damit auch den Verlust von Harmonie und den Verlust der Kraft. Das Zentrum, die Zentriertheit, das Eins-Seins des Menschen ging verloren.

In dieser Geschichte werden wir mit einer neuen Dimension der Doppelnatur konfrontiert, nämlich mit der Macht.

Wir sehen den Menschen, der sich in seiner Kraft so sehr sonnt, dass er es für möglich hält die Himmel zu erstürmen, und die Götter zu bedrohen.

Auch diese Geschichte taucht mehr als einmal in unserem Mythologienschatz auf, zum Beispiel im Turmbau zu Babel.

»Noahs Nachkommen hatten damals noch eine einzige, allen gemeinsame Sprache, und wanderten langsam von Osten kommend von Land zu Land. Sie erreichten eine Ebene in Schinear und schlugen dort ihre Zelte auf.

Sie sagten zueinander: »Kommt, lasst uns Ziegel brennen; wir wollen uns eine Stadt bauen und einen Turm, der bis zum Himmel reicht. Dann werden wir in aller Welt berühmt. Dieser Bau wird uns zusammenhalten, so dass wir nicht über die ganze Erde zerstreut werden.«[Bibel, 1. Mose, 11]

Sie machten sich sofort an die Arbeit; um die Ziegelschichten miteinander zu verbinden, benutzten sie Erdharz als Mörtel.

Gott beobachtete sie und dachte: »Wohin wird das noch führen? Sie sind ein einziges Volk und sprechen alle dieselbe Sprache. wenn sie diesen Bau vollenden, wird ihnen nichts mehr unmöglich sein. Sie werde alles ausführen, was ihnen in den Sinn kommt. Wir sollten ihre Sprache verwirren, damit keiner mehr den anderen versteht!«

Das tat ersie, und sofort wurden die Arbeiten an dem Turm abgebrochen, und die Bauarbeiter zerstreuten sich in alle Richtungen. Seine Ruinen wurden Babel genannt, weil Gott die Sprachen der Menschen verwirrte und ein einziges Volk in siebzig Völker aufsplitterte.«[Bibel, 1. Mose, 11][hebräische Mythologie, S. 154ff]

Wir sehen die Unterschiede und Ähnlichkeiten in den Geschichten, auf der einen Seite die Trennung in zwei Geschlechter, auf der anderen Seite, die Trennung der Ur-Sprache in die persönliche Sprache jedes einzelnen Menschen, der den Anderen nicht mehr verstehen kann.

Somit kommen mit diesen beiden Geschichten zwei neue Themen in den Komplex der Polaritäts- und Spaltungsgeschichten, das Thema der

• Macht

und das Thema der

• Kommunikationslosigkeit.

in beiden Geschichten erkennen wir jedoch, dass das Thema der Polarisierung, die zu Spaltung führt, weiter fortgeführt wird. Somit können wir anhand dieser Beispiele sehen, wie die Sykose umrankt wird, von Geschichten der Spaltung.

Zusammenfassung: Bearbeiten

An dieser Stelle wollen wir kurz zurückblicken auf den Weg, den wir bereits gegangen sind, um die Sykose zu verstehen. Wir haben einige Mythologien gestreift, einige Erkenntnisse sind an das Ufer unseres Bewusstseins gespült worden, die wir jetzt sammeln wollen, um es für die homöopathische Arbeit verwertbar zu machen.

Wir sahen, dass die erste Schöpfungsgeschichte in der Bibel eine Materialisationsgeschichte ist, dass die Bibel mit dem Buchstaben Beth beginnt, dem Buchstaben, der auch Zwei bedeutet und damit einläutet, worum es in der biblischen Geschichte geht, nämlich um das Leben in der Welt der Polaritäten. Wir sahen, dass an jedem dritten Schöpfungstag zwei Taten geschahen, und wir sahen eine ähnliche Struktur bei der Aufschlüsselung von Silicea.

In der zweiten Schöpfungsgeschichte ging es um den Menschen, und um die Dominanz einer 1-4 Konstellation, die Dunst bedeutet. Wir sahen die Beziehungen zu Adam, zur Erde, und zu den beiden Bäumen des Paradieses.

Was in diesem Zusammenhang noch nicht besprochen wurde, ist, dass in der zweiten Schöpfungsgeschichte auch die Miasmen geboren wurden, denn Miasma heißt nichts anderes als Dunst (1-4). Es handelt sich aber nicht um den Dunst, der den Garten Eden wässert, sondern um einen »giftigen Dunst, der alles verseucht.«

Wir sahen auch in der zweiten Schöpfungsgeschichte die Schaffung der Polaritäten Mann-Frau aus dem ehemals Mann-Weiblichen Wesen Adam. Wir erörterten die Nähe von Thuja zu diesem Prozess. Wir sahen, dass der Mensch durch den Sündenfall verführt wurde in die materielle Ebene einzutauchen, in eine Welt, die »mehr Dornen als Rosen« trägt. So erkannten wir, dass die zweite Schöpfungsgeschichte eine Inkarnationsgeschichte des Menschen ist, der in die materielle Welt gestoßen wurde.

Wir sahen, dass der Materialisationsprozess, durch die Sykose verändert, zu Fehl- und Übermaterialisationen führen kann, wir sahen, dass die gestörte Inkarnation zu Empfindungen der körperlich-seelischen Spaltung führt, und dass Thuja auch für diese Problematik ein Heilmittel sein kann.

• Somit sehen wir in Silicea ein Heilmittel für die gestörte Materialisation, der Krist-All-Bildung, überhaupt, die noch vor der Sykose, der Feigengeschichte liegt,

• in Thuja ein Heilmittel der gestörten Inkarnation des Menschen.

Über die Spaltungs-Mythologien kamen wir zu Platos Geschichte der Doppelwesen, und erfuhren, dass ihre Motive, nicht edel waren, sondern, dass sie versuchten die Himmel zu erstürmen, und die Götter sie aus diesem Grunde teilten. Wir sahen den Menschen, der in der Feigen-Geschichte der Bibel sich noch feige im Gebüsch versteckte nun plötzlich Hand an den Himmel selber legen. Hier erkennen wir das erste Mal das Problem der Macht, erkannten wir zuvor eher das Problem der Ohnmacht. Wir erkannten auch in dieser Geschichte die Wichtigkeit der Sexualität, um diese Trennung zumindest kurzfristig überwinden zu können.

Zu dieser Konstellation passt am ehesten ein Mittel, das wir noch nicht besprochen haben, und dessen Symptomatik ich hier nur kurz einstreuen möchte, nämlich Medorrhinum, die Nosode aus eitrigem Urethralsekret einer unbehandelten akuten Gonorrhoe.

Medorrhinum Bearbeiten

Entwicklungsstillstand bei Kindern. - Angeborene Beschwerden; körperlich und geistig unterentwickelt. - Anomalien in der Entwicklung von grob- und feinmotorischen Fähigkeiten; kantige Bewegungen beim Gehen (ruckartig); Probleme kleine Dinge aufzuheben. - Zwergwuchs. - Verwirrung über seine Identität. - Gefühl, als lebte er in einer Traumwelt; fühlt sich von anderen isoliert. - Geist und Körper fühlen sich taub an, als würden sie dahinschwinden; v.a. beim Liegen im Bett; führt zu Panikattacken. - Warzen; Kondylome; Tumoren; Brustkrebs.        

Angst beim Einschlafen in der Dunkelheit; beim Erwachen, als wäre etwas Schreckliches passiert. - Gfl.  - Jemand ist hinter ihm. - Gefühl des Getrenntseins von anderen Menschen.    

In der Sinnlichkeit gefangen    

Gewissensangst, als habe man ein Verbrechen begangen. - Große Erwartungsangst; ist unruhig; schlaflos; kann nur noch weinend sprechen; erwartet immer das Schlimmste; v.a. wenn ein Termin festgelegt ist. - Wird nervös und aufgeregt, sobald die Zeit festgelegt ist. - Furcht vor einem unheimlichen »Etwas« das ihm auflauert. - Furcht vor von außen einwirkenden unheimlichen Einflüssen im Haus. - Furcht jemand ist hinter ihm. - Ständiges Gefühl etwas falsch zu machen. - Gefühl, als ob sie ein unentschuldbares Verbrechen begangen hätte. - Gfl. er habe eine unverzeihliche Sünde begangen und würde in die Hölle kommen.    

Einfluss, Macht, der man sich schwer entziehen kann. - Übernimmt zu viel Verantwortung, oder lehnt Verantwortung total ab. - Gewalttätigkeit, Grausamkeit. - Diktatorisch. - Egoismus, lässt ihn glauben, er sei stets im Recht; weiß alles besser.      

Verheimlichende Sexualität; Pornos, extreme sexuelle Praktiken. - Sexuelle Gedanken drängen sich auf. - Frühes Masturbieren. - Inzestgedanken. - Sexualisierte und lieblose Atmosphäre im Elternhaus; körperliche Züchtigung mit Lustempfindung. - Frühe sexuelle Kontakte; schwule Kontakte. - Sado-Masochismus. - Sexuelle Ausschweifungen. - Starker Geschlechtstrieb, alles dreht sich um Sex.

Anhand der Symptomatik, die uns die Arzneiprüfung und deren klinische Bestätigung brachte, wird ersichtlich, dass Medorrhinum, ähnlich wie Ficus carica, ein Arzneimittel ist, das Teilbereiche des sykotischen Prozesses umschließt, den wir aus der Mythologie extrahiert haben. Dennoch ist es kein Mittel für den gesamten mythologischen Sykose-Prozess. Vielmehr scheint es, als wäre die Medorrhinum-Problematik, im Vergleich zur Thuja-Problematik sehr viel später entstanden, denn die Erinnerung, an die einstige Spaltung ist nur noch verwaschen vorhanden.

• Angst beim Erwachen, als wäre etwas Schreckliches passiert.

Während Medorrhinum nur noch die Erinnerung an ein schreckliches Ereignis besitzt,

• Gfl. er habe eine unverzeihliche Sünde begangen und würde in die Hölle kommen, und dafür getröstet wird,

• Gfl. jemand berührt ihren Kopf; fühlt eine zarte Hand, die über den Kopf streichelt; von jemandem am Kopf liebkost zu werden,

weiß Thuja noch genau was passiert ist:

• Gfl. geteilt zu sein und er kann nicht sagen, welchen Teil er besitzt beim Erwachen.

Während die Spaltung, die in der sykotischen Phase sehr deutlich wird, von Medorrhinum in den extremen Verhaltensweisen, der Sehnsucht und

• Jemand ist hinter ihm. - Gefühl des Getrenntseins von anderen Menschen.

einer Spaltung, oder Trennung im Außen erlebt wird, ist bei Thuja die Trennung noch eine Selbst-Trennung

• Gfl. Geist und Körper wären getrennt. - Gfl. in zwei Teile geteilt zu sein. - Gfl. der Körper ist zu klein für die Seele oder Körper und Seele wären getrennt.

Bei Medorrhinum bleibt nur die Erinnerung und die

• Verwirrung über seine Identität. - Gefühl, als lebte er in einer Traumwelt; fühlt sich von anderen isoliert. - Geist und Körper fühlen sich taub an, als würden sie dahinschwinden; v.a. beim Liegen im Bett; führt zu Panikattacken.

Die Genauigkeit der Thuja-Informationen bleiben bei Medorrhinum aus, als wäre die Erinerung an die einstmalige Spaltung verloren gegangen, dennoch hat die innere Motivation des Handelns noch ihre Grundlage in dieser verlorengegangenen Geschichte.

• Unendliche Sehnsucht, archaische Trennung. - Suche nach dem Zwilling. - Kann nicht alleine sein, Verschmelzungssehnsucht.

Die Heilung dieser einstmaligen Trennung wird in der Sexualität gesucht, in der eher Verschmelzung angestrebt wird, als reine sexuelle Befriedigung, die natürlich nicht ausreichen kann. Aus dem Grunde wird die Erfahrungsintensität gesteigert, durch Drogen, verschiedene sexuelle Praktiken usw. um einen Verlust der Kontrolle und der eigenen Individualität zu erreichen und eine Verschmelzung mit dem archaischen Doppel, dem archaischen Zwilling wieder herbeizuführen.

Mit der Mythologie des Turmbaus zu Babel, die eine gewisse Ähnlichkeit mit der Erstürmung des Himmels von Plato aufweist, kommt ein neues Element in die Geschichten über die Sykose, nämlich das Element der

• Sprachverwirrung

Die Ursprungssituation der Geschichte des Turmbaus zu Babel, auf die wir noch näher bei der Besprechung der Syphilinie eingehen werden, ist eine ähnliche. Die Menschen bauten einen Turm, der an die Himmel heranreichen sollte. Grund war, so heißt es zumindest in den Überlieferungen, dass der Mensch Ruhm ernten wollte und um nicht in alle Winde verstreut zu werden.

Doch gerade das wurde durch den Turmbau letztendlich erreicht, denn die Auf-Splitterung der einstigen Ur-Sprache in viele Sprachen führte zur Trennung des Menschen vom Menschen, und verstreute ihn in alle Winde. Durch die Sprachverwirrung, wurde auch das, was die Menschen noch irgendwie zusammenhielt, ihre gemeinsame Kommunikation, verhindert, so dass der Mensch, nunmehr vollständig isoliert, sein Da-Sein fristen muss.

Diese letzte Trennung des Menschen vom Menschen, ist die letzte Stufe der sykotischen Entwicklung die im Paradies begann.

Auch hier zeigt sich, dass die Symptomatik die hier kurz angerissen wurde, der Sprachverwirrung und der Trennung des Menschen von seinen Mitmenschen, auch Themen der Arzneimittel Thuja und Medorrhinum sind.

Betrachten wir noch einmal die Spaltungen, die bisher statt-gefunden haben, so war zunächst die

1. Spaltung in Mann und Frau, danach die

2. Spaltung in Himmel und Erde, der dann die

3. Spaltung des Menschen vom Menschen folgte.

So sehen wir in der sykotischen Geschichte eine Fülle von Trennungen und Spaltungen, so dass wir sagen können, dass die Sykose die Spaltung in die Welt brachte.

Der Inkarnationsprozess ist ein Prozess auch der Trennungen. Die Stimme Gottes wird nun nicht mehr als gleichgestellt gehört, sondern kommt nun von oben. Doch zunächst blieb der Kontakt zu dieser Stimme noch vorhanden, bis sich der Zwei-felZweifel des Menschen bemächtigte, eine besondere Form der Spaltung, und dadurch die sykotischen Elemente sich als Krankheit manifestieren konnten. Dieses Geschehen wird in der Geschichte Jakobs, der mit einem Engel ringt, und während des Kampfes sich eine Verletzung der Hüfte zuzieht, ausgedrückt. In der hebräischen Sprache taucht mit dem Hinken Jakobs das erste Mal das Wort Krankheit auf.

Die Krankheit ist nicht allein ein Produkt der Trennungen, der Isolation, der Spaltung, die wir ja auch bei der geheimnisvollen Krankheit Tsora-at kennenlernten, die zur Isolation des Menschen vom Menschen führte, sondern ihr wesentliches Element ist der Zweifel.

• Ohne Zweifel keine Krankheit.

Man könnte sogar so weit gehen, zu behaupten, dass Krankheit eine Manifestation des Zweifels schlechthin ist, und dass die Überwindung des Zweifels, die Rück-Gewinnung des Ur-Vertrauens, auch eine Überwindung der vielen Trennungen, die uns die Sykose beschert hat, mit sich bringt. Der Abnabelungs-Prozess ist notwendig, wenn wir ein eigenständiges Leben führen wollen. Der paradiesische Zustand, das Schwimmen im Mutterleib, muss einmal enden, und wir werden nackt und verletzlich in eine einsame kalte Welt gestoßen, doch dort erwartet uns nicht Un-Heil sondern Heil, denn Gott ist mit in die Welt eingetreten, um uns zu stützen, zu schützen und zu vervollkommnen.

Verlieren wir nicht den Glauben an diese Welt über der Welt, der Kraft des Jen-Seits hinter dem Dies-seits, ist es uns möglich die vielen Trennungen zu überwinden, um ein Kind des Dies-Seits zu werden, das seine Wurzeln im Jen-Seits nicht zu verleugnen braucht, dann sind wir ganz, heil, auch in der Welt die wie ein Spiegel zersplittert wurde, und dennoch die ganze Welt in jeder einzelnen Scherbe zeigt.

Dann können wir verstehen, warum Edward Bach behauptete

• Gesundheit ist das Geburtsrecht des Menschen

und wir können beginnen ein Leben zu leben, für das wir eigentlich gedacht waren,

zum höheren Zwecke unseres Daseins.