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Die Feigwarzenkrankheit Bearbeiten

Die Sykose als Feigwarzenkrankheit hat Beziehung zu einer Gruppe von Viren, nämlich der Gruppe der Papovaviren.

Der Name Papovavirus ist eine Kurzform für die Virusarten Papillomavirus, Polyomavirus und Vacuolating Virus der Affen (Simian-Virus 40 = SV 40). In die Gruppen der Papovaviren gehören die Warzenviren von Mensch und Tier; auch tumorerzeugende Viren scheinen hier vorzukommen.

Das humane Papillomavirus weist ca. 60 Genotypen auf, es ruft die menschlichen Warzen und die im Genitaltrakt auftretenden warzenähnlichen Condylomata acuminatar, die durch Geschlechtsverkehr übertragen werden.

Einige Genotypen des humanen Papillomavirus scheinen bösartiger, denn sie verursachen entzündliche Veränderungen der Schleimhaut des Gebärmutterhalses und wahrscheinlich auch Krebserkrankungen des Plattenepithels eben jenes Gebärmutterhalses. Beim Mann werden sie als mögliche Ur-Sache des Hodenkrebses angesehen.

Im Rahmen der Sykose ist natürlich das humane Papillomavirus für uns von besonderer Bedeutung, da es uns in Tuchfühlung mit der Feigwarze bringt. Auffällig an diesem Virus ist, dass es in so vielen verschiedenen Untergruppen unterteilt werden kann (ähnlich der Völkerzerteilung des Turmbaus zu Babel).

Einige dieser Virusgruppe sind harmlos, verursachen nur kleine unbedeutende Wärzchen, andere dagegen sind militanter, verursachen Krebs, und verschiedene Arten von Wachstumsenthemmungen im Inneren des Organismus. Wir erkennen hier die Fehlsteuerung des Materialisations-Prozesses, bis zur Materialisation eines autarken Materiebündels, das nicht mehr dem Zusammenspiel des Organismus zu-gehört und die Erkrankung produziert, die wir Krebs nennen, und deren eine Seite in der Sykose fußt.

Die Gruppe der Polyomaviren werden in Zusammenhang gebracht mit Erkrankungen wie dem Lymphosarkom und der chronisch myeloischen Leukämie. Auch das JC-Virus, das in diese Gruppe gehört besitzt »böse« Effekte, da es im Organismus eine langsam verlaufende Erkrankung des Zentralnervensystems entwickelt, dessen Charakteristikum eine Zerstörung der Myelinscheiden ist. Diese Erkrankung betrifft ausschließlich Patienten mit einem geschwächten Immunsystem ( z.B. AIDS-Patienten oder Patienten mit langandauernder Chemotherapie; -langandauernder Cortisontherapie usw.) und führt häufig zum Tode.

Die Durchseuchungsrate mit Polyomaviren wird mit 50 - 100 % angegeben. Die Übertragungswege sind noch unklar.

Außer der Zersplitterung der Papova-Gruppe, außer der Untergliederung der Papillomaviren, außer der Tatsache, dass die Papillomaviren »Türme« bauen, ist vielleicht noch die ausgesprochene »Malignität« einiger Viren dieser Gruppe interessant, da sie uns ermöglichen den Weg über die Krebserkrankung zur Syphilinie zu finden.

Klinische Beschreibung der Feigwarzen und anderer sykotischer Auswüchse: Bearbeiten

Es werden im wesentlichen zwei Formen sykotischer Auswüchse unterschieden, 

1. die aufgepfropfte oder implantierte Form, die eine größere Dichte als die Haut besitzt, an die sie durch eine Art Stengel anhaftet. Die meisten der sykotischen Auswüchse gehören zu dieser Gruppe, die unter dem Namen Feigwarzen bekannt wurde.

2. Die hypertrophe Form, die durch Schwellung des zellulären Gewebes einer Hautfalte oder einer Schleimhaut entsteht und leicht ulzeriert, nachdem sie einen übelriechenden, schleimigen Eiter entleert hat.

Die aufgepfropfte Form ist sehr viel häufiger und vielfältiger, als die feuchte Variante.

Zu 1. Als allgemeine Regel, kann man sagen, dass die Erscheinungen auf den Schleimhäuten der Genitalorgane entstehen, zum Beispiel der Vorhaut, der Eichel, hinter dem Eichelkranz, oder auf der Seite des Bändchens, manchmal in der Harnröhrenöffnung, bei Frauen an der Innenseite der großen und kleinen Schamlippen, auf der Klitoris, um die Harnröhrenöffnung herum, an der unteren Kommisur, selbst am Gebärmuttermund. Nicht selten werden sie jedoch auch am Analrand, oder sogar im Rektum gefunden. In einigen Fällen erscheinen sie auf den Brustwarzen stillender Mütter infizierter Kinder, auf dem Damm oder der Außenseite der großen Schamlippen, oder auf der Innenseite der Oberschenkel, in der Leistenregion und auf dem Nabel neugeborener Kinder. Sie können auch auf der Zunge aufbrechen, am Gaumen oder auf den Augenlidern. Allgemein sind sie sehr viel schmaler als die hypertrophe Form, können aber zuhauf an der gleichen Stelle entstehen, und auf diese Weise eine große Masse annehmen. Die Form in der sie erscheinen kann sehr unterschiedlich sein, manche sind geformt wie ein Blumenkohl, manche wie Warzen, manche haben lange Stiele, andere erscheinen in der Form von Himbeeren.Auch die Farbe variiert. Die warzenähnliche Form ist im allgemeinen blasser, als die umgebende Haut, die gestielte Form roter, die blumenkohl- und himbeerartigen haben die größte Blutfülle und sind daher die rotesten.Im allgemeinen sind diese Feigwarzen trocken, bis auf die blumenkohlartigen, die eine große Menge gelber und manchmal blutiger Feuchtigkeit absondern können. Werden sie nicht durch Kälte oder Säuren gereizt, sind diese Erscheinungen im allgemeinen schmerzlos, wobei die blumenkohl- und himbeerartigen Formen am empfindlichsten sind.

Zu 2.: Diese Auswüchse der Sykose, die von der Haut selber aufgeworfen werden, zu denen die feigenförmigen Kondylome und diejenigen Erscheinungen zählen, die wie der Gelenkkopf eines Knochens aussehen, erscheinen am häufigsten in der Analgegend. Substanz von gelblicher Farbe absondern.Die beschriebenen Warzengattungen entstehen sehr oft als direkte Folge oder als Begleitumstand einer venerischen Infektion. Durch den Geschlechtsakt können sie auch weitergegeben werden. Sie können während einer Gonorrhoe auftauchen, oder den Abschluss bilden, sie können aber auch ausbrechen bevor irgendein Anzeichen einer Gonorrhoe zu bemerken ist. Ähnliches gilt für den Schanker. Feigwarzen können während oder nach einer Schanker-Erkrankung auftauchen, selbst noch lange Zeit nachdem der Schanker verschwunden ist. Gerade die zweite Form, die hypertrophen Auswüchse scheinen mit dem Schanker in Beziehung zu stehen, vor allem ihre knorpelartige Härte erinnert an die Härte des Hunterschen Schankers. Tatsache aber ist, dass Feigwarzen sowohl nach der Schankererkrankung, als auch nach einer Gonorrhoe auftauchen können. Wir können daraus schließen, dass diese Form der Auswüchse für beide Formen von Erkrankungen eine Heilungsreaktion ist, was nicht verwundert, wenn wir davon ausgehen,

• dass die Sykose eine Heilungsreaktion für die Syphilinie darstellt,

• und die Auswüchse Ausscheidungsversuche der Sykose.

Diese Tatsache wird von der Beobachtung unterstützt, dass

• wenn Feigwarzen eine venerische Infektion begleiten, sich nie ein Schanker entwickeln kann, sondern nur eine Gonorrhoe.

Prognose: Bearbeiten

Die Prognose der Behandlung der Feigwarzen kann sehr positiv sein, wie die Erfahrung zeigt, jedoch gibt es hartnäckige Fälle, die scheinbar keiner Therapie weichen wollen. Jahr schreibt dazu in seinem Buch »Venereal Diseases«:

».. . es existiert wahrscheinliche keine Form der Syphilis, die schwieriger durch innere Behandlung zu erreichen ist, als diese Auswüchse, die manchmal bleiben, selbst nachdem alle anderen syphilitischen Symptome entfernt wurden, mit all der Hartnäckigkeit indolenter Narben von Schanker-Geschwüren, die lange zuvor ausgeheilt wurden. In solchen Fällen mögen diese übrigbleibenden Feigwarzen nichts anderes sein, als ein Überbleibsel der Disorganisationen, verursacht durch die Wirkung des Syphilis-Erregers, das kein inneres Mittel ausheilen kann, genausowenig, wie Narben alter Wunden durch innere Behandlung weggewischt werden können. Zugegebenermaßen können diese Überbleibsel ausgeheilt werden, und zwar nur, nach der Auslöschung jedes syphilitischen Symptoms, wenn die Feigwarzen kein Zeichen einer krankhaften Aktivität mehr von sich geben.«[Jahr, S. 127]

Die Therapie der Warzenkrankheit: Bearbeiten

Wir können der Gesamtheit des bisher Gesagten entnehmen, dass die Feigwarze keine lokale Erkrankung ist, sondern ein lokales Zeichen einer konstitutionellen Durchseuchung. Aus diesem Grunde kann die Feigwarze durch lokale Behandlung von außen nicht ausgeheilt werden, wenn die innere Erkrankung noch aktiv ist, ohne Schaden im Inneren anzurichten. Deshalb nehmen die meisten Autoren von einer lokalen Behandlung, z.B. mit Thuja-Tinktur Abstand. Ein Versuch mit einer Thuja-Tinktur ist dann sinnvoll, wenn das Miasma vollständig ausgeheilt wurde, und die Warzen-Erkrankung selber kein Zeichen von Aktivität mehr von sich gibt. Dann kann sie ohne Schaden für den Gesamtorganismus durch eine äußere Behandlung entfernt werden.

Thuja: ist das bewährteste antisykotische Mittel, besonders bei weicheren und gestielten Formen. Bei feuchten Warzen empfiehlt es sich zunächst Thuja auszuprobieren und bei nicht befriedigender Wirkung Nitricum acidum folgen zu lassen. Wirkt auch Nit-ac. nicht, so sollte wieder zu Thuja zurückgegangen werden. Für trockene Auswüchse, vor allem für die Blumenkohlform empfehlen sich Thuja oder Staphysagria.

Mercurius jodatus flavus und Mercurius corrosivus: sind bei planen Warzen vorzuziehen. Beide Mittel wirken auf die Syphilinie ein.

Causticum: wirkt bei leicht blutenden Warzen; wenn die Warzen sehr zahlreich und klein sind; wenn die Warzen eine weiche Basis und eine verhornte Oberfläche haben. Es wirkt bei Warzen auf den Armen und Händen, an den Augenlidern und im Gesicht; bei Warzen mit stechenden Schmerzen; bei der gezahnten oder gestielten Form; bei ulzerierenden oder nässenden Warzen; bei der gichtischen Form und wenn eine Neigung zu maligner Degeneration besteht.

Ferrum picrinicum: Ist ein oft bewährtes Mittel, vor allem bei Kindern, zum Beispiel bei Mädchen in den Entwicklungsjahren mit Anämie. Die Warzen sind zahlreich und gestielt.

Castor equi: Hat sich bewährt bei rissigen, wunden und nässenden Warzen; bei Mamillenschrumpfung (M.Paget).

Antimonium crudum: Ist in Erwägung zu ziehen bei harten, flachen, haornartigen Warzen und einer rheumatisch-gichtischen Konstitution.

Nitricum acidum: Hat sich ähnlich wie Cinnabaris bewährt, wenn die Warzen durch eine vorhandenen syphilitischem Anteil kompliziert wurden. Es wirkt bei juckenden, stechenden, prickelnden Warzen. Sie sind groß und gezackt, wuchernd, bluten leicht, und ähneln oft einem Blumenkohl. Auch bei stechenden Dornwarzen ist Nit-ac. von nicht unerheblicher Wirkung.

Staphysagria und Phosphoricum acidum: Sind bei gleichzeitiger Gonorrhoe in Erwägung zu ziehen.

Natrium carbonicum: Warzen mit starker Empfindlichkeit gegen Berührung.

Kalium muriaticum: Warzen an den Händen.

Sabina: Ist zu erwähnen bei Kodylomata, die unerträglich jucken und brennen, oder abnorme Granulationen aufweisen.

Antimonium tartaricum: Dieses Mittel sollte nicht vergessen werden, da es viele Feigwarzen heilte, bei denen Thuja oder Nit-ac. versagten.

Calcium carbonicum: Zahlreiche, kleine, verhornte Warzen, jucken, stechen, entzündet.

Sulfur: Harte, schmerzende, pulsierende Warzen.

Lycopodium: Hat sich bei der gestielten Form bewährt.

Calcium, Lycopodium, Sulfur: Sind hilfreich in Zwischengaben.

In der Erfahrung von Jahr spielt die Lokalisation der Warzen eine sehr untergeordnete Rolle, obwohl einige Autoren sehr großen Wert darauf legen. Form, Trockenheit oder Feuchtigkeit, Beschaffenheit, scheinen sehr viel wichtiger.

Die meisten Kondylome sollten mit diesem Mitteln behandelbar sein, für weitere Hinweise sollten Sie das Repertorium zu Rate ziehen.