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Die Gonorrhoe Bearbeiten

Schulmedizinische Definition Bearbeiten

Die Gonorrhoe ist eine infektiöse bakterielle Erkrankung vorwiegend der Urogenitalschleimhäute durch Neisseria gonorrhoeae (Gonokokkus). Die Gonorrhoe befällt bei Mann und Frau sowohl die Harnorgane als auch die Geschlechtsorgane. Die Erkrankung des Geschlechtsapparates ist erheblich gefährlicher, da es hierbei durch entzündungsbedingte Verklebung und Vernarbung von Nebenhoden bzw. Tuben zur Sterilität kommen kann.

Die Gonorrhoe in der Medizingeschichte Bearbeiten

Die Geschichte dieser Krankheit ist sehr alt. Schon Hippokrates schrieb darüber, später dann Plinius, Juvenal, Celsus, Galen und andere. Was sie aber alle nicht bedachten, war, dass diese Krankheit zu tiefen konstitutionellen Veränderungen führen konnte. Dieses Bewusstsein dämmerte erst langsam aus dem Traum der Menschen. Zu lange war die \go auch nicht als von der Syphilis getrennt erlebt worden, und auch die banalen nicht spezifischen Infektionen des Genitalbereiches, die mit einem Schleimfluss, der Blenorrhoe, vergesellschaftet waren, wurden unter Gonorrhoe subsummiert, die also eine Zusammenballung unterschiedlicher Krankheiten schien, die erst nach und nach differenziert wurden, bis sie ihre heutige Form bekam.


5.2.1 Der Erreger


Dass es sich bei den Erkrankungen Syphilis und \go um zwei verschiedene Erkrankungen handelt, wurde offiziell mit zwei wichtigen Namen der Dermatologie verknüpft. In Frankreich war es Alfred Fournier (1832 - 1915), in Deutschland Albert Neisser (1855 - 1916). Fournier war Schüler des berühmten Ricord, dessen Tochter er auch heiratete und dessen Privatpraxis er schließlich übernahm. Er hat vor allem der Erforschung der Geschlechtskrankheiten seine Arbeitskraft gewidmet. Die Nationalbibliothek in Paris führte 1913, zwei jahre nach Fourniers Tod, nicht weniger als 92 Publikationen von ihm alleine in Frankreich auf, wobei die Veröffentlichungen in ausländischen Fachzeitschriften noch nicht einmal mitgerechnet waren.[#Baeumler, S. 125]


Fournier hatte sich mit Syphilis und \go beschäftigt und erklärte 1866, es handele sich bei der \go um eine Krankheit, die sich von einer »gewöhnlichen« Harnröhrenentzündung unterscheide. Sie werde vielmehr von einem spezifischen Krankheitskeim hervorgerufen. Das war eine um so bedeutendere Feststellung, als der von ihm postulierte Erreger noch lange nicht gefunden war. Das gesach erst über ein Jahrzehnt später im Jahre 1879.


Im Jahre 1879, nämlich, entdeckte Albert Neisser den heute unter Neisseria gonorrhoeaeNeisseria gonorrhoeae bekannten Erreger. alber Neisser war Sohn des Geheimen Santitätsrates moritz Neisser und damals gerade 24 Jahre alt. Neisser begann 1872 sein Medizinstudium an der Universität Breslau, wo er bis zum Studienabschluss und zur Approbation 1877 blieb. Dass er sich dann der Dermatologie zuwandte, erklärte Neisser später selbst einmal als Zufall. Er hatte sich zunächst einmal um eine Assistentenstelle bei einem Internisten beworben. Der hielt ihn aber für zu jung. Es bot sich aber eine Arbeitsplatz an der damals neuen dermatologischen Klinik des Allerheiligen-Hospitals in Breslau unter Professor Oscar Simon, einem der berühmtesten Dermatologen seiner Zeit. 


Noch gegen Ende der zwei Jahre, die Neisser an dieser Klinik als Assistent verbrachte, glückte es ihm die Gonokokken zu entdecken, die den Tripper hervorrufen. In seiner grundlegenden Arbeit »Über eine der \go eigentümliche Micrococcusform« im »Centralblatt für die medizinischen Wissenschaften« des Jahres 1879 schildert Neisser den Anblick, der sich ihm unter dem Mikroskop bot: 


»...; fast immer sieht man zwei Micrococcen dicht aneinander gelagert, so dich, dass sie dem Beschauer den eindruck eines Organismus hervorrufen, der einer 8 ähnlich, semmel- oder biscuitförmig ist.«[#Baeumler, S. 126]


Wie so viele Entdeckungen in der Bakteriologie begegnete auch Neissers zunächst beträchtlichen Zweifel. Nicht einmal Oscar Simon war davon überzeugt, dass seinem Schüler der große Wurf gelungen war. Es fehlte vor allem die »wissenschaftliche Gegenprobe«. Ließ sich durch die neu aufgefundenen Gonokokken die \go experimentell übertragen?


Dass dies möglich war, bewies 1 Jahr später Arpad Bokai. Die üblichen Versuchstiere, nämlich Hunde, Kaninchen und Meerschweinchen, waren gegenüber den Erregern unempfindlich. Deshalb übertrug Bokai die \go- Gonokokken auf sechs Männer -- die meisten von ihnen Studenten --, die sich für dieses Experiment freiwillig zur Verfügung gestellt hatten. Prompt entwickelte sich bei allen sechs ein Tripper.[#Baeumler, S. 126]


Bakteriologisch betrachtet gehören die Gonokokken zur Gruppe der Neisseriaceae, unter denen lediglich Meningokokkus, Gonokokkus und Bramhamella catarrhalis gram-negativ sind. Die Erreger liegen paarweise zusammen, was ihnen den Namen Doppelkokken (DiplokokkenDiplokokken) gegeben hat. Sie liegen nicht nur außerhalb, sondern auch innerhalb von Körperzellen vor, mit besonderer Bevorzugung von Granulozyten (Eiterzellen), in denen sie sich zu kleinen Kolonien zusammenfinden. 


Granulozyten gehören zu den Körperzellen, die mit Abwehraufgaben betraut sind. Durch diese Form der Kolonialisierung unterwandern die Gonokokken das Abwehrsystem unseres Körpers, das generell nur unzureichend funktioniert, wenn es um die Abwehr gerade dieser Gonokokken geht, wie wir noch sehen werden. 


Allen, der bereits Kenntnisse von der Entdeckung der Gonokokken hatte, jedoch nichts über die neuere Antibiotika-Therapie wusste, die in Kürze eine Heilung verspricht, schrieb dazu:


»Bei dieser Krankheit ist das Thema des Gonokokkus sehr sorgfältig berücksichtigt worden. Ärzte sowohl unseres Landes als auch in Europa wetteiferten in ihren Bemühungen, den Bazillus zu finden, nicht nur in den gonorrhoischen Ausflüssen, sondern in allen krankhaften Absonderungen. Sie haben ihre Nachforschungen sogar auf die gichtischen Gelenke ausgedehnt, und es gelang ihnen, den Gonokokkus dort zu finden. Neisser aus Breslau machte im Jahre 1879 die Entdeckung und beglückte seine Nachfolger mit der Tatsache, dass er die Ursache der \go gefunden hatte.


Aber wir wissen, dass die wahre Ursache der \go in diesem winzigen Organismus nicht gefunden wurde, denn jede Krankheitsgruppe und besonders diese spezifischen Krankheiten werden von ihren eigenen, der besonderen Art eigentümlichen Mikro-Organismen begleitet, genauso wie sie von ihren eigenen, besonderen Erscheinungsbildern und ihrer Symptomatologie begleitet werden. Die Gonokokken sind nicht die Ursache, sondern die Folge, und es ist nicht nötig, dass ein einziger Gonokokkus in dem Tropfen sykotischen Eiters anwesend ist, um den Ansteckungsstoff von einem zum anderen zu befördern.« [#Allen, Bd. I, S. 324]


Die Infektion mit einer \go geschieht fast ausschließlich über den Geschlechtsverkehr, eine Inkubationszeit von 2-4 Tagen wird als normal betrachtet, wobei Schmierinfektionen über feuchte Waschtücher vorkommen können, jedoch selten sind. Kranke Erwachsene können jedoch im gleichen Bett schlafende Kinder infizieren. Eine Übertragung auf Versuchstiere ist bisher nicht gelungen. 


\begin{itemize}


\item[$\blacktriangleright$] Dass die \go nicht so ohne weiteres auf Tiere übertragen werden kann, ist ein Hinweis darauf, dass es sich um eine Erkrankung der Menschheit und des Mensch-seins handelt, mit ihren spezifischen Besonderheiten, nicht aber des Tierreiches. 


\end{itemize}


Die \go wird von den Ärzten im allgemeinen als eine »spezifische HarnröhrenentzündungHarnröhrenentzündung ! spezifische« bezeichnet, im Gegensatz zu einer »gewöhnlichen HarnröhrenentzündungHarnröhrenentzündung ! gewöhnliche«. Dies ist ein Entzündungszustand, der der spezifischen gleicht, aber kein Sekundärstadium nach sich zieht. Es gibt viele andere Wege, die einfache Form zu bekommen, z.B.durch eine Verletzung, durch andere Erkrankungen im Organismus, durch Fluor oder scharfe Scheidenabsonderungen.


Der gonorrhoische Prozess kann außer der Harnröhre jede andere Schleimhautoberfläche befallen. 


Nach der Infektion bevorzugen die Gonokokken die ZylinderepithelienZylinderepithelien der weiblichen und männlichen Harnröhre, des Gebärmutterhalses, des Enddarmes und der Bindehäute der Augen. Die Vagina der reifen Frau, die von Plattenepithelien überzogen wird, wird von den Erregern verschont, während das höhere Epithel der Vagina von kleinen Mädchen erkranken kann.


\begin{itemize}


\item[$\blacktriangleright$] Auch an dieser Stelle ist die Beziehung der \go zur Sykose deutlich. Es findet wesentlich ein Befall der Zylinderepithelien statt, es sind nicht die flachen Epithelien, die Plattenepithelien, die angegriffen werden sondern die Zellen, die »hoch hinaus« wollen. Die turmartigen Zellen. 


\end{itemize}


Die Schleimhaut des Gebärmutterkörpers bleibt lange Zeit verschont, im Unterschied zum Gebärmutterhals. Während der Menstruation jedoch wandern die Gonokokken höher bis zu den Eileitern, wo sie ebenso wie in den Eierstöcken selber heimisch werden können. Sie überziehen rasenartig die Schleimhäute, dringen in die KryptenKrypten (kryptos = verborgen), in Drüsengänge und zwischen die Epithelzellen in das Gewebe unterhalb der Schleimhaut ein. Hier bilden sich Leukozyten, die den Großteil der Erreger wieder an die Oberfläche befördern wollen, aber sie bringen die vollständige Eliminierung häufig nicht zustande. 


\begin{itemize}


\item[$\blacktriangleright$] Ganz im Gegenteil lieben die Gonokokken es sich in den Granulozyten zu kolonialisieren. 


\end{itemize}


Gesund gebliebene EpithelzellenEpithelzellen sind in ihrer Abwehrtätigkeit effektiver. Zu Beginn produzieren sie flache Epithelzellen, später dann kubische und erst wenn die Infektion endgültig beseitigt worden ist, noch höhere Epithelzellen. Unterhalb der Epithelzellen können jedoch NesterNester mit großer Hartnäckigkeit erhalten blieben, die Ausgangspunkte von Rezidiven oder Ansteckungen der Partner werden können. 


In dieser Beschreibung sehen wir deutlich, wie die Gonorrhoe eindringt. Ging die Krätze noch unter die Haut, geht die \go viel tiefer. Sie siedelt sich in den verborgenen Bereichen an, in der Tiefe, und bringt sogar das Kunststück fertig, die Hüter der Abwehr, die Granulozyten selber zu besiedeln. Ein Teil des Immunsystems ist damit außer Gefecht gesetzt, und so besinnen sich die Zellstrukturen ihrer eigenen Kraft. Vor allem die »flachen« Zellen, sind in der Lage die \go zu vertreiben, denn sie wissen ganz genau, dass die \go gerade die Zellen schwächen kann, die »zu hoch hinaus wollen«. 


5.3 Die \go in der Sprache


Synonym für das Wort \goGonorrhoe werden auch BlenorrhoeBlenorrhoe und TripperTripper verwendet. 


5.3.1 \go


Die wesentlichen Bestandteile dieses Wortes sind die Silbe Gon, der Bindevokal O, und die Silbe Rrhoe. 


Die Silbe GonGon lässt sich zurückführen auf die Kernsilbe G-N, die wir in Worten wie Genus, Genie, Genetik, Gonaden, aber auch in dem Wort Knie (Gnie) angedeutet finden. 


Die meisten dieser Worte haben mit dem GeschlechtGeschlecht zu tun, mit der menschlichen Rasse, oder mit dem Fortpflanzungssystem. Hieran können wir ersehen wie tief die Sykose in uns greift, als Menschheit, als Mensch, aber auch unser Erbgut die Gene beeinflusst, doch auch das rechte Knie wird durch die Gonorrhoe bevorzugt affiziert. (rechts = männliche Seite; Knie = Schlüsselstelle zwischen »vernünftigem inwohnendem Geist« »materiellem Gefährt«).


Stellvertretend für den Genus der G-n-e möcht ich das Wort GonadeGonade herausgreifen, das nicht nur in sprachlicher sondern auch in enger körperlicher Beziehung zur Gonorrhoe und der Sykose steht. Das Wort Gonade, ist ein Kunstwort, geschöpft aus dem griechischen Wort GoneGone = Geschlecht und dem Wort AdenAden = Drüse. 


Gone steht dem lateinischen Wort GenusGenus sehr nahe, was wie die griechische Entsprechung, Art, Gattung, Geschlecht bedeutet. Beide Wortschöpfungen entstammen der indogermanischen Wort-Wurzel GenGen, die gebären, erzeugen bedeutet. Auch der GeniusGenius gehört in diese Wort-Gruppierung der ebenso zum lateinischen gignere (genere) schöpfen, erzeugen gehört, wie Genus. Genius bedeutet eigentlich Erzeuger, stand aber bei den Römern für die Schutzgottheit des Mannes, die bei seiner Erzeugung und Geburt wirkte und ihn durchs Leben und über den Tod hinaus begleitete. Später enstand auch das Wort GenieGenie aus diesen Zusammenhängen. 


Die Gonade nun setzt sich zusammen aus diesem Schöpferischen, aus den Gon, und aus der Drüse Aden, die in AdonisAdonis zu voller Schönheit sich ausprägte. Ein gesundes Hormonsystem schafft einen gesunden Körper. Diese Gonade nun, ent-vokalisiert, schreibt sich als G-N-D, aus dessen Kern auch unser Wort GnadeGnade entsprang. 


Im Hebräischen gibt es eine ähnliche Beziehung zwischen dem Wort für Gebärmutter »rechemrechem«, dem weiblichen Tempel der Schöpfung, und dem Wort »rachemrachem«, Erbarmen. 


\begin{itemize}


\item[$\blacktriangleright$] Unsere Fähigkeit physisch zu schöpfen, ist die Gnade, das Erbarmen Gottes. Und genau hier, an dieser Stelle des göttlichen Erbarmens, stört und zer-stört die Sykose. 


\end{itemize}


Wir sprachen davon, dass die Psora die Entzweiung von Mensch und Gott herbeiführte, und wir sehen jetzt erneut, dass die Sykose als \go getarnt, die Entzweiung zwischen die Menschen bringt. Sie greift die menschliche Rasse in ihrem Genus an, dringt in unsere Gonaden ein, und nicht nur das, sondern sie beeinflusst sogar unsere Genetik und beraubt uns der göttlichen Gnade. Es ist wichtig die Miasmen in diesen Bereichen zu erkennen, wie sie sich heineinbohren, in die Tiefe unseres Da-Seins, uns nicht verschonen, sogar im ungeborenen Zustande bereits beginnen unsere Körper zu beeinflussen, zu Deformierungen, Verkrüppelungen führen, die unter dem Einfluss der reinen Psora noch nicht möglich waren. Hier mit der \go, wird unser Erbmaterial direkt angegriffen und hier beginnt eine weiterer Abstieg der menschlichen Organismen in die Krankheit. 


\begin{itemize}


\item[$\vartriangleright$] Brachte die Sykose die Spaltung vom Menschsein in unser Leben, so versucht die \go zu heilen. 


\end{itemize}


Sie bildet Absonderungen, Flüsse, die wir im zweiten Teil des Wortes \go finden. Durch dieses FließenFließen können Grenzen überschritten werden, und es werden ja auch die Grenzen zwischen den Menschen überschritten, in aller Ehrlichkeit, können sich Menschen unter dem gleichen Tripper vereint finden. 


\begin{itemize}


\item[$\blacktriangleright$] Die \go ist keine Krankheit an sich, genausowenig wie die Feigwarzenkrankheit, sie sind Heilungsversuche der Sykose. 


\end{itemize}


Die \go ist also eine Art Geschlechts-Fluss, ein Begriff der in früheren Zeiten für viele Formen der Absonderung aus den Geschlechtsteilen verwendet wurde, bis er sich erst nach und nach auf seine Bedeutung für die durch Gonokokken übertragene Erkrankung festlegte. 


5.3.2 Blenorrhoe


Ähnlich aufgebaut wie das Wort \goe, ist dieses Wort, das in sprachlicher Übersetzung etwa Schleim-FlussSchleimfluss heißen könnte. (BlennaBlenna ist griechisch und bedeutet Schleim)


5.3.3 Tripper


In unserem Sprachgebrauch tritt die \go oft als TripperTripper in Erscheinung. Der Name Tripper kommt von trippentrippen, was soviel wie tropfen oder tröpfeln bedeutet. Auch das Wort triefen ist mit trippen verwandt. Wir finden in seiner Kernstruktur das Wort trip. 


Ein TripTrip ist demnach eine Art Tropfen. Wir finden diesen Tropfen im Guten-Morgen-Gruß des Trippers, dem »bon-jour-Tropfen«, der so charakteristisch für die Ansteckung mit der \go ist. 


Ein Trip ist im Angel-Sächsischen aber auch eine kurze Reise, ein Tröpfchen sozusagen, nicht weit, mal eben um die Ecke. Die \go ist die Erkrankung der kleinen Reisen, nach nebenan. Es ist die Erkrankung der Reise zur »schönen Nachbarin«, die als Erinnerung einen Weh(r)mutstropfen behält. 


Sie erinnern sich an die Geschichte Platos, als die Doppelwesen in ihre beiden Hälften geteilt wurden ?


Nun, die Sehnsucht nach unserer anderen Hälfte ist in der Sykose schier übermächtig. Und auch wenn wir bereits einen Partner gefunden zu haben glauben, treibt sie uns fort, noch unwissend, ob dieser Partner unsere vollständige Ergänzung sein wird, oder nicht. Immer treibt uns diese Sehnsucht, im Sehnen und Suchen versuchen wir Verbindungen aufzubauen, doch bleibt dies nicht ohne Folge. 


Flugzeuge der Sex-Touristen nach Bangkok werden lakonischerweise »Tripper-Clipper« genannt und zeigen auf extreme Weise die sexuellen Verzerrungen der Sykose. Hier werden sogar Flug(ch)-zeuge für die Trips benutzt, um die sehnsuchtsvoll Suchenden fern der Heimat, in exotischen Gefilden ihr Glück finden zu lassen, das oft nicht nur mit den Tränen der gekauften »gefallenen« Mädchen bezahlt wird, sondern auch mit der Gonorrho\"e-Träne, dem morgendlichen »Bon-Jour-Tropfen«.


Der Tripper ist die Erkrankung der Reisenden, der sehnsuchtsvoll Suchenden, Elemente, die wir auch bei der Tuberkulinie finden können, der Vermittlerkrankheit zwischen Sykose und Psora.


In vielen Fällen kann der Tripper sich schlafen legen, das heißt er verursacht bei der Person, die ihn trägt, keine Symptome mehr. Zumeist gilt dies für Frauen, die damit oft zu unbemerkten Überträgerinnen werden, aber auch bei Männern. Oft ist die morgendliche Gonorrhoe-Träne, die sich aus der Harnröhre absondert das einzige Zeichen einer stattgehabten Infektion. 


Auch das Englische fällt hier wieder ein, denn »to dropdrop« bedeutet dort fallen-lassen. Auch das spiegelt das Leben der Sykose. »Don`t carry it, drop it« (Trag es nicht mit dir herum, lass es fallen). 


Die Sykose sucht zwar nach der Einheit, benutzt sie jedoch allzu häufig als Rechtfertigung für die Verantwortungslosigkeit des »Sich-nicht-fest-legen-wollens«. Es ist die Krankheit der jugendlichen Sucher, die noch nicht die Reife des wahren Verantwortungsgefühles empfunden haben, für die Schmetterlinge, denen der Honig der nächsten Blüte noch kostbarer erscheint, als der Honig, den sie gerade kosten. Koste es was es wolle.


5.3.4 Die Entwicklung des Begriffes \go


In früheren Schriften wurde der Tripper noch nicht als eigenständige Erkrankung gesehen, man begann aber, gerade durch Homöopathen, drei verschiedene Formen des Trippers unterschieden. Es gab zunächst einmal 


1. die \goe, die keine konstitutionellen Spuren hinterlässt, 


2. die \goe, die mit der Ausbildung der Feigwarze in Zusammenhang gebracht wurde, und 


3. die \goe, die den Schanker als Ur-Sache aufwies. 


Nach und nach trennten sich die drei verschiedenen Formen der \go auf, in banale Infektionen, die zwar mit einem Ausfluss einhergingen, jedoch keine konstitutionellen Spuren hinterließen, in die \goe, die wir auch heute noch als \go bezeichnen, und in die Syphilis, deren primäre Manifestation der Schanker ist. 


Die banalen Infektionen sind nicht Ur-Sache einer chronischen Erkrankung, sie haben einen definierten Beginn, einen definierten Höhepunkt und ein definiertes Ende, aus diesem Grunde kann man sie nicht zu den chronischen Krankheiten zählen. Anders aber ist es bei \go und Syphilis, die beide in der Lagen sind sekundäre und tertiäre Stufen einzunehmen, die weit über die primäre Infektion hinausgehen. 


Oft wird jedoch auch durch eine banale Infektion eine bereits im Organismus vorhandene Sykose aktiviert, weshalb dann der Verlauf beginnt einer chronischen sykotischen Erkrankung zu ähneln, auch wenn es sich nicht um eine Infektion mit Gonokokken handelt. Aus diesem Grunde ist es angeraten, auch akute Infektionen nicht sehr lange im Organismus verweilen zu lassen, da sie leicht zur Erweckung miasmatischer Strukturen führen können. 


\begin{itemize}


\item[$\vartriangleright$] Denken wir daran, dass auch die akuten Erkrankungen erst möglich geworden sind, durch die Tatsache, dass die Tsora-at (\tsoraat) in unser Leben getreten ist, daher sollten auch akute Erkrankungen nach miasmatischen Spuren durchsucht werden, und gemäß miasmatischer Prinzipien behandelt werden. 


\end{itemize}


Nur unter Berücksichtigung dieser Tatsache scheint es in der Homöopathie zu echten Heilungen zu kommen, das Gros der Therapien scheint dagegen eher palliativ zu wirken, denn die Erfahrung zeigt, dass ohne Berücksichtigung miasmatischer Prinzipien, die chronische Krankheit sich wieder erheben kann. 


Die chronischen Miasmen Sykose und Syphilinie sollten immer im ersten beziehungsweise sekundären Stadium geheilt werden, weil sie ansonsten, häufig durch Unterdrückungen begünstigt eine solch tiefe Verbindung mit der Lebenskraft und mit den andern miasmatischen Zuständen der Tsora-at (\tsoraat) eingehen können, dass sie sich auf einer neuen miasmatische Tiefe derart fixieren, dass sie kaum zu heilen sind. 


5.4 Die Diagnose der \go


In heutiger Zeit, unter Kenntnis der Erreger, ist die Diagnose der \go in der Schulmedizin ausnahmslos über das Auffinden der Gonokokken bestimmt. Dennoch ist die Diagnose einer \go sicher zu stellen nicht so einfach, wie es zunächst den Anschein hat, da es Erreger gibt, die von ihrem Erscheinungsbild her den Gonokokken sehr ähnlich sind. Es sind dies die PseudogonokokkenPseudogonokokken, sogenannte Mimea-Arten. Es handelt sich hierbei um gramnegative unbewegliche verschiedengestaltige kokkoide Stäbchen, die morphologisch und in ihrem Gramverhalten leicht mit Neisseria gonorrhoae verwechselt werden können. Aus diesem Grunde hat die Kultur gegenüber dem mikroskopischen Nachweise Vorteile, und so sollte, wenn immer möglich eine GonokokkenkulturGonokokkenkultur angelegt werden. 


Die Schwierigkeiten liegen jedoch darin, dass die Gonokokken in den Kulturbedingungen sehr anspruchsvoll sind. Sie sind nur in einer feuchten Kammer, bei 35-37°C, einem pH-Wert von 7,2 und CO2-Anreicherung züchtbar. Eiweißreiche Nährböden mit speziellen Hemmzusätzen sind notwendig. Wegen der Empfindlichkeit der Erreger muss das Material sofort auf die Kulturplatte überimpft werden. Spezielle Gonokokkentransportmedien werden von Speziallabors angeboten.


Ist es gelungen eine Kulturplatte zu beimpfen, so erscheinen nach einer Kulturzeit von 2-3 Tagen Gonokokkenkulturen wie feine transparente Tautropfen in durchfallendem Licht auf den Kulturmedien. Um sie von den »Pseudogonokokken« zu unterscheiden dienen die Methoden der biochemischen Keimdifferenzierung wie OxydasereaktionenOxydasereaktionen und ZuckervergärungZuckervergärung auf Spezialnährböden. 


Die Diagnostik der \go durchläuft in der Regel drei Schritte:


1. Klinische Untersuchung


2. Materialentnahme


3. Nachweis des Gonokokkus


Beim Mann wird das Material zunächst aus der Harnröhre entnommen, wobei die paraurethralen Gänge mit berücksichtigt sein sollten. Die sicherste Untersuchung erfolgt vor dem ersten Wasserlassen, da sonst die Gefahr besteht, dass die Erreger durch den Urin herausgespült wurden. Auch aus der Prostata lässt sich Material durch Massage gewinnen, wobei dies bei hochakuter Prostatitis bedenklich ist, da es durch die Massage zu Durchbrüchen und Weiterschleppung der Erkrankung kommen kann. Auch Schleimfäden im Urin, das Ejakulat und das Rektum können in die Untersuchung einbezogen werden. 


Bei Frauen wird das Material hauptsächlich durch Abstriche aus der Harnröhre, vom Gebärmuttermund und vom Rektum gesichert. Vaginalabstriche sind wertlos. Auch die Krypten und Ausführungsgänge sind zur Materialgewinnung sehr wichtig. 


5.5 Die \go des Mannes


5.5.1 Allgemeiner Überblick


Aus anatomischen Gründen erkranken beim Mann zunächst die Harnorgane, erst später die Geschlechtsorgane. Daher ist die frühzeitige Diagnostik beim Mann sehr wichtig, da eine spätere SterilitätSterilität auf diese Weise verhindert werden kann. 


Zu Beginn der \go leidet der Patient mehr oder weniger unter KälteschauernKälteschauer. Die Temperatur ist etwas erhöht und es besteht Appetitlosigkeit. Sehr auffällig ist, dass der Patient relativ früh depressiv und überängstlichueberängstlich in Bezug auf seine Krankheit wird. Diese Form der Ängstlichkeit kann zu Schlafstörungen führen. Oft bilden sich dunkle Ringe unter den Augen aus, und die so typische GelbfärbungGelbfärbung der Sykose zeigt sich im Gesicht. 


Körperliche Reaktionen zeigen sich oft erst nach 4-7 Tagen (maximal zwei bis drei Wochen). Zunächst wird ein Kribbeln oder Kitzeln in der UrethraUrethra!Kribbeln empfunden, das nicht einmal unangenehm ist. Das sexuelle VerlangenVerlangen, sexuelles!gesteigert kann, bedingt durch diese Reizung, gesteigert sein, es kann aber auch zum vollständigen Verlust des sexuellen VerlangensVerlangen, sexuelles!Verlust kommen. Eine kurze Zeit später verschwindet das Kribbeln, und macht einer kaum wahrnehmbaren Absonderung Platz, der die mehr oder weniger leicht gerötete oder geschwollene Harnröhrenmündung verschließt. Die Absonderung hinterlässt leichte Spuren in der Wäsche. Ein Tag vor dieser Veränderung der Symptomatik verspürt der Patient eine Art Unwohlsein mit einem Leere- oder SchwächegefühlLeeregefühl in der Prä-Kordial-Region. Dies verführt oft zu einem Gebrauch von StimulantienStimulantien.


Schon in dieser Phase kann es zu einer Spaltung des HarnstrahlesSpaltung!Harnstrahles, des kommen, die wahrscheinlich durch den teilweisen Verschluss der Harnröhrenmündung bedingt wird. Die Entzündung steigert sich und wird begleitet von einem ständigen Verlangen Wasser zu lassen. Der HarndrangHarndrang steigert sich im Verhältnis zur Heftigkeit der Harnröhrenentzündung. Das Wasserlassen ist schmerzhaft. Auch lässt schon eine Schwellung der LeistenlymphknotenLeistenlymphknoten ! Schwellung den tiefen Prozess erahnen. 


Von nun an breitet sich die Entzündung immer mehr aus und wird immer intensiver, die Eichel schwillt an und bekommt eine dunkle oder gelblich-rote Farbe, die Absonderungen steigern sich in der Quantität, manchmal bis zu einem unangenehmen Grad, werden gelblich oder grünlich und erinnern an dünnen Eiter, der gelbe Spuren in der Wäsche hinterlässt und immer von einer grauen scharf umschriebenen Grenze umgeben ist. Auch die Vorhaut kann in diese Schwellung mit einbezogen weden, und zu einer PhimosePhimose oder Paraphimose führen. 


Das Verlangen Urin zu lassen steigert sich, wird sehr problematisch und ist begleitet von heftigen, schmerzhaften ErektionenErektionen ! schmerzhafte, die manchmal, während des Schlafes so schmerzhaft werden, dass sie dem Patienten den Schlaf rauben. 


Ohne Behandlung steigert sich dieser Prozess, bis er etwa in der dritten Woche seinen Gipfel erreicht, wonach dann die Beschwerden abnehmen. Der Penis ist geschwollen, die Harnröhrenmündung gerötet. Die Absonderung verliert ihre gelbe Farbe um weiß zu werden, von dickerer, zäherer Konsistenz bis sie schlussendlich versiegt, aber noch lange Zeit sich durch einen gelegentlichen EitertropfenEitertropfen in Erinnerung bringt.


Die \go kann bei verschiedenen Patienten sehr unterschiedlich verlaufen. Man beobachtet also nicht nur den klassischen, sondern auch einen nahezu komplikationslosen Verlauf bis zur heftigsten Agonie mit Begleiterscheinungen. Bei einem Patienten kann die Krankheit leicht erkannt werden, während der Patient in einem anderen Falle vielleicht unsicher ist, ob er einen Befall durch \go hatte. 


Außer den schlimmsten Symptomen, die wir bereits genannt haben, kann der Patient unfreiwillige PollutionenPollutionen ! unfreiwillige haben, gonorrhoischen RheumatismusRheumatismus ! gonorrhoischer, gonorrhoische AugenentzündungAugenentzündung ! gonorrhoische oder - Bindehautentzündung oder sogar eine Entzündung des GehirnsEntzündung!Gehirn oder des HerzensEntzündung!Herz, die dann tödlich endet. 


Wir sollten immer daran denken, dass die leichteste und einfachste Entzündung außerordentlich schwer werden kann, wenn sie sich auf die tieferen Gebiete der Harnröhre ausbreitet, was viele Komplikationen erzeugen kann. Auch kann sich bei anderen, die von dem Gonokokkus angesteckt werden, ein sehr bösartiger Fall entwickeln. Das Gonokokkus greift zwei Menschen nicht in gleicher Weise an. Es hängt alles von der konstitutionellen Empfänglichkeit und der Empfindlichkeit des Patienten ab. 


Gelegentlich gehen fibröse FädenFäden ! fibröse und viele kleine reiskornartige KörperchenKörperchen ! reiskornartige vom Anfang bis zum Ende der Krankheit mit dem Urin ab. In schweren Fällen werden sie in großen Mengen gefunden. Solange sie noch anwesend sind, ist die Krankheit noch ansteckend, und es ist äusserst gefährlich Geschlechtsverkehr zu haben. Zu viele Ärzte erlauben diesen angesteckten Patienten zu früh, die Behandlung zu beenden, häufig noch bevor der Ausfluss völlig verschwunden ist. 


Die Wiederherstellung der Gesundheit geht gewöhnlich schnell, wenn die nötige Ruhe, Diät und richtige Umgebung berücksichtigt werden und das homöopathische Mittel sorgfältig ausgewählt und in den höchsten Potenzen gegeben wird. Die höchsten Potenzen, so empfiehlt uns Allen, werden mit den besten Ergebnissen verabreicht, und nach ihnen bleibt selten irgendeine Spur der Krankheit zurück. Wenn das richtige Mittel bei den frühen Symptomen oder im frühen Stadium der Krankheit verordnet wird, müsste eine Heilung in sechs bis acht Wochen erfolgen. In vernachlässigten und unhomöopathisch behandelten Fällen wird man jedoch fünf Monate ansetzen müssen. 


• Wenn die Patienten mit dem homöopathischen Mittel in den höheren Potenzen geheilt sind, werden und können sie die Krankheit nicht weitergeben. Dies kann von keinem anderen medizinischen System, einschließlich der Antibiotikatherapie, behauptet werden.


Wiederholte Schübe oder erneute Infektionen sind oft schwerer als einmalige Erkrankung. Es erfolgt dann leicht der Übergang in die subakute Form, und die Patienten fallen von einer Nachkrankheit in die andere, manchmal mit tödlichem Ausgang. Gonorrhoischer RheumatismusRheumatismus!gonorrhoischer, gichtischeGicht Zustände des Herzens, des Magens und der Leber können den Tod herbeiführen. Man tut gut, sich daran zu erinnern, dass die sykotische \go niemals eine örtliche Krankheit ist.


• Eine spezifische Erkrankung wie die \go mit Nachkrankheiten und schweren Komplikationen im Verlauf kann niemals eine nur örtliche Krankheit sein. 


Allen schreibt:


»Die sykotische Form der \go wird niemals ohne ärztliche Hilfe geheilt. Keines der chronischen Miasmen ist eine selbständige (idiopathische) Krankheit, und die Sykose ist eines der Miasmen. Alle abortiven Methoden der Heilung sind schlecht, unwissenschaftlich, unterdrückend und unfachmännisch. Selbst eine der besten Autoritäten der allopathischen Lehre sagt, daß abortive Methoden unverantwortlich sind. "Die Schwere der Krankheit wird oft durch den Gebrauch abortiver Maßnahmen noch gesteigert," schreibt ein Autor. Wir sollten nicht leichtfertig die Verantwortung auf uns nehmen, eine so ernste Krankheit ohne Sorgfalt und sichere Beurteilung zu behandeln. Es ist von großer Wichtigkeit, diese Patienten früh darüber aufzuklären, daß die \go eine ernsthafte Krankheit ist und dass, wenn sie nicht wissenschaftlich behandelt wird, die Folgen nicht nur für ihr eigenes Leben gefährlich sind, sondern für das Leben anderer, und daß sie das Leben und die Zukunft anderer verderben kann. Durch die abortiven Methoden sind viele Fälle erheblich früher vom akuten in einen chronischen Zustand übergegangen, als dies beim natürlichen Verlauf der Krankheit eingetreten wäre. Bei anderen kommt es durch die abortiven, unterdrückenden Maßnahmen zu einem erneuten Schub in Form irgendeiner sekundären Entzündung, wie z.B. einer Hodenentzündung bei Männern oder einer Art von Tubenkatarrh bei Frauen. Bei wieder anderen zeigt sich durch die Unterdrückung keine sekundäre Entzündung, sondern die Krankheit geht in einen chronischen tertiären Prozess über, in welchem der Arzt die Krankheit Sykose völlig aus den Augen verliert, weil er keine Verbindung zwischen den beiden Prozessen sieht. Ich bin meiner Sache ziemlich sicher, daß volle achtzig Prozent der Ärzte diesen Fehler begehen. Dies ist die große Gefahr der Anwendung örtlicher Maßnahmen bei der Heilung schwerer akuter Krankheiten, dies gilt besonders für die Serotherapie. Ich habe beobachtet, daß sich in vielen Fällen von Gonorrhoe nervöse oder hysterische Symptome entwickeln, die durch Sorgen oder durch Kräfteverlust verursacht werden; durch Sorgen besonders bei denen, die ständig arbeiten müssen, um ihren Unterhalt zu verdienen, und die wenig oder keine Ruhe bekommen. Es gibt Fälle, die leicht entmutigt werden und von einem Arzt zum anderen wechseln, so dass der Fall, weil nicht richtig behandelt, immer schlechter wird. Die Prognose dieser Krankheit kann als gut bezeichnet werden, wenn alles Übrige sichergestellt ist, nämlich die Regelung der Diät, die sexuelle Hygiene und die Weiterführung der Behandlung, bis alle Symptome der Krankheit aus dem System ausgerottet worden sind.«[#Allen, Bd. I, S. 333-334]


5.5.2 Akute gonorrhoische Entzündung des vorderen Teils der Harnröhre


Die gonorrhoische Entzündung beginnt meistens im vorderen Teil der Harnröhre und wandert in etwa achtzig Prozent der Fälle nach oben bis die ganze Länge einbezogen ist (Urethritis gonorrhoica anterior acutaUrethritis gonorrhoica anterior acuta). 


Zunächst erkrankt die hinter der Harnröhrenöffnung gelegene Fossa navicularisFossa navicularis, eine kahnförmige Erweiterung der männlichen Harnröhre. Da sie mit Plattenepithel ausgekleidet ist, leistet sie der Infekion einen großen Widerstand. Nach Überwindung der Fossa navicularis erreichen die Erreger dann, das ihnen zu Gute kommende Zylinderepithel der Pars pendula urethrae. Mit dem Zylinderepithel in Kontakt gekommen breiten sich die Erreger rapide rasenartig aus, was zu einer akuten eitrigen Entzündung führt, die nach 2-3 tägiger Inkubation zu Prickeln und Hitzegefühl beim Urinieren führt. Die Harnröhrenmündung verklebt und schon jetzt lassen sich Gonokokken außerhalb der Zellen nachweisen. 24 h später entleert sich aus der Harnröhre dicker, rahmiger, gelber oder grünlich-gelber Eiter. 


Zu diesem Zeitpunkt leidet der Patient oft stark unter schmerzhaftem Urinieren und schmerzhaften Erektionen. Die tieferen Gewebe der Harnröhre werden jetzt einbezogen, und der Entzündungsprozess steigert sich, bis aus dem Kanal eine große Menge dicken, sahnigen und manchmal blutig gefärbten Eiters strömt. Gonokokken sind jetzt auch innerhalb der Zellen nachzuweisen. Die Harnröhre, die normalerweise die Stärke eines Bleistifts hat, ist jetzt fast gänzlich mit entzündlichen Absonderungen verstopft. Wir können uns daher eine Vorstellung von den Beschwerden des Patienten besonders beim Urinieren machen, was jetzt eine akut schmerzhafte sogar bis zur Agonie führende Angelegenheit ist.


Der Urin fließt heiß und verursacht ein Gefühl des Verbrühens; die Absonderung geschieht mit großer Schwierigkeit, was sich durch die Schärfe des Urins noch verstärkt, die im zweiten Stadium sehr auffallend wird. Der Schmerz wird manchmal sogar zu einem bis zur Abschnürung führenden Krampf, da die Schwellung und Verengung des Kanals zunimmt. In diesen Fällen muss gelegentlich ein Katheter benutzt werden, doch sollten wenn möglich jegliche Instrumente in alIen Stadien der Krankheit vermieden werden, selbst beim typischen postgonorrhoischen Schleimausfluss. Sie sind in der Regel immer nachteilig und verursachen am Ende eine Verstärkung des Leidens und eine Tendenz zur Bildung von Narbengewebe in der Harnröhre. Infolge des Verschlusses im Kanal wird der Harnstrahl jetzt dünn oder wird in seinem Lauf abgebogen und gespalten. 


\begin{itemize}


\item[$\blacktriangleright$] Wird der Urin in 2 Trichtergläsern entleert, so ist die erste Portion milchig getrübt (Ausspülung des Urethra-Eiters), die zweite Protion aber klar (Zweigläserprobe).


\end{itemize}


Meist hält diese Phase 2-3 Wochen an, dann folgt das Stadium des Abklingens über die 4.-6. Woche. Der Ausfluss nimmt mengenmäßig ab, und wird dünnflüssiger und trübe. 


Die Schwere des Leidens ist bei den verschiedenen Veranlagungen und den unterschiedlichen Konstitutionen sehr variabel. Es besteht jedoch immer etwas Schmerz, etwas Brennen oder eine Beschwerde beim Urinieren mit einer Art von Ausfluss entweder schleimiger oder schleimig-eitriger Art. Die Ausflussmenge oder Eitermenge ist nachts vermehrt oder zumindest wird sie dann stärker bemerkt, da das häufige Urinieren während des Tages den Eiter heraustreibt und er dadurch nicht so auffällig ist wie nachts. 


Oft besteht eine starke Blutüberfüllung im Corpus cavernosum und Corpus spongiosum, was auf einen Krampf der Längsfasern zurückzuführen ist. Der Penis ist bei einer Erektion gebogen, eine Erscheinung, die als ChordaChorda bezeichnet wird. 


Manchmal ist die abgesonderte Eiter- oder Schleimmenge sehr gering. Das geschieht oft dann, wenn die Entzündung besonders stark ist. (Gonorrhoea siccaGonorrhoea sicca). In diesen Fällen sind die Schmerzen sehr akut. Die Leistendrüsen und das Skrotum sind geschwollen und Ophthalmie, Schwellung der Gelenke und hohes Fieber können sich einstellen. 


Eine sogenannte »trockene \goGonorrhoe!trockene« kann als idiopathische, primäre Form existieren, ohne Zeichen einer heftigen Entzündung, oder ohne Entzündung überhaupt. Es gibt überhaupt keine, oder nur wenige Absonderungen einer serösen Flüssigkeit. Bei dieser Form klagt der Patient einige Tage nach der Infektion über einen mehr oder weniger scharfen Schmerz an einer tiefsitzenden Stelle der Harnröhre, von der eine sehr geringe Menge infektiösen Materials ausgeschieden wird. Die Menge reicht nicht einmal aus, um an der Harnröhrenöffnung einen Tropfen zu formen und ist dennoch in der Lage die \go durch Geschlechtsverkehr weiterzugeben. Auch hier können Schmerzen, Dysurie und Erektionen einen hohen Grad an Heftigkeit erreichen und die Eichel, sowie die Harnröhrenöffnung sind geschwollen. 


5.5.3 Chronische gonorrhoische Entzündung des vorderen Teils der Harnröhre 


Gelingt es nicht die Erkrankung in ihrem akuten Zustand auszuheilen, so schließt sich an das akute Stadium das chronische an. 


In der 6.-7. Woche wird der Ausfluss schleimig. Jetzt können wir von einer Blenorrhoe im wörtlichen Sinne sprechen. Tagsüber erscheint der Patient symptomfrei, nur morgens stellt sich der berüchtigte gonokokkenhaltige »Bon-Jour-TropfenBon-Jour-Tropfen« ein. Der entleerte Morgenurin ist klar, enthält aber feine, weißliche Fäden, den so genannten »FilamentesFilamentes« (filum, lateinisch = Faden) . Die Filamentes sind Ausgüsse der Urethralfalten oder herausgespülte Membranen. Sie bestehen aus Schleim, Epithelien, einigen Leukozyten und eventuell Erregern. Selten hört der Ausfluss völlig auf. 


Als Komplikation kann es zur Mitinfektion der Littre´-Drüsen (Schleimdrüsen der Harnröhre) und der Morgagnischen Lakunen kommen. Die Harnröhre bekommt dann eine samtene Beschaffenheit. Auch Entzündungen entlang der Harnröhre kommen vor, die unter Umständen kirschkerngroß werden können und den Verlauf der Harnhröhre einengen. Abszesse, Entzündungen des Corpus cavernosus, eine gonorrhoische Lymphangitis und Cowperitis kommen vor. 


5.5.4 Paragonorrhoische Erkrankung des Vorhautraumes


Der abfließende Eiter, der unter Umständen sehr scharf sein kann, kann die Glans Penis (Eichel), verätzen. Es kommt dann zu einer gesteigerten Eiter-Absonderung aus dem Vorhautraum, die Vorhaut schwillt entzündlich an, und zeigt das Bild einer entzündlichen BalanitisBalanitis!entzündliche (Entzündung der Eichel u/o. der Vorhaut), der so genannten BegleitbalanitisBegleitbalanitis. Diese Entzündung kann sich steigern zur entzündlichen PhimosePhimose!entzündliche (Vorhautverengung) bis zur ParaphimoseParaphimose (spanischer Kragen). Das Eintreten von Viren wird erleichtert, so dass sich die bekannten Condylomata acuminataCondyloma acuminata (Feig-Warzen) ausbilden können. 


5.5.5 Akute gonorrhoische Entzündung des hinteren Teils der Harnröhre


Beeinträchtigt die akute \go auch den hinteren Teil der Harnröhre, so ist der Weg zu den inneren Geschlechtsorganen geöffnet, denn hier in den hinteren Teil der Harnröhre, münden die Ausführungsgänge unserer Geschlechtsdrüsen. 


Begünstigt wird das Übergreifen auf den hinteren Teil der Urethra, durch Verletzung der weiter unten angegebenen begleitenden Maßnahmen.


• Bettruhe


• Alkoholverzicht


• Diät


• Beischlafverzicht


\begin{itemize}


\item[$\blacktriangleright$] Dennoch sind die Epithelien der hinteren Harnröhre für die Gonokokken weniger empfänglich, als die vorderen Epithelien. Das Übergangsepithel der Harnblase wird sogar ganz verschont. Der Eiter, der sich in der hinteren Harnröhre bildet, fließt zur Harnblase, so dass die Zweigläserprobe in beiden Anteilen positiv wird. 


\end{itemize}


Die Symptomatik des Übergreifens auf den hinteren Teil der Harnröhre zeigt oft einen quälenden Harndrang am Ende des Wasserlassens, was auch dazu führt, dass der Patient glaubt, alle 5-10 min. Wasser lassen zu müssen. Ebenfalls charakteristisch ist der Blutabgang am Ende des Wasserlassens (terminale Hämaturie). Die Temperatur steigt gegen abend auf 38° Celsius an, und die Verschlimmerung der Beschwerden in den Nachtstunden mit Schlafverlust, wegen des häufigen Harndrangs, führt zur allgemeinen Beeinträchtigung. Eiweiß im Urin ist nicht unbedingt ein Zeichen der Nierenmitbeteiligung, sondern ein Entzündungsphänomen. 


5.5.6 Metastasierung der \go des Mannes


Metastatische Veränderungen können auftreten, während der Ausfluss noch vorhanden ist, viel häufiger jedoch beoachten wir, dass sie eine Folge einer plötzlichen Unterdrückung der Absonderung ist. Die wichtigsten metastatischen Erscheinungen sind: Orchitis, Prostatitis, ophthalmische \go und Gelenkrheumatismus.


5.5.7 Akute gonorrhoische Prostataentzündung


Bei der gonorrhoischen ProstatitisProstatitis!gonorrhoische (Entzündung der Vorsteherdrüse), greift die Infektion der hinteren Harnröhre auf die Ausführungsgänge der Vorsteherdrüse über. Eine Entzündung, die nach Eintrocknung des Sekretes entsteht, kann unter Umständen erst Monate oder Jahre nach der akuten Entzündung auftreten, so dass es schwierig sein kann sie auf die ursprüngliche \go zurückzuführen, vor allem, wenn diese »erfolgreich« mit Antibiotika behandelt zu sein scheint. 


Ist die Entzündung eine Folge der aufsteigenden Infektion verspürt der Patient ein Gewicht und Hitze vor der Analregion, begleitet von einem unwiderstehlichen Harndrang, Tenesmus der Harnblase und intensiven Schmerzen im Bereich des Harnblasen-Halses, die sich steigern, sobald der Patient versucht zu urinieren, oder Stuhl abzusetzen, oft bestehen dabei Schmerzen im Darmbereich. Die Ejakulation ist schmerzhaft oder es zeigen sich Bluteinsprenksel. 


Zu Beginn ist die Drüse nicht vergrößert, wird es aber im Laufe der Zeit durch den Sekretstau, der durch Verklebung der Ausführungsgänge hervorgerufen wird. Es kann wegen der drüsigen Struktur der Prostata dann zu Pseudoabszessen kommen, die sich wieder zurückbilden können, oder aber zu anderen Strukturen durchbrechen, wie zur Harnröhre. Wird das umgebende Prostatagewebe mit einbezogen, verlässt die Erkrankung das sykotische Miasma, es kommt zu Zerstörungen und massiven Beschwerden. 


Je nach Vergrößerung der Prostata wird das Wasserlassen immer schwieriger. Fieber stellt sich ein. Erreicht die Entzündung den höchsten Stand, ist es schwierig Eiterungen und Pseudoabszess-Bildungen zu verhindern, eine sehr störende und schwierig zu behandelnde Komplikation. 


5.5.8 Chronische gonorrhoische Prostataentzündung


Hält die akute Prostatitis längere Zeit an, so wird sie chronisch. Die Schwellung nimmt ab und mit ihr auch die subjektiven Beschwerden. Spontanheilungen wurden beobachtet. Die in Knie-Ellenbogen-Lage palpierte Drüse ist vergrößert, höckrig und einseitig geschwollen. Zum Nachweis von Gonokokken kann sie sanft massiert werden. 


5.5.9 Gonorrhoische Entzündung der Samenbläschen


Das geschichtete Zylinderepithel der Samenbläschen, die einen erheblichen Anteil des Ejakulats liefern, ist für Gonokokken empfänglicher als die Prostata. Ihr Befall vermindert die Befruchtungsfähigkeit. Glücklicherweise erfolgt der Befall zumeist einseitig. Die Symptomatik zeigt einen gesteigerten Harndrang, evtl. Harnverhalt, gehäufte Ejakulationen, Kloßgefühle im Enddarm, Tenesmen, in Rücken und Oberschenkel ausstrahlende Schmerzen, blutige Samenergüsse. Häufig ist die Vesiculitis gonorrhoica superficialisVesiculitis gonorrhoica superficialis, die zum Erkrankungsbeginn auftauchen kann und nur einen Befall der Epithelzellen zeigt. Blutige Samenergüsse und Gonokokkennachweis sind die einzige Beweismöglichkeit. Bei der Vesiculitis gonorrhoica profundaVesiculitis gonorrhoica profunda, werden auch tiefere Schichten in den Erkrankungsprozess mit einbezogen, es kann hierbei zu Pseudoabszessbildung kommen, und zum Übergreifen auf angrenzende Gewebe. 


5.5.10 Gonorrhoische Entzündung des Samenstranges und des Nebenhodens


Wandern die Gonokokken in den Samenleiter (Funiculus spermaticus), so bildet sich dort eine Entzündung, die FunikulitisFunikulitis. Ist der Samenleiter erst einmal befallen, gelangen die Gonokokken auch rasch in den Nebenhoden, und verursachen dort eine Entzündung (EpididymitisEpididymitis). Oft entsteht die Entzündung der Nebenhoden, ohne spürbare Entzündung des Samenstranges. Hat die Erkrankung den Nebenhoden erreicht sind verschiedene Erkrankungstiefen beobachtbar. Sie kann sich zum Beispiel auf die Epithelien der feinen Nebenhodenkanälchen beschränken, aber auch das Zwischengewebe erreichen und kleinere oder größere Abszesse produzieren. Oft tritt die Nebenhodenentzündung schlagartig mit hohem Fieber (39°-40°C), Schüttelfrost und Abgeschlagenheit auf. Der akute entzündliche Zustand entwickelt sich in Stunden, die Schwellung des Nebenhodens im Verlauf von 1-2 Tagen. Eine Absonderung in die Tunica vaginalis testis (Seröse Hülle des Hodens und Nebenhodens) vermehrt die Schwellung. In schweren Fällen kann es zur Konglomerattumorbildung kommen in die der Nebenhoden, der Tunicaerguss und ein Ödem der Skrotalhaut eingeschlossen sind, die etwa die Größe einer Faust erreichen kann. Der Hoden selbst bleibt hierbei verschont. Je höher das Fieber steigt, desto geringer ist der Ausfluss aus der Urethra, sinkt das Fieber, kehrt auch der Ausfluss zurück. Innerhalb einer Woche bilden sich meist die stürmischen Erscheinungen zurück, es bleibt jedoch fast immer ein derbes Restinfiltrat zurück. Die bedenklichste Folge der Nebenhodenentzündung ist die dauerhafte Undurchgängigkeit der Nebenhodenkanälchen durch entzündliche Verklebung. Bei einseitiger Erkrankung ist dann die Spermienzahl vermindert, bei doppelseitiger gar nicht vorhanden (AzoospermieAzoospermie) und damit eine Befruchtungsfähigkeit ausgeschlossen. 


5.5.11 Gonorrhoische Hodenentzündung


Diese Form der Metastasierung ist häufiger als jede andere und der linke Hoden ist häufiger betroffen als der rechte. Sehr selten betrifft die Entzündung beide Hoden zur gleichen Zeit. Beim gleichen Patienten kann eine Wanderung von einem Hoden zum anderen beobachtet werden. Eine Metastasierung dieser Art kann durch jedes Ereignis, das in der Lage ist eine plötzliche Unterdrückung der Absonderung hervorzurufen, bevor sie all die verschiedenen Entzündungsstadien durchlaufen hat, oder das eine heftige Reizung des Hodens bedingt, verursacht werden. Dies können sein 


• Antibiotikatherapie, 


• kalte Bäder, 


• kaltes feuchtes Wetter, 


• heftige körperliche Anstrengung, 


• Geschlechtsverkehr, 


• tanzen, 


• lange Wanderungen, 


• langes Stehen, 


• jede Art von Druck auf den Hoden und den Samenstrang, 


• und eine große Anzahl ähnlicher Umstände. 


Allgemein lässt sich beobachten, dass eine gonorrhoische Entzündung des Hodens eher dann auftaucht, wenn das Entzündungsstadium der Gonorrhoe bereits im Rückgang begriffen ist, als im Beginn. Das erste wahrnehmbare Zeichen eine gonorrhoischen Orchitis ist eine leichte Schwellung des Nebenhodens mit dem Gefühl eines dumpfen Druckes. Danach breitet sich die Entzündung auf den ganzen Hoden aus, der manchmal bis zur acht-fachen Größe anschwillt. Die Schmerzen sind qualvoll. Selbst der Samenstrang ist manchmal in die Schwellung einbezogen und die Härte und schmerzhafte Empfindlichkeit breitet sich über die Leistengegend aus. 


5.5.12 Chronischer Harnröhrentripper; Nachtripper


Obwohl der NachtripperNachtripper eine Erscheinung ist, der normalerweise eine geringe Beachtung zuteil wird, hat sie dennoch für die Nachsorge einer Tripper-Erkrankung eine nicht zu unterschätzende Bedeutung. Oft ist es gerade diese unterschwellig schwelende Entzündung , die zu Strikturen oder kallösen Kontraktionen der Harnröhre führt. Im allgemeinen ist dieser Nachtripper schmerzlos und zeigt sich im wesentlichen nur durch den »Bon-Jour-Tropfen«, dennoch sollte auch dieser Erscheinung zum Verschwinden gebracht werden, ohne sie zu unterdrücken. 


5.5.13 Strikturen und kallöse Ablagerungen


Durch die Tendenz der Sykose Ablagerungen an verschiedenen Orten des Organismus zu deponieren, kann es auch zu entsprechenden Ablagerungen im Penis kommen, die nur schwer resorbierbar sind. Oft entstehen sie an den chronisch entzündeten Stellen des Nachtrippers, an denen es auch zu Strikturen kommen kann, den überschießenden Narbenbildungen, die ebenfalls die sykotische Tendenz zur Über-Reparation zeigen. 


5.6 Die \go der Frau


Homöopathen bekommen selten ein akutes Stadium der \go in Behandlung, in heutigen Zeiten, in denen forensisch eine bestimmte »Behandlungspflicht« besteht, um so weniger. Häufig sind die Patientinnen bereits im chronischen Stadium ihres Leidens angekommen, das Leiden ist mehr oder minder unterdrückt, was bereits erheblichen Schäden im Inneren des Organismus angerichtet hat. In einigen Unterleibsorganen können sekundäre Entzündungen entstehen, bei denen sich die Beschwerden der Patientinnen von Tag zu Tag steigern und die häufig beunruhigende Symptome aufweisen. 


Dennoch ist es gerade für die Homöopathen wichtig den gesamten Verlauf einer \go zu kennen, um die miasmatisch wichtigen Mittel zu finden, und dem erbarmungslos fortschreitenden chronischen Prozess Einhalt zu gebieten. Malt man sich die Konsequenzen aus, die sich aus einer unsachgemäßen Therapie der sykotischen \go ergeben, ähneln die Visionen einer Apokalypse, die Allen bereits vor etlichen Jahren beschrieb:


»Bei Frauen ist die \go natürlich wegen der direkten Verbindung mit den Unterleibsorganen von ernsterer Natur, denn sie wird bei jeder Menstruation zu neuer Aktivität angefacht. Außerdem wird sie sehr verstärkt, wenn sie schwanger werden, wobei eine Fehlgeburt so leicht eintritt. Sie neigen während der ganzen Zeit zu Fehlgeburten, auf die eine allgemeine Infektion und ein allgemeines Eindringen der Krankheit in den Unterleib folgt. Wenn die Krankheit in chronischer oder latenter Form zugezogen wurde, kann die Frau keinen festen Zeitpunkt angeben: häufig hat sie nie etwas von der Ursache ihres Krankseins gemerkt. Oft sehen wir Frauen, die sich die Krankheit von ihren Ehemännern im latenten Stadium zugezogen und unsagbares Elend durch sie erlitten haben und die schließlich innerhalb von ein paar Jahren an einer Komplikation der Krankheit sterben. Es ist bestimmt die Pflicht jeden Mannes, der die \go gehabt hat, sich einer Heirat zu enthalten bis er von einem Arzt, der alle Phasen der Krankheit kennt und ihm klugen Rat geben kann, die Erlaubnis erhält.


Die bevorzugten Orte der \go bei Frauen sind Harnröhre, Scheide, Bartholinische Drüsen, Gebärmutter, Eileiter, Eierstöcke und Bauchhöhle. Sie bewirkt in noch höherem Maße SterilitätSterilität als die Syphilis. Nicht selten folgt die Sterilität der ersten Geburt, aber bei einer milden Form der Krankheit kann die Sterilität erst nach dem zweiten Kind folgen. 


Um die Symptome der \go in Kürze zusammenzufassen: zuerst gibt es eine Inkubationszeit von drei his fünf Tagen Dauer, in welcher, wenn dies überhaupt möglich ist, nur wenige Symptome erkannt werden können. Diese wird von einem Prodromalstadium von ungefähr drei Tagen gefolgt, in welchem die ersten Anzeichen der Krankheit erscheinen. Die Krankheit erreicht ihren Höhepunkt während der zweiten oder dritten Woche. Das akute Stadium beginnt, sich am Ende der zweiten oder Anfang der dritten Woche zu verändern. Bei sorgfältiger homöopathischer Behandlung beginnen die Symptome in einem leichten Fall am Ende der dritten Woche zu verschwinden, und am Ende der fünften Woche müsste sogar ein schwerer Fall von \go deutliche Zeichen einer Besserung aufweisen. Eine gänzliche und vollständige Heilung müsste innerhalb von sechs bis acht Wochen erzielt werden.


Aber wenn Fälle zu uns kommen, die keine konstitutionelle Behandlung bekommen haben, sondern nichts als örtliche Maßnahmen, können wir glücklich sein, wenn wir sie innerhalb von drei bis fünf Monaten heilen. In chronischen, vernachlässigten oder schlecht behandelten Fällen kann es ein Jahr oder sogar Jahre dauern, eine vollständige und ganze Heilung zu erzielen; dies gilt besonders für chronische Fälle, bei denen die Unterleibsorgane von Frauen betroffen sind. Bei Beginn der Heilung wird der Ausfluss weniger reichlich, weniger grünlichAusfluss!grünlich oder eitrigAusfluss!eitrig und wird dünner und wässriger. Möglicherweise zeigt sich ein gräulicher SchleimSchleim!grauer, der die Wäsche gelb färbtGelbfärbung und den Kanal verklebtVerklebung, ebenso wie zu Beginn des Befalles. Wenn man jedoch zulässt, dass sich das akute oder das sekundäre Stadium acht bis zehn Wochen hinzieht, wird der Fall wahrscheinlich langsam und schwer zu heilen sein.


Rückfälle treten auf, wenn der Patientin ein Übermaß an Essen gestattet wird oder Anregungsmittel genossen werden; sogar durch Überarbeitung oder durch Erkältung können Rückfälle hervorgerufen werden.


Eins aber wissen wir sicher, dass auf die allopathische oder unhomöopathische Behandlung der Gonorrhoe eine Vielzahl chronischer Krankheiten folgt, wie z.B.: GichtGicht, gichtischer RheumatismusRheumatismus!gichtischer, MuskelrheumatismusRheumatismus!Muskelrheumatismus oder arthritischer RheumatismusRheumatismus!arthritischer, die alle entweder in subakuter oder chronischer Form auftreten. Aus diesen gichtischen Zuständen des Systems oder jeder Art von Rheumatismus entwickeln sich leicht krankhafte Veränderungen des Herzens wie Endo-Endokarditis oder PerikarditisPerikarditis mit tödlichem Ausgang. Dies ist die Geschichte der heutigen unhomöopathischen Behandlung der \goe, war ihre Geschichte seit tausend Jahren und wird sie durch alle Zeiten bleiben, bis die dicken Schuppen von den Augen dieser Krankheitserzeuger fallen werden.


Keine Worte können die endlosen Krankheitsprozesse beschreiben, die sich durch die unterdrückenden Maßnahmen entwickeln. Die vielfaltigen Leiden der Menschheit, die allein der Entwicklung der gichtischen und rheumatischen Prozesse folgen, sind mit menschlichen Worten nicht auszumalen, nicht zu sprechen von denen, welche die verschiedenen Organe wie Magen, Leber, Därme, Nieren, Blase, Gehirn, Nase, Hals und Lungen einbeziehen. Von der moralischen Degeneration, der Geisteskrankheit und der ganzen Abfolge geistiger und sittlicher Abartigkeiten und Perversionen, die auf der Erde ausbrechen und sich wie eine der großen morgenländischen Plagen vervielfältigen, können wir nur in einem speziellen Werk berichten. Mit der Zeit aber muss dies alles schreckliche Folgen für die menschliche Rasse haben.«[#Allen, Bd. I, S. 335-342]


Nichts scheint so schwierig zu sein, wie eine vollständige und korrekte symptomatologische Beschreibung der weiblichen \go zu bekommen. Bei Männern kann die Diagnose aufgrund der schmerzhaften und deutlich bezeichneten Symptome leicht gestellt werden. Aber bei Frauen gibt es keine so außerordentlich schmerzhaften und deutlichen örtlichen Symptome. Es besteht die Meinung, dass die weibliche \go von der Harnröhrenmündung ausgeht, und gleichzeitig die Meinung, dass sie sich von der Vagina aus ausbreitet. Fakt jedoch scheint zu sein, dass mehrere Orte gleichermaßen und gleichzeitig befallen werden. 


Eine kurze Weile nach dem infektionsträchtigen Geschlechtsverkehr verspürt die Frau ein Gefühl von HitzeHitzegefühl, Schmerz und Spannung zusammen mit der Empfindung einer sich steigernden TrockenheitTrockenheit an den betroffenen Partien. SchwellungSchwellung geht mit dieser Erscheinung einher, so dass, wenn die Vagina in die Entzündung mit einbezogen ist, eine Untersuchung sehr schwierig oder schmerzhaft ist. Manchmal kann die Patientin kaum sitzen oder gehen. Manchmal sind die Symptome vergesellschaftet mit einem heftigen JuckreizJuckreiz!heftiger, und eine so mächtige Reizung der sexuellen Organe, dass die Frau einen starken Drang nach sexueller BefriedigungBefriedigung!sexuelle verspürt. 


Die Schleimhäute nehmen eine dunkle Farbe an, sind trocken und gespannt. Die Röte mag nur hier und da in Erscheinung treten, so das die Schleimhaut geschecktgescheckt aussieht. Exkoriationen und Granulationen können sich zeigen, die Schleimdrüsen erscheinen geschwollen. 


Gelegentlich bestehen Harnsymptome ziemlich schwerer Art, die uns darauf hinweisen, dass sich die Krankheit im akuten Stadium befindet. Während des Wasserlassens, werden die letzten Tropfen unter intensiven, brennenden SchmerzenSchmerzen!brennende entleert, wenn die Harnröhre nicht beeinträchtigt erscheint. Ist die Harnröhrenmündung allerdings gerötet und geschwollen und entleert sich auf Druck ein eitriger Tropfen, so ist das Wasserlassen vom Anfang bis zum Ende eine einzige Qual. 


Sehr häufig erscheinen die Lokalbeschwerden begleitet von allgemeinen Störungen wie KolikenKoliken, ObstipationObstipation oder DiarrhoeDiarrhoe, die selbst dann noch anhalten können, wenn der Ausfluss längst verschwunden ist. In vielen Fällen verändert sich das Menstruationsblut, in Farbe und Konsistenz. 


In den chronischeren oder späteren Stadien der Krankheit ist die Absonderung von FluorFluor und das Jucken ziemlich hinweisend, besonders wenn das Jucken durch die Schärfe der AbsonderungAbsonderung!scharfe veranlasst wird. Der Ausfluss hat, sobald er auftritt, die Farbe und Konsistenz eitrigen SchleimsSchleim!eitriger, der scharf umschriebene Flecken in der WäscheFlecken!umschriebene hinterlässt, die gelbGelbfärbung, grünGrünfärbung oder braunBraunfärbung gefärbt sein können. An diesen Verfärbungen lässt er sich vom »normalen« Weiß-Fluss unterscheiden. 


Zum Ende der Erkrankung wandelt sich der Ausfluss zu einem milchigen Weiß (Tsora-at.) 


5.6.1 \go der weiblichen Harnorgane


Zu Beginn wird meist die Harnröhre infiziert, geschieht dies nicht, wird sie zumeist später durch erregerhaltiges Sekret im Vaginaleingang mitinfiziert. Die Harnröhre ist im vorderen Drittel mit Plattenepithel ausgekleidet, weshalb eine Besiedlung zunächst sehr schwierig ist. Ist dieser Anteil überwunden, findet eine Besiedlung statt, die jedoch vor der Harnblase halt macht, die ebenfalls durch ihr Epithel geschützt ist. Auch Nierenbecken und Nieren bleiben meist verschont. Zur Infektion der Harnblase kommt es durch eine häufig stattfindende bakterielle Begleitinfektion. Da die Drüsen der Harnröhre ebenfalls von Zylinderepithel überzogen sind, werden auch sie von den Gonokokken leicht infiziert. 


5.6.1.1 Akute gonorrhoische Entzündung der Harnröhre


Nach erfolgter Infektion kommt es zunächst zu einem geringen serösen AusflussAusfluss!seröser aus der Urethra. Im Abstrich findet man extrazellulär gelegene Gonokokken, die 24 h später bereits in die Zellen gewandert sind. Der Ausfluss ist eitrigAusfluss!eitrig. Es zeigen sich Schmerzen bei der UrinentleerungWasserlassen!schmerzhaftes, die bei Mitbeteiligung der Harnblase sich bis zu einem schmerzhaften Harndrang steigern können. 


5.6.1.2 Chronische gonorrhoische Entzündung der Harnröhre


3-6 Wochen nach Beginn der Infektion schwächt sich die Symptomatik ab. Die eitrige Sekretion versiegt allmählich, die Beschwerden lassen nach, bis die Erkrankung schließlich symptomlos wird. Es können Spontanheilungen eintreten, doch ist ihre Wahrscheinlichkeit sehr gering. In Lakunen, Anhangsdrüsen oder unter dem Epithel haben sich GonokokkennesterGonokokkennester gebildet, die den Fortbestand der Erkrankung sichern. Doch auch wenn der Bakterienbesatz verschwunden ist, darf die Erkrankung nicht als geheilt betrachtet werden. Meist befindet sie sich jetzt in einem latenten sykotischen Stadium, was immer wieder aufflackern kann. Eine Wiederinfektion der Harnröhre ist jederzeit möglich, und auch die Ansteckung eines Partners nicht auszuschließen. 


5.6.2 Paragonorrhoische Erkrankungen


Diese Erscheinungen, sind Nebenerkrankungen, die nicht direkt durch die Gonokokken bedingt sind, sondern zum Beispiel durch den reizenden Ausfluss. Dieser kann zu entzündlichen SchwellungenSchwellungen!entzündliche Anlass geben, die sich zu einer heftigen Entzündung mit Rötung und starken Schmerzen steigern kann. Leichte ErosionenErosionen treten auf. Die Schwächung des natürlichen Abwehrsystems kann zur Besiedlung durch andere Erreger einladen (parasitäre Phase), was in einer tiefergehenden Erosion (Syphilisierung) münden kann. 


Um die Urethralmündung kann es zu polypösen WucherungenWucherungen!polypöse kommen (Sykotisierung), die das Eintreten des Warzenvirus erleichtert (parasitäre Phase), sodass breite Beete von Condylomata acuminataCondyloma acuminata entstehen können. 


5.6.3 \go der weiblichen Geschlechtsorgane


5.6.3.1 Gonorrhoische Entzündung der Bartholinischen Drüsen


Die Bartholinischen DrüsenDrüsen ! Bartholinische haben Ausführungsgänge an den Innenseiten der kleinen Schamlippen. Durch diese kann eine Infektion mit der Gonorrhoe stattfinden, in der Regel aber erst im späteren Verlauf der Krankheit. Der Ausführungsgang erkrankt meist einseitigEinseitigkeit. Ein Hinweis auf die Erkrankung ist eine flohstichartige Rötung des Ostiums, die als Sänger-PunktSänger-Punkt bezeichnet wird. Die Entzündung führt zu einer Schwellung des Ausführungsganges, die einen Stau der weiter sezernierenden Drüse bedingt. Dieser kann wiederum zu einem schmerzhaften kirsch- bis taubeneigroßen PseudoabszessPseudoabszess führen. Dringen andere Erreger ein, kann es zu sehr schmerzhaften echten Abszessbildung kommen.


5.6.3.2 Gonorrhoische Entzündung der Vulva und Vagina


Wie bereits erwähnt ist die Scheide der gechlechtsreifen Frau vor einer gonorrhoischen Infektion geschützt. Dies hat im wesentlichen zwei Gründe:


1. Die Auskleidung durch Plattenepithel


2. Die Abweisung von Infektionen durch den Selbstreinigungsmechanismus der Vagina.


Die Döderleinschen-ScheidenbakterienScheidenbakterien ! Döderleinsche und auch andere azidophile Keime sorgen für eine pH-Konzentration in der Scheide von 4,0 bis 4,7. Die optimalen Bedingungen für die Gonokokken liegen allerdings bei einem pH-Wert von 7,2. Aus dem Grunde können sie normalerweise im pH-Wert der Scheide nicht überleben. Jedoch können krankhafte Veränderungen des Milieus den Scheiden pH-Wert unter 5,5 absenken und auf diese Weise eine gonorrhoische Infektion begünstigen. Auch bei der Menstruation wird das Scheidenmilieu alkalischer, was einer vorübergehenden Störung des Selbstreinigungsmechanismus gleichkommt. 


Bei Kindern, alten- oder schwangeren Frauen, bei Wöchnerinnen oder Frauen, die unter Genitalhypoplasie oder Infantilismus leiden, wenn der Selbstreinigungsmechanismus gestört oder geschwunden ist, kann sich eine echte Vulvovaginitis gonorrhoicaVulvovaginitis gonorrhoica ausbilden.


Die bei jeder \go vorkommende Scheidenentzündung, die sich durch Rötung, Schwellung, Erosionen und gesteigerter Schleimhautsekretion äußert, ist nicht durch die Gonokokken hervorgerufen, sondern ein Begleitphänomen.


Beim NeugeborenenNeugeborene und beim KleinkindKleinkind besitzt die Vagina und auch das Vestibulum noch eine Art Zylinderepithel, was einer Infektion mit Gonokokken zugute kommt. Auch sind die Selbstreinigungsvorgänge der Scheide noch nicht wirksam. So kann es leicht zu einer echten Gonorrhoe des Genitalbereiches kommen, die auch die Harnorgane mit einbezieht. Die Infektion erfolgt durch unmittelbaren Kontakt. Beschmutzte Wäsche, Schwämme, Waschlappen, Fieberthermometer usw. kommen als Infektionsquelle in Frage. Auch an sexuellem Kindesmissbrauch sollte gedacht werden. 


• Bei Kindern zwischen dem 2. Und 6. Lebensjahr sollten alle Genitalerkrankungen mit eitrigem Flour an ein Gonorrhoe denken lassen.


Klinisches Bild


Bei der Vulvovaginitis gonorrhoica kann die Entzündung auf bestimmte Bereiche beschränkt sein, in den meisten Fällen ist jedoch der gesamte Bereich der Scheide mit einbezogen. Bei solchen Fällen beobachten wir eine erythematöse RötungRötung!erythematöse und SchwellungSchwellung der Schleimhaut ohne wahrnehmbare Veränderung der Sekretion. Die Veränderung der Sekretion erfolgt dann, wenn die Erkrankung sich in die Tiefe ausbreitet, wobei sie einen phlegmonösen CharakterEntzündung!phlegmonöse annimmt. Diese Form der Entzündung kann auf die Schleim- und seborrhoischen Drüsen beschränkt bleiben, in welchem Fall sich ein heftiger JuckreizJuckreiz!heftiger einstellt, eine ödematöse Schwellung der Drüsen, wobei eine Abszessbildung droht. Die phlegmonöse Schwellung kann solche Ausmaße annehmen, dass der Eingang der Vagina vollständig blockiert ist, und das Wasserlassen schwierig und schmerzhaft gestaltet. Diese Entzündung kann sich sogar auf die äußeren Bereiche der Schamgegend bis in die Leistenregion erstrecken. Die äußeren Partien schwellen ödematös an, die Epidermis weicht auf, und sie bieten die Erscheinung einer mit Eiter gefüllten BlaseBlase!eitrig gefüllt. 


Die Innenflächen der Oberschenkel können durch den Ausfluss entzündlich gereiztReizung!entzündliche werden. Spreizt man die sehr empfindlichen Labien, so zeigt sich viel eitriges SekretAbsonderung!eitrige. Die befallene Harnröhrenmündung ist stark geschwollen, flohstichartige RötungenRötungen!flohstichartige in ihrer Umgebung zeigt die Mitbeteiligung der Skene-Gänge. Die Bartholinischen Drüsen erkranken selten. Die Vaginalschleimhaut sondert viel grünlich-gelben SchleimAbsonderung!grünlich-gelb ab und kann pseudomembranösPseudomembranen belegt sein. Die Patientin verspürt starkes BrennenBrennen und KitzelnKitzeln. (Kinder greifen deshalb oft in den Genitalbereich und verschmieren die Infektion zu anderen Bereichen z.B. den Augen). Es kann zu HarnverhaltHarnverhalt kommen, begleitend zeigen sich SchlafSchlaflosigkeit- und AppetitlosigkeitAppetitlosigkeit und ObstipationObstipation. Dieser Zustand hält etwa 2 Wochen an, dann klingen die Beschwerden ab, heilen aber nicht aus. Sie gehen über in die Vulvovaginitis gonorrhoica chronica.Vulvovaginitis gonorrhoica chronica. 


5.6.3.3 Gonorrhoische Entzündung des Muttermundes


Die Infektion des Muttermundes durch Gonokokken ist vielleicht die häufigste Form der weiblichen \go. Begünstigt wird die Infektion durch die Auskleidung des Muttermundes mit Zylinderepithel. Der befallene Muttermund ist geschwollen und gerötet, die Schleimhaut wölbt sich aus dem Zervikalkanal heraus, grünlich-gelber Eiter wird produziert, die Erkrankung wird im Gefolge symptomloser, der Lokalbefund unverdächtiger, aber sie heilt sich nicht aus. Die befallenen Zylinderepithelien gehen nach einer gewissen Zeit zugrunde, und werden vom Organismus durch kubische oder flache Zellen ersetzt, die von der Gonorrhoe nicht so leicht angegriffen werden können. Lange nach der akuten Infektion finden sich immer noch GonokokkennesterGonokokkennester unter der Schleimhaut und der chronische schleimig-eitrige Fluor zeigt den Fortbestand der Erkrankung an. Frauen mit chronischer Zervikalgonorrho\"e sind häufig Infektionsquellen. 


5.6.3.4 Chronischer Ausfluss


Der chronische Ausfluss, der die beschriebenen Erscheinungen begleiten kann, hinterlässt in der Binde oder der Wäsche ein charakteristisches Bild. Er besitzt einen dunklen Kern im Zentrum und hat einen grauen scharf umgrenzten Rand, oder es zeigen sich kleine gelbe Partikel in dem normalerweise weißen schleimigen Ausfluss. 


5.6.3.5 Gonorrhoische Entzündung des Endometriums


Die Entzündung des Endometriums ist im Vergleich zur Entzündung des Muttermundes recht selten, da die Gonokokken erst das kubische Epithel des Innenraumes der Gebärmutter überwinden müssen. Eine aufsteigende Infektion wird jedoch durch Menstruation, Geburt oder Abort begünstigt. Während der Menstruation erzeugen die Gonokokken im Endometrium eine heftige herdförmige eitrige EntzündungEntzündung!eitrige. Nach der Menstruation wird das Endometrium wieder zurückgebildet. Klinisch scheint die Menstruation jedoch verlängertMenstruation!verlängert und verstärktMenstruation!verstärkt durch den Befall des Inneren der Gebärmutter. Eine Entzündung des Gebärmuttermundes beeinflusst die Menstruation nicht. 


5.6.3.6 Gonorrhoische Entzündung der Eileiter


Durch die Menstruation begünstigt kann die Infektion noch weiter aufsteigen, bis sie die Eileiter erreicht hat. Auch hier verursacht die Entzündung eine SchwellungSchwellung, RötungRötung und VerklebungVerklebung der Tuben, die bis zum vollständigen Verschluss gehen kann. Ist dies der Fall können die Eier aus den Eierstöcken nicht mehr in die Gebärmutter gelangen. Doch nicht nur die Schleimhaut kann betroffen sein, sondern auch die Muskulatur der Tubenwand, ja die Infektion kann sogar in den Bauchraum durchbrechen, und zu vielseitigen Entzündungen und Verschwartungen führen, die den Eileiter an den Eierstöcken, der Beckenwand oder der Gebärmutter fixieren. Die Epithelien werden zu einer eitrigen Fläche, und werden schließlich zerstört. Die entzündete Muskulatur schwillt auf Daumesdicke an und es entwickelt sich das Bild einer ausgeprägten PyosalpinxPyosalpinx. Dabei bilden sich WandabszesseWandabszesse, die in den Eileiter, in den Mastdarm und in die Blase durchbrechen können. Sekundärinfektionen können hinzutreten. Die VerklebungenVerklebungen und Verbackungen führen zur SterilitätSterilität der Frau und lässt sich nur mit Mühen homöopathisch wieder lösen. Eine Schwangerschaft bei Beginn der Erkrankung führt in häufigen Fällen zur EileiterschwangerschaftEileiterschwangerschaft. 


5.6.3.7 Gonorrhoische Entzündung der Eierstöcke und ihrer Umgebung


Sind die Eileiter erst einmal infiziert, kann es leicht zur Infektion der Eierstöcke kommen. Das Oberflächenmesothel wird dabei infiziert, auch der Follikelapparat, aber selten das Parenchym. Gelegentlich kommen Abszesse vor. 


Die Entzündung des Bauchfells kommt vor, wobei jedoch sein Mesothel für die Erreger nicht leicht passierbar ist. Es kommt stellenweise zu Zerstörungen, wodurch es zur Bildung von Absonderungen kommt, die zu VerklebungenVerklebungen und VerwachsungenVerwachsungen führen. 


Tubenerkrankungen, Anhaftungen an den Nachbarorganen und Einbeziehung des Becken-Bauchfells führen zu einem großen KonglomerattumorKonglomerattumor, mit Schmerzen im Unterbauch, erhöhter BSG und entsprechendem Tastbefund. Es können hierbei auch Mastdarm und Blinddarm mit einbezogen werden.


Klinische Symptome


Die Patientin fühlt sich schwer krank. Die Beteiligung des Bauchfells erzeugt Brechreiz, Meteorismus, Verstopfung oder Durchfall. Die Temperatur steigt auf 39-40°. Der Puls ist beschleunigtPuls!beschleunigt, die BSGBSG!erhöht stark erhöht. In der Unterbauchgegend bestehen heftige Schmerzen mit Druckempfindlichkeit und Abwehrspannung. Durch den Verschluss der Eileiter kommt es zur Sterilität, jedoch erfolgt der normale Reifungs- und Entwicklungsprozess der Follikel weiter, so dass diese Sterilität zunächst nicht bemerkt werden muss. 


Schon im subakuten Stadium lässt sich im Bereich der Adnexen ein druckschmerzhafter TumorTumor abgrenzen, mit zunehmender Chronizität werden die »Geschwulste« deutlicher tastbar. 


Schließlich kommt es zur scheinbaren Heilung, jedoch flammt die Erkrankung vorübergehend immer wieder auf. Die Organverklebungen sind meist irreversibel. Die Bildung der Konglomerattumoren führt zu beständigen Beschwerden. 


5.7 Extragenitale gonorrhoische Krankheitserscheinungen


Diese Erkrankungen können primär oder sekundär durch Keimverschleppung oder Übertragung stattfinden. Bedrohlich sind hierbei die gonorrhoische Konjunktivitis, die zur ErblindungErblindung führen kann, die gonorrhoische Arthritis, die GelenkversteifungGelenkversteifung hinterlassen kann und die gonorrhoische Endokarditis, die unter Umständen zum Tode führt. 


5.7.1 Rektalgonorrho\"e


Primäre Rektalgonorrho\"e kommt nach Analverkehr vor, häufiger ist jedoch die sekundäre Rektalgonorrho\"e, vor allem bei Frauen, durch die begünstigenden anatomischen Verhältnisse. Liegen die Frauen auf dem Rücken, kann es sehr leicht dazu kommen, dass der gonorrhoisch infizierte Ausfluss aus der Scheide den Damm entlang zum Rektum läuft, und dort die Analregion mehr oder weniger reizt. Die Entzündung des Analbereiches kann zu exzessiver WundheitWundheit!exzessive des umgebenden Gewebes, reichlicher Absonderung, häufige TenesmenTenesmen und so starken Schmerzen bei der Entleerung führen, dass die Patientin vor Schmerz schreit und zittertZittern!Schmerz, vor. Begleitend finden sich oft KondylomeKondylome am After. 


5.7.2 Oropharyngale \go


Nach orogenitalen Kontakten kann es zur Infektion der Rachenschleimhäute und Tonsillen kommen. Oft kommt es zu Rötung und Schwellung der Schleimhaut sowie leichten SchluckbeschwerdenSchluckbeschwerden. 


5.7.3 Gonorrhoische Augenentzündung


Eine Gonorrhoe, die begleitet wird von einer metastatischen Entzündung der Bindehäute der Augen und Augenlider ist sehr selten. Sie beeinträchtigt normalerweise nur ein AugeEinseitigkeit, das andere bleibt verschont. Der Verlauf ist sehr rasch, kann innerhalb von 24h ein beängstigendes Ausmaß erreichen, wird begleitet von qualvollen Kopfschmerzen und Schmerzen in den Augen, heftiger LichtempfindlichkeitLichtempfindlichkeit, Fieber und AbsonderungenAbsonderung!gelb-grün eines gelb-grünen eitrigen gonorrhoischen Schleims, der aus jedem Bereich des Auges sickert. Die Entzündung kann auch durch Kontakt mit dem gonorrhoischen Schleim ausgelöst werden. 


Die gonorrhoische Konjunktivitis (Ophthalmoblennorhoe) ist eine der folgenschwersten gonorrhoischen Erkrankungen, sie war in früheren Zeiten für die Hälfte aller ErblindungenErblindung verantwortlich. Seit 1884 wird die prophylaktische Einträufelung einer 1%igen Argentum-nitricum-Lösung (Crede´-VerfahrenCrede´-Verfahren) in die Augen eines jeden Neugeborenen empfohlen. Auf diese Weise soll die Gefahr der Erblindung gebannt sein. Aus homöopathischer Sicht findet hier jedoch die erste Unterdrückung mit einem syko-syphilitischen Mittel statt, die nicht abzusehende Folgen für den Gesamtorganismus haben kann. Eine gezielte anti-sykotische Therapie kann hier ebenfalls Erblindung verhindern, und dem Organismus gestatten, die Erkrankung vollständig auszuschleusen, doch sollte an die forensischen Konsequenzen gedacht werden. 


Gonorrhoische Konjunktivitis des Neugeborenen: Die Erkrankugn beginnt ca. 1-5 Tage nachdem der Kopf durch den gonorrhoisch infizierten Geburtskanal gezwängt wurde. Häufig erkrankt nur ein Auge. Zu Beginn zeigt sich Lichtscheu und Tränen der Augen. Eine schleimige Sekretion der Augen mit Verborkung schließt sich an. Diese Erscheinung steigert sich, bis es zur massiven EiterbildungEiterbildung!massive kommt (suppuratives Stadium). Danach klingen die Erscheinungen langsam wieder ab, die Absonderung wird katarrhalisch. Nach 6 Wochen erfolgt meist Heilung. Die große Gefahr bei dieser Erkrankung ist die Mitbeteiligung der Kornea, was in etwa 1/4 der Fälle auch geschieht. Die Schichten der Hornhaut werden dabei immer stärker angegriffen, wobei das Epithel dabei zugrunde geht. Es kommt zur GeschwürsbildungGeschwürsbildung (Syphilinisierung). Dieses kann vernarben, aber auch die inneren Strukturen des Auges mit betreffen. Daraus kann Erblindung und AugenverlustAugenverlust resultieren. 


Gonorrhoische Konjunktivitis des Erwachsenen: Der Erkrankungsverlauf ist dem des Neugeborenen vergleichbar, jedoch verläuft er gleich syphilitischer. Was bei der Neugeborenenkonjuktivitis die Ausnahme war, ist hier die Regel. Die Kornea wird mit ergriffen, Ulzeration und Befall des inneren Auges drohen. Doppelseitige Erblindung erfolgt in 50% der Fälle.


Metastatische Konjunktivitis: Gelegentlich kann eine Konjunktivitis auch über die Blutwege zustande kommen. Der Verlauf ist meist gutartig. Es entstehen zwar starke Infektionen der Umschlagfalten der Bindehaut, Absonderungen und Schwellungen, aber keine Eiterbildung. Gonokokken sind nicht nachweisbar. Sie scheint vielmehr eine Begleiterscheinung einer floriden \go zu sein, sie taucht nur kurzfristig auf und es besteht keine Gefahr fürs Auge. 


5.7.4 Fernkomplikationen


Gonokokken können auf dem Blutwege weitergeschwemmt werden, jedoch werden sie in der Blutbahn rasch zerstört. Fernkomplikationen auf hämatogenem Wege entstehen daher nur dann, wenn es rasch zu einer Besiedelung von Organen und Geweben kommen kann. 


5.7.5 Gelenkrheumatismus


Dies ist häufig die Folge einer plötzlichen Unterdrückung der \go und beeinträchtigt hauptsächlich Knie-, Ellbogen- und Tarsal-Gelenke, die sehr geschwollen und entzündet sind. Die Affektion ist begleitet von schrecklichen Schmerzen und heftigem Fieber und kann, wenn sie nicht behandelt wird, bis zu 20 Tagen anhalten, wenn nicht die Absonderung aus der Harnröhre vorher wieder hergestellt werden kann. 


5.7.6 Gonorrhoische Monarthritis


Zunächst erinnert das Erscheinungsbild der gonorrhoischen Arthritis an das einer beginnenden akuten Polyarthritis. Danach bleibt die Entzündung meist nur an einem Gelenk bestehen. Meist handelt es sich um ein großes Gelenk, z.B. ein Kniegelenk. Auch Sprung-, Hand-, Ellbogen-, und Hüftgelenk können betroffen sein, andere Gelenke seltener. Die Auswahl des Gelenkes scheint mit Vorschädigungen zum Beispiel traumatischer Art im Zusammenhang zu stehen. Die Entzündung beginnt mit einem HydropsHydrops, dem eine sero-fibrinöse EntzündungEntzündung!sero-fibrinöse folgt. Beim Hydrops ist das Gelenk nur geschwollen und fluktuiert durch den GelenkergussGelenkerguss. Fieber fehlt. Bei starkem Erguss ist die Beweglichkeit des Gelenkes eingeschränkt. 


Der Übergang zur sero-fibrinösen Entzündung oder gar zum EmpyemEmpyem ist verbunden mit starken Schmerzen, erheblichem Exsudat und hohem Fieber. 


Während dieser Zeit beginnt der Urethralfluss zu versiegen. Der Gelenkerguss wird rein eitrig, oft mit einer auffälligen Rötung der Gelenkgegend. Die schwerste Form, die eine solche Entzündung annehmen kann ist die phlegmonöse FormEntzündung!phlegmonöse, die sekundär infiziert sogar zum Tode führen kann. 


Schon im sero-fibrinösen Stadium entwickeln sich Schädigungen der GelenkknorpelGelenkknorpel, die produktive Überwucherungen anregen, und VerwachsungenVerwachsungen innerhalb des Gelenks erzeugen. Die daraus resultierenden VersteifungenVersteifungen können bleibend sein, aus diesem Grunde sollte ein längerfristige Ruhestellung unter allen Umständen vermieden werden. Feldenkrais-ÜbungenFeldenkrais-Übungen erweisen sich als besonders hilfreich.


5.7.7 Gonorrhoische Endokarditis


Bei einigen Stadien der \go kann es zur Ausschwemmung der Erreger in die Blutbahn kommen, wodurch die \go eine septische FormSepsis annehmen kann, und vor allem zu einer Besiedelung der HerzklappenHerzklappen führen kann. Die Diagnose einer Endokarditis ergibt sich hier durch das Vorhandensein der \go und dem Fehlen anderer Endokarditis-Ursachen, da Erreger aus dem Blut nicht immer gezüchtet werden können. 


5.7.8 Gonorrhoische Entzündung der Schleimhäute


Laut Beobachtung einiger Autoren kann eine plötzliche Unterdrückung der \go zu SchleimhautmetastasenSchleimhautmetastasen des Ohres, der Nasen, des Rachens, des Schlundes usw. führen, selbst zu den serösen Membranen des Gehirns, wo sie heftige Kopfschmerzen, HalbseitenlähmungHalbseitenlähmung und mentale Störungen bedingen können.


5.7.9 Disseminierte Gonokokkeninfektionen 


Beim Ausschwemmen der Gonokokken in die Blutbahn kann es zu einem weiteren Phänomen kommen, das durch folgende Trias bestimmt ist:


1. Intermittierende Fieberschübe


2. Wandernde Gelenkbeschwerden


3. Hauterscheinungen


Die Hauterscheinungen sind nicht besonders auffällig, erscheinen diskret meist über den Gelenken besonders der Hände, in Form flohstichartiger RötungenRötungen!flohstichartige, entzündlicher Papeln, Bläschen oder hämorrhagischen Pusteln. 85% der zumeist Patientinnen leiden an einer unerkannten Gonorrhoe ohne akute urogenitale Beschwerden. Die Sicherung der Diagnose erfolgt durch wiederholte Abstriche aus dem Urogenitalbereich. Die Hauterscheinungen sind charakterisiert durch eine Entzündung des Gefäßsystems einer so genannten »leuko-zyto-klastischen VaskulitisVaskulitis ! leuko-zytoklastische«. Die Gefäße sind geschwollen, die Gefäßwände fibrinoid degeneriert, um die und in den Gefäßen sammeln sich neutrophile Granulozyten, die zum Teil untergehen (Leukozytoklasie). Weiterhin kommt es zu MikrothrombosierungMikrothrombosierung und Ausschwemmung von Erythrozyten ins angrenzende Gewebe. 


5.7.10 Gonorrhoische akute Perihepatitis (Fritz-Hugh-Curtis-Syndrom)


Durch Weiterwandern der Gonokokken aus den Eileitern in die Bauchhöhle entsteht diese Erkrankung. Es kommt zu Schmerzen im rechten Oberbauch, die in die rechte Schulter ausstrahlen und sich beim Atmen, Husten, und bei Bewegungen verstärken. Fieber, Kopfschmerzen und Brechreiz gesellen sich hinzu, in einem Drittel der Fälle sind die SerumtransaminasenSerumtransaminasen!erhöht erhöht. Die Leber ist deutlich vergrößert und druckempfindlich. Bei der Laparaskopie erkennt man deutlich die VerwachsungenVerwachsungen der Leber mit dem Bauchfell (ViolinensaitenadhäsionenViolinensaitenadhäsionen). 


5.8 Die Zeichen der \go


\begin{multicols}{2}


• Abartigkeiten


– geistige


– sexuelle


– sittliche


• Ablagerung


– kallöse


• Abgeschlagenheit


• Abschnürung


• Absonderung 


– >>, wenn Fieber steigt


– <<, wenn Fieber sinkt


– blutig


– dick


– eitrig


– gelblich


∗ gelblich-grün


– grünlich


– Harnröhre, aus der


– hinterlässt Spuren in der Wäsche


– nachts <<


– rahmig


– sahnig


– serös


– weiß


– zäh


• Abszess


• Anregungsmittel <<


• Appetitlosigkeit 


– Beginn der Erkrankung


– Begleiterscheinung, als


• Arthritis


– gonorrhoische


• Augenentzündung


– gonorrhoische


• Augenschmerzen


• Ausfluss (Fluor)


– eitrig


∗ eitrig-schleimig


∗ Kinder


– färbt die Wäsche


∗ braun


∗ gelb


∙ Körnchen


∗ grauer Rand


∗ grün


∗ scharf umschrieben


∗ zentraler, dunkler Kern


– grünlich


∗ grünlich-gelb


– juckend


– Kinder


– milchig


∗ milchig-weiß


– scharf


– schleimig


∗ eitrig


∗ gräulich


– weiß


∗ weiß-milchig


• Azoospermie


• Bauchfell


• Bauchhöhle


• Befriedigung


– Verlangen nach


∗ sexueller


• Biegung


– Harnstrahl


– Penis


• Blase


– eitrig gefüllt


• Blinddarm


• Blindheit


– Entzündung, durch


• Blutabgang


– am Ende des Wasserlassens


• Blutüberfüllung


• Bon-Jour-Tropfen


• Brechreiz


– Begleiterscheinung, als


• BSG


– stark erhöht


• Chorda


• Condyloma acuminata


• Depressiv und überängstlich in Bezug auf die Erkrankung


• Diarrhoe


– Begleitbeschwerde, als


• Druck


– dumpfer


• Drüsen


– Bartholinische


– Harnröhre


– Schleimdrüsen


• Dunkle Ringe unter den Augen


• Eitertropfen, gelegentlicher


• Ejakulation


– Bluteinsprenksel


– schmerzhaft


• Eierstöcke


• Eileiter


• Einseitigkeit


• Eiweiß


– Urin, im


• Ellenbogen


• Empyem


• Endokarditis


• Entzündung


– Auge


– Eileiter


– eitrig


– Gefäße


– Gehirn


– Harnröhre


– herdförmig


– Herz


– Hoden


– Konjunktiven


– Muttermund


– Nebenhoden


– phlegmonöse


– Prostata


– Scheide


∗ Begleiterkrankung, als


• Enzephalitis


– gonorrhoische


• Erektionen


– heftige


– raubt Schlaf


– schmerzhafte


– ständige


• Erkältung <<


• Erosionen


• Essen


– übermäßiges <<


• Exkoriationen


• Fäden, fibröse


• Fehlgeburt


– Infektion nach


– Krankheit nach


– Neigung zu


• Feigwarzen


• Fieber


– hohes (39-40°)


– intermittierend


– plötzliches


• Filamentes


• Gebärmutter


• Gehen <<


• Gehirn


– Enzephalitis


• Geisteskrankheiten


• Gelenkbeschwerden


– wandernde


• Gelenkerguss


• Gelenkversteifung


– Entzündung, nach


• Gelb-Färbung


– Gesicht


• Gelblich-rot


– Eichel


• Gelenkrheumatismus


• Gewicht


– Analregion, vor der


• Gicht


– gichtischer Rheumatismus


• Gonokokkennester


• Granulationen


• Hämaturie


– terminale


• Harnblase


– Harnblasenhals


• Harndrang


– quälender


∗ am Ende des Wasserlassens


– schmerzhafter


– ständiger


– unwiderstehlicher


• Harnröhre


• Harnstrahl


– gebogen


– gespalten


• Harnverhalt


• Herz


– Endokarditis


– Myokarditis


– Perikarditis


• Hitze


– Analregion, vor der


– Scheide


– Urin, des


– Wasserlassen, beim


• Hoden


– einseitig


∗ links


• Hodenentzündung


• Hypochondrie


• Juckreiz


– heftiger


• Kälteschauer 


– Beginn der Erkrankung


• Kitzeln


– Urethra, in der 


• Kolik


– Begleitbeschwerde, als


• Konjunktivitis


– Begleitbeschwerde, als


– eitrige


– gonorrhoische


• Kopfschmerzen


– qualvolle


∗ Begleitbeschwerde, als


• Kornea


• Krampf


• Kribbeln 


– Urethra, in der


• Lähmung


– Halbseiten-


• Leber


– druckempfindlich


– vergrößert


• Leere- oder Schwächegefühl 


– in der Präkordialregion


• Lichtempfindlichkeit


• Mastdarm


• Menstruation


– während <<


• Metastasierung


– Schleimhautmetastasen


– Unterdrückung, durch


• Meteorismus


– Begleiterscheinung, als


• Monarthritis


• Moral


– Degeneration


• Muskelrheumatismus


• Myokarditis


– gonorrhoische


• Nachts <<


• Oberbauch


– rechts


∗ \rightarrow

  Schulter, rechts


• Obstipation


– Begleitbeschwerde, als


• Ophthalmie


– gonorrhoische


• Orchitis


• Paraphimose


• Perikarditis


• Perversionen


• Phimose


• Phlegmone


• Pollutionen, unfreiwillige


• Polypen


• Prickeln


– Wasserlassen, beim


• Prostataentzündung


• Prostatitis


• Pseudoabszess


• Pseudomembranen


• Puls


– beschleunigt


• Reiskornartige Körperchen


• Reizung


– sexuelle


• Restinfiltrate


– derbe


• Rheumatismus


– Gelenkrheuma


– gichtischer


– gonorrhoischer


– Muskelrheuma


• Rötung


– erythematöse


– flohstichartige


• Samt, wie


– Harnröhre


• Schärfe


– Urin, des


• Scheide


• Schlafstörungen 


– Ängste, durch


– Begleiterscheinung, als


• Schleimhäute


– dunkel


– gescheckt


• Schmerzen


– brennende


∗ Wasserlassen, beim


– Erektion, bei der


– Wasserlassen, beim


• Schreien


– Schmerz, vor


• Schüttelfrost


• Schwangerschaft


– Fehlgeburt


∗ Infektion nach


∗ Krankheit nach


∗ Neigung zu


– während <<


• Schwellung


– Eichel


– Eileiter


– entzündliche


– Hoden


– Leistenlymphknoten


– Nebenhoden


– Penis


– Prostata


– Scheide


– Vorhaut


• sexueller Appetit extrem gesteigert oder Unlust


• Sepsis


• Serumtransaminasen \uparrow


• Sitzen <<


• Spaltung


– des Harnstrahls


• Spermienzahl


– vermindert


• Sterilität


– Schwangerschaft, nach der ersten


• Stimulantien


– Verlangen nach


• Striktur


• Stuhl


– absetzen <<


• Tarsal-Gelenke


• Tenesmus


– Harnblase


– Rektum


• Thrombose


– Mikrothrombose


• Trockenheit


– Scheide


• Tumorbildung


– druckschmerzhaft


– Konglomerattumor


– Polypen


• Überarbeitung <<


• Urin


– Eiweiß


– Fäden, weiße


– Filamentes


– reiskornartige Körperchen


– scharf


• Verbrühung 


– Gefühl von


• Vergrößerung


– Prostata


∗ einseitig


∗ höckrig


• Verklebung


– Ausführungsgänge


∗ Nebenhodenkanälchen


∗ Prostata


– Eileiter


– entzündliche


– Harnröhre


• Verschwartung


• Versteifung


– Gelenk


• Verwachsung


• Wandernde Beschwerden


• Wasserlassen


– beim <<


– Ende des <<


• Wundheit


– exzessive


• Zellen


– Besiedelung von


• Zittern


– Schmerz, vor


• Zylinderepithel


– Befall


\end{multicols}


5.9 Die Therapie der \go


5.9.1 Schulmedizinische Therapie


Aus schulmedizinischer Sicht ist die Antibiotikatherapie heutzutage die Therapie der Wahl, obwohl sie häufig zu Unterdrückungen der Infektion führt, da sie zwar die Erreger vernichten mag, nicht jedoch die Sykose. Sekundärkomplikationen die oft als Erkrankungsfolge angesehen werden, haben ihren Ursprung häufig in der unterdrückenden Therapie durch Antibiotika. Eine rein homöopathische Therapie der \go ist möglich, jedoch zurzeit gesetzlich fragwürdig, weshalb viele Homöopathen zunächst ihrer Pflicht der schulmedizinischen Therapie nachkommen, um danach eine homöopathische Nachbehandlung durchzuführen.


Bis 1976 war PenizillinPenizillin das Präparat der Wahl, als Kontraindikationen waren nur die Allergie gegen Penizillin akzeptiert. Doch schon bald zeigten sich ResistenzenResistenzen, die allen Therapien folgen, die nicht kausal arbeiten, sondern versuchen eine oberflächliche Schicht der Erkrankung zu beeinflussen. Die Zahl der Resistenzen nimmt zu, weshalb zu immer neueren Antibiotika zuflucht genommen wird. 


Heute ist die Therapie der Wahl etwa wie folgt: 


1. Wahl: Ceftriaxon 1 x 250 mg i.m. oder Cefixim 1 x 400 mg p.o. oder Ciprofloxacin 1 x 250 mg p.o.


2. Wahl: Procain-Penizillin-G 1 x 4,8 Mio. I.E. i.m. an zwei Injektionsstellen oder Spectinomycin 1 x 2-4 g i.m.


3. bei disseminierten Infektionen Ceftriaxon 1 x 1-2 g täglich i.v. bis zur klinischen Besserung, dann orale Therapie für 7 - 10 Tage. Häufig liegt eine Ko-Infektion mit Chlamydien vor weshalb 7 Tage lang Doxycyclin 200 mg täglich p.o. oder Erythromycin 2 x 1 g täglich p.o. gegeben werden sollten


4. Kontrolle nach 3 Monaten: Grampräparat, Kultur, Syphilis-Serologie 


5.9.2 Begleitempfehlungen


Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Therapie sind die Beachtung der Begleitempfehlungen, ohne die eine Heilung sehr fragwürdig wird. Jahr lehnt in seinem Buch über die venerischen Erkrankungen jede Behandlung ab, wenn der Patient nicht bereit ist auf Spirituosen, Kaffee, Bier, exzessiver körperlicher Anstrengung, langes Stehen und vor allem auf Beischlaf zu verzichten, bis die Absonderungen gänzlich versiegt sind. 


Anregende Speisen und Getränke: Alle anregenden Speisen und der Genuss von Tabak sollten verboten werden., da dies den Heilungsprozess und die Heilung verzögert. Ebensoe sollte auf Bier, Kaffee und Spirituosen verzichtet werden. Dies gilt besonders dann, wenn die Lymphknoten einbezogen sind und wenn viele Rückenschmerzen mit körperlicher Erschöpfung bestehen. 


Bettruhe: Während des akuten Entzündungsstadiums sollte der Patient das Bett hüten, da Ruhe für eine schnelle Heilung sehr hilfreich ist. Viele Fälle verzögern und komplizieren sich, weil dem Patienten erlaubt wurde, seiner Arbeit weiter nachzugehen; denn Laufen, Stehen, Heben oder Anstrengung hält nicht nur die Entzündung aufrecht, sondern verschlimmert alle Symptome erheblich. Falls irgendeine sekundäre Entzündung, z.B. Hodenentzündung den Fall kompliziert, ist die Bettruhe noch notwendiger. Man sollte verlangen, dass der Patient liegen bleibt, bis die akuten Symptome aufhören. Auch wenn die psychischen Symptome vorherrschend sind, ist es gut, den Patienten ruhig und in Ruhe zu halten. Wenn sich die Symptome in irgendeinem Stadium der Krankheit verschlechtern, werden die Patienten mutlos und geneigt, den Arzt zu wechseln.Häufig haben die Patienten Temperatur, Frost, Fieber, Rückenschmerzen, sind beunruhigt, ängstlich und launisch, was zum großen Teil der Arbeit zuzuschreiben ist. Viele Symptome verschwinden, wenn sie sich hinlegen und ruhig bleiben. Die Patienten sollten in einem weder zu weichen noch zu harten Bett schlafen.


Katarrhalische Erkrankung: Da die katarrhalische Erkrankung wegen ihrer Natur sehr viel Resonanzen mit sykotischen Heilungsprozessen zeigt, sollte der Kontakt mit Menschen und Tieren gemieden werden, die unter diesen Erscheinungen leiden, da ansonsten die Sykose wieder angefacht werden kann. 


Körperliche Anstrengung: Körperliche Anstrengung sollte auf jeden Fall vermieden werden. Dazu ghört auch langes Stehen oder lange Wanderungen usw..


Kühle: Der Raum sollte kühl gehalten werden, da Wärme und die Nachtstunden häufig die Syxmptome verschlimmern. Dies gilt besonders für die Geschlechtsteile, die bei dieser Krankheit sehr erregt und überaus gestört sind. Die schmerzhaften Erektionen verstärken sich ebenfalls durch Hitze im Raum und durch Bettwärme. Oft sind diese schmerzhaften Erektionen das lästigste Symptom der Krankheit. Kühlende Wasseranwendungen sind in vielen Fällen sehr hilfreich, während andere im akuten entzündlichen Stadium durch heiße Packungen Erleichterung finden.


Reinfektion: Die Prognose der Heilung einer sykotischen Gonorrhoe ist abhängig von der Häufigkeit einer Re-Infektion. Jede neue Infektion verstärkt die Sykose und führt dazu, dass sie immer unbehandelbarer wird, aus dem Grunde sollten Re-Infektionen vermieden werden. Mittel, die bei einer Erst-Infektion wunderbar wirkten, reagieren bei der erneuten Infektion nicht mehr, der Erkrankungsprozess wird immer syphilitischer, modifiziert die Lebenskraft auf immer zerstörerische Weise, bis Heilung sehr fragwürdig wird. 


Sexuelle Exzesse: Solange sich die Sykose in ihrer akuten Phase befindet, oder noch Erscheinungen sykotischer Art vorhanden sind, sei es auch nur der »Bon-jour-Tropfen« ist nicht nur eine Ansteckung jederzeit möglich, sondern auch eine Aktivierung des sykotischen Prozesses, weshalb während der sykotischen Aktivität auf Beischlaf weitestgehend verzichtet werden sollte. Auch der mit Kondomen geschützte Beischlaf sollte reduziert werden, da bereits exzessive Stimulation die Sykose wieder wecken kann. 


Suspensorium: Bei den begleitenden Maßnahmen sollte auch die Entlastung des Hodens nicht vergessen werden, weil das unter Umständen schwere Gewicht eines infizierten Hodens, die Entzündung immer wieder zum Aufflammen bringen kann. Daher kann der Hoden in einem Suspensorium viel eher zur Ruhe gelangen, was dem Heilungsprozess nur zuträglich ist. Auch im Bett sollte der Hoden hochgelagert werden. 


Unterdrückung der Absonderung: Aus homöopathischer Sicht ist der fatalste Fehler, den wir machen können, die Unterdrückung des ausleitenden Ausflusses. Solange er besteht, hat die Sykose ein Ventil, und egal wie unangenehm er seinmag, eine Unterdrückung dieses Ausflusses, wäre für den Verlauf der Sykose sehr viel unangenehmer. Wir hörten bereits welche Formen sich einstellen können, wenn der Ausfluss plötzlich unterdrückt wurde, aus diesem Grunde ist es wichtig den Ausfluss aufrecht zu erhalten, bis die innere Sykose ausgeheilt ist, dann wird er von selbst versiegen.


\nocite{Braun-Falco}


5.9.3 Die homöopathische Therapie der \go


Die homöopathische Therapie ist eine individualisierende Therapie, weshalb an dieser Stelle nur Empfehlungen gegeben werden können, die im Einzelfall nicht zutreffen müssen, und eine genauere individualisierende Therapie unter Einbeziehung des Repertoriums nicht ausschließt. 


5.9.3.1 Erstes Stadium


Im ersten Stadium, das heißt bevor die gonorrhoische Absonderung in Erscheinung getreten ist, kann ein Versuch der Behandlung mit Jacaranda caroba gemacht werden, wenn die einzigen Symptome ein kitzelndes Brennen und ein Juckreiz während des Wasserlassens sind. Das wohl bekannteste Mittel für dieses Stadium aber ist Cannabis sativa und obwohl auch der Gebrauch von Copaiva für dieses Stadium gepriesen wurde, konnte Jahr seine Wirkung in der Praxis nicht nachweisen. 


5.9.3.1.1 Akute Entzündungen


Im ersten Stadium kann es durch die starke Aktivierung zu heftigen akuten Episoden kommen, die einer gesonderten Betrachtung bedürfen.


Aconitum: Immer wieder begegnen wir Aconitum bei der Behandlung der Gonorrhoe, nicht deswegen, weil Aconitum ein sykotisches Mittel wäre, sondern weil es gut auf die akuten Phasen der Entzündung passt, die die Gonorrhoe produzieren kann. So kann es geschehen, dass der gonorrhoische Ausfluss plötzlich durch irgendein Ereignis (Wetterwechsel, Überanstrengung, Anwendung unzuträglicher Arzneien usw. ) unterdrückt wird, dem dann eine heftige, akute Entzündung folgt. Diese Entzündung trägt oft die Charakteristika einer Aconitum-Erkrankung wie heftige Schmerzen, Ruhelosigkeit, hohes Fieber wechselnd mit Frost, Angstzustände, oder einen Zustand der absoluten Qual, in dem der Patient sich nicht mehr zu helfen weiß. Hier lindert Aconitum oft, um den Organismus auf die Weiterbehandlung vorzubereiten. 


Cannabis sativa: Das Hauptmittel für dieses Stadium, das oft alleine genügt, um alle Erscheinungen zu beseitigen.


Cantharis: Bei schmerzhaften Erektionen, Tenesmus, Hämaturie, wenn eine Zystitis hinzu kommt. (Manchmal im Wechsel mit Cann-s. angezeigt.)


Gelsemium: Zu Beginn des Trippers, ehe der Ausfluss eitrig geworden ist. Brennen in der Harnröhre.


Mercurius subl. corrosivus: Bei akutem Tripper vorher gesunder Personen mit viel Schmerzen und starkem Ausfluss.


Mercurius nitrosus: Bei Patienten, die schon häufiger unter Tripper gelitten haben, sonst aber gesund und kräftig sind. 


Mercurius jodatus flavus: Tripper mit Schmerzen in den Hoden, den Leistengegenden usw.


Thuja: Schwächliche Individuen mit Erkrankungsneigung der Schleimhäute, oder die schon öfter am Tripper gelitten haben, aber nur wenig Schmerzen zeigen. 


Oleum santali: Kann häufig in den Fällen von Nutzen sein, bei denen Thuja versagte, obwohl es angezeigt schien. 


Sulfur: Lässt sich das akute Stadium mit diesen Mitteln leicht behandeln, kann eine abschließende Gabe Sulfur die Heilung herbeiführen, wenn die Sekrete mehr psorisch werden und die Schmerzen aufhören.


Schüssler-Salze: Nat-p., Nat-s., Kali-p.


Weitere Mittel: Apis., Bell., Passi., Pip-meth.


5.9.3.2 Weitere Entzündungsstadien


Von den meisten Praktikern wird Cannabis sativa auch für die weiteren Enzündungsstadien empfohlen. Andere Mittel mit mehr oder weniger guter Wirkung sind: 


• Cantharis, Copaiva, Cubeba, Digitalis., Doryphora., Hepar sulfuris, Kalium chloratum., Mercurius solubilis und corrosivus, Petroselinum, Polygonum, Sulfur jodatum 


5.9.3.3 Abheilungsphase


In diesem Stadium kommen Mittel wie 


• Calc-p., Cann-i., Cub., Dor., Ferr., Hydr., Kali-bi., Kreos., Mat., Naph., Nat-s., Nat-m., Nit-ac., Nux-v., Ol-sant., Senec., Sep., Sulf., Thuj. 


je nach der vorliegenden Symptomatik in Betracht.


5.9.3.4 Das chronische Stadium


Nicht immer ist die homöopathische Behandlung derart erfolgreich, dass eine komplette Heilung eintritt. In manchen Fällen lässt sich die Aktivierung der Sykose nicht verhindern, was sich zunächst einmal durch eine Chronizität bemerkbar macht, die auch der besten homöopathischen Therapie nicht weichen will. Zusätzlich gesellen sich syphilitische Komplikationen wie Geschwürsbildung hinzu, die ebenfalls der Behandlung trotzen. 


Hier kann eine Behandlungspause von Nutzen sein, in dem der Organismus zunächst einmal zur Ruhe kommt, und die ihm eigene Symptomatik produzieren kann, die durch Arzneimittel unverfälscht in Erscheinung treten kann. Oft sind andere miasmatische Belastungen im Hintergrund, die durch die Gonorrhoe mit aktiviert wurden, die Tuberkulinie, die Syphilinie und die Karzinogenie. Diese sollten mit den entsprechenden Miasmatika behandelt werden. 


Kann genau herausgefunden werden, welche miasmatische Ebene sich aktiviert hat, so sollte die Behandlung der aktivierten miasmatischen Phase mit den entsprechenden Miasmatika erfolgen, ist das Aktivierungsmiasma nicht bekannt, so sollte in folgender Reihenfolge therapiert werden: 


1. Karzinogenie


2. Syphilinie


3. Sykose


4. Tuberkulinie


5. Psora


Medorrhinum: Oft genug ist es das sykotische Miasma selbst, das der Heilung trotzt, und durch den akuten Tripper aktiviert worden ist. In diesem Fall ist es möglich und sinnvoll die Tripper-Nosode Medorrhinum ins Auge zu fassen, vor allem bei chronischem und unterdrücktem Tripper; bei allgemeinen rheumatischen Beschwerden, in feuchtem Wetter; bei Verstimmungen und Depression; bei Verzweiflungsanfällen; chronischen Kopfschmerzen und Schweißen gegen Morgen. 


Thuja: Als Haupt-Sykotikum bringt Thuja oft die versiegenden Sekretionen und die versiegende Heilung wieder in Gang, vor allem bei konstitutionellem Tripper mit noch lokalen Erscheinungen, chronischen Kopfschmerzen, Rheuma, Anfälligkeit für Feuchtigkeit, Drüsenschwellungen, Regelstörungen, Warzen und Kondylomen. 


Natrium sulfuricum: ist das mineralischeAnalogon zum dem pflanzlichen Thuja. 


Sulfur: sollte immer als Zwischenmittel bedacht werden, wenn die allgemeine Symptomatik dafür spricht, denn der Organismus heilt miasmatische Erkrankungen oft etappenweise über die Psora aus. Es kann daher zur Erleichterung der psorischen Phase ein psorisches wirkendes Mittel zur Unterstützung gegeben werden. Da die Sykose sich über die aktivierte psorische Phase ausheilt, ist Sulfur das oft passendste Mittel.


Nux vomica: Ähnliche Indikationen wie Sulfur, bei enstprechender Symptomatik.


Selen: kann eingesetzt werden, wenn der Organismus zu erschöpft ist, um die Heilung zu komplettieren. Schwächesymptome sind vorherrschend. Vor allem chronischer Fadentripper, Sperma-Fluss, Absonderungen von Prostata-Sekreten, und Impotenz. 


Agnus castus: hat ähnliche Indikationen wie Selen. Sexuelle Schwäche, Impotenz, schmerzloser chronischer Ausfluss, nervöse Depression und Samenfluss. Wirkt gut bei nervöser Erschöpfung des sexuellen Systems, nach lang andauernden Exzessen, auch sexuellen. 


Cinnabaris: Chronischer Tripper mit weißlichem, dünnem Ausfluss.


Ferrum und Phosphoricum acidum: Bei anämischen und nervösen PatientInnen.


Jodum und Kalium jodatum: Bei skrofulösen Patienten mit chronischen Infiltrationen des Gewebes und Drüsenschwellungen.


Piper methysticum: Bei chronischem Tripper (von Hale empfohlen). Subakute udn chronische \go mit Absonderungen. Zystitis und Katarrh der Blase. Nächtliches Einnässen der Alten und Schwachen und bei Kindern, abhängig von einer gewissen muskulären Schwäche. Nephritis mit Wassersucht und Eiweiß im Urin. (Tsora-at: Haut bedeckt mit Schuppen, die, wenn sie sich ablösen einen weißen Flecken hinterlassen, der ulzerieren kann.)


Arsenicum jodatum: Von Kubasta als bewährtestes Mittel bei chronischem Tripper empfohlen. Chronische katarrhalische Prozesse mit reichlichen gelblich-grünen Absonderungen von reizendem, wundmachendem Charakter. DerDie PatientIn ist kalt und kann nicht warm werden. Besserung durch Wärme. Große Erschöpfung bei der geringsten Anstrengung. 


Hydrastis: Dickes, gelbes, schmerzloses Sekret


Sepia: Bei chronischem Frauentripper, mit Blutungen und Ausfluss. 


Arg-n: Gelbes, blutiges Sekret. Mit Geschwüren in der Urethra (Syphilinie).


Merc: Chronischer grün-gelber Ausfluss.


Hep: Weißliches, schmerzloses Sekret


Caps: Weißer, dicker, rahmartiger Ausfluss.


Pip-ang: \go mit begleitender Zystitis




5.9.3.5 Die \go der Harnorgane


5.9.3.5.1 Urethritis


1. Stadium


Sepia: In mittleren und hohen Potenzen empfiehlt sich Sepia zu geben, wenn der/die Patient/in zu Behandlung kommt bevor sich ein Ausfluss gebildet hat, und er/sie nur ein Kitzeln oder Kribbeln an der Harnröhrenmündung (jac-c) verspürt. Die Rötung ist gering und es besteht eine kaum wahrnehmbare Absonderung. Die Absonderung ist kaum in der Lage die Harnröhrenöffnung zu verkleben. Mit diesem Mittel lässt sich meist der weitere Verlauf der \go von vornherein verhindern. 


Cannabis sativa: Ist die Absonderung schon reichlich oder ist das Entzündungsstadium schon weiter fortgeschritten, oder hat Sepia nicht innerhalb von sechs bis sieben Tagen den gewünschten Erfolg gezeigt, empfiehlt sich Cannabis sativa in tiefen bis hohen Potenzen. Wird die Behandlung länger als drei Wochen durchgeführt, ist die \go meist ausgeheilt, inklusive aller Begleitsymptome, die zunächst für die Mittelwahl eine untergeordnete Rolle spielen. 


Cantharis: (Wurde früher oft im Wechsel mit Cann-s. gegeben). Entfaltet seinen Wirkungskreis, wenn schmerzhafte Erektionen, Tenesmus, Hämaturie und eine Entzündung der Harnblase hinzukommen.


2. Stadium


Cannabis sativa: Zeigt sich der/die Patient/in erst nachdem das Entzündungsstadium bereits abgeklungen ist, ist aber immer noch ein kontinuierlicher, schmerzloser, mehr oder weniger reichlicher Ausfluss vorhanden, so empfiehlt sich der Gebrauch von Cannabis sativa in jedem Fall in dem das Mittel nicht vorher angewandt wurde. Auch in Fällen in denen Cannabis bereits erfolgreich angewandt wurde, aber es in Folge eines Diätfehlers, oder durch andere Faktoren zu einem Rückfall kommt, sollte Cannabis wiederholt werden. 


Mercurius solubilis oder -corrosivus: Sollte die Behandlung mit Cannabis nicht den gewünschten Erfolg zeigen, so bietet sich Mercurius solubilis als Folge-Therapeutikum an, vor allem, wenn nach 10 -12 Tagen der Eiter grün-gelb wird und dick weiterfließt. Gleichzeitig sind Rötung und Schwellung der Eichel und des Penis oder der Einmündung der Harnröhre in den Vaginalraum vorhanden. Phimose oder Paraphimose können als Begleitphänomen vorhanden sein.


Chronisches Stadium


Im chronischen Stadium bewähren sich Mittel wie 


• Med., Nat-s., Sep., Thuja, Mercurius solubilis und Nitricum acidum, 


je nach Symptomatik. Bei einfachen Exkoriationen wurde beobachtet, dass die mehr syphilitischen Mittel Mercurius und Nit-ac., die Erkrankung eher verschlimmern, weshalb ein Versuch zunächst mit den sykotischeren Mitteln Thuja und Sepia unternommen werden sollte. 


Med: Tripper ganz chronisch oder unterdrückt. Allgemeine rheumatische Beschwerden, besonders bei feuchtem Wetter. Verstimmungen und Depression. Verzweiflungsanfälle. Chronische Kopfschmerzen. Schweiße gegen Morgen. 


Thuja: Hauptmittel der Hahnemannschen Sykose. Bei lymphatisch-hydrogenoider Konstitution. Bei konstitutionellem Tripper mit noch lokalen Erscheinungen. Bringt oft die stockende Sekretion wieder in Gang und in der Folge langsame Heilung aller allgemeinen Beschwerden, wie Kopfschmerzen, Rheuma, Lymphknotenschwellungen, Menstruationsstörungen, Hautekzeme, Kondylome und dergleichen mehr. 


Nat-s: Ist das mineralische Analogon Schüsslers zu Thuja. 


Sulf: Lässt sich als Reaktionsmittel bei jedem chronischen Tripper und bei Trippersiechtum als Zwischenmittel durch kein anderes Präparat ersetzen. 


Sel: Chronischer Fadentripper. Spermaabgang. Prostatorrhoe. Impotenz. Ansonsten ähnlich einzusetzen wie Sulf.


Agn: Sexuelle Schwäche. Impotenz. Schmerzloser, chronischer Ausfluss. Nervöse Depression uns Samenfluss. Wirkt mehr bie der nervösen Erschöpfung des Nervensystems. 


Nux-v: Bei bekannten Nux-v.-Symptomen


Cinnb: Chronischer Tripper mit weißlichem, dünnen Ausfluss.


Ferr: Bei anämischen und nervösen Patienten.


Ph-ac: wie Ferr.


Jod und Kali-i.: Bei chronischen Infiltrationen mit Lymphknotenschwellungen. 


Pip-m: Bei ganz chronischem Tripper.


Hydr. und Sep: Bei chronischem Frauentripper mit Blutungen und Fluor usw. 


Albargin und Ars-i.: Werden von Kubasta als bewährteste Mittel bei chronischem Tripper angewendet. (Albargin ist eine Verbindung aus Gelatose und Argentum nitricum).


Begleitende Syphilinie


In den Fällen, in denen die Erkrankung bereits die sykotische Schwelle überwunden hat und ihre Symptomatik syphilitisch wird, oder der Organismus bereits syphilitisch geprägt wurde, ist es notwendig die mehr syphilitisch wirksamen Mittel ins Auge zu fassen. Z.B. Mercurius solubilis und Verwandte, Nitricum acidum, manchmal aber auch noch Thuja, wenn der syphilitische Anteil nicht besonders stark ist und auf einer Unterdrückung basiert. Auch von guter Wirkung zeigen sich Lycopodium, Phosphoricum acidum und Zincum metallicum. 


Das chronische nicht zu behandelnde Stadium 


Lässt die \go sich trotz aller Srogfalt nicht ausheilen, so mag es nicht allein an der Ausahl der Arzneimittel liegen, sondern an der Nicht-Beachtung der erwähnten Vorsichtsmaßnahmen, wie wiederholter Koitus, trotz Infektion, oder dietätische Fehlgriffe. Jahr schreibt, dass er häufig durch eine einzige Tasse Kaffee oder durch einen einzigen Beischlaf die Absonderungen schlimmer, als je zuvor hat zurückkehren sehen, selbst, nachdem sie vollständig gestoppt waren. Es ist wichtig, die PatientInnen auf diese Tatsache hinzuweisen, oder als Homöopath/als Homöopathin, an diese Problematik zu denken. 


Abheilungs-Stadium


Sulfur: Ist die bisherige Behandlung erfolgreich, und werden die Sekrete mehr serös oder schleimig, hören die Schmerzen auf, geht die ganze Heilung in Richtung Psora, so lässt sich oft ein Heilungsabschluss mit Sulfur herbeiführen. 


Andere Mittel: Ferrum, Natrium muriaticum, Natrium sulfuricum, Nux vomica, Sepia, Thuja.


Tritt nach ca. sechs Wochen keine Heilung ein, sollte die Behandlung dennoch weiter fortgesetzt werden. Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass sich Komplikationen eingeschlichen haben, die leicht übersehen werden. Es kann zum Beispiel sein, dass durch die lange Aktivierung der Sykose sich Syphilinie oder Karzinogenie aktiviert haben, die ein anderes Arzneimittel-Spektrum benötigen, z.B. 


Nitricum acidum: Bei gelbem, blutigem Sekret, wenn sie bereits Geschwüre in der Harnröhre gebildet haben. 


Mercurius solubilis oder -corrosivus: Bei fortbestehendem grün-gelben Ausfluss und aktivierter Syphilinie.


Hydrastis canadensis: Bei dickem, gelbem, schmerzlosen Sekret und im Hintergrund stehender Karzinogenie. 


Ist die Sekretion milchig-weiß (evtl. ein Zeichen aktivierter Tsora-at) sollten folgende Mittel versucht werden: Capsicum, Ferrum oder Hepar sulfuris, in manchen Fällen auch Tussilago und Natrium muriaticum. 


Von anderen Autoren werden Mittel wie: Agnus castus, Agaricus, Copaiva, Cantharis, Cubeba, Petroselinum, Fluoricum Acidum, Polygonum, Mezereum usw. vorgeschlagen, doch die Erfahrung von Jahr zeigt folgendes: 


»Ich habe [mit diesen Mitteln] keine Erfahrung anzubieten, aber was ich von Cannabis in der Behandlung der Gonorrhoe gesehen habe, ist es meine Meinung, dass diejenigen, die alle möglichen Medikamente für das eine oder andere akzessorische Symptom gebrauchen, ihre Zeit verschwenden und heilen die Gonorrhoe auf diese Weise viel langsamer. Nur wenn die Entzündung solche Formen annimmt, dass Gefahr, zum Beispiel durch eine Gangrän droht, wo Arsenicum genutzt werden sollte, sind interkurrente Arzneien notwendig.«[#Jahr]


Ist die Gonorrhoe mit anderen Erscheinungen verkompliziert, wie Schanker, Feigwarzen, Erosionen, usw. sollten Arzneimittel gebraucht werden, die diesen Reaktionen entsprechen.


Nachtripper


Das schmerzlose und nicht sehr reichliche Nachtröpfeln lässt sich oft leicht mit Ferrum, Phosphoricum acidum und Sulfur behandeln.


Strikturen


Die Behandlung der Strikturen ist nicht sehr erfolgversprechend. Dennoch sollte ein Versuch unternommen werden. Zumeist reagiert der Organismus auf niedrige Potenzen besser als auf die hohen. Die niedrigen Potenzen sollten eine lange Zeit gegeben werden, ohne das Mittel zu wechseln, oft über Monate, damit sie kontinuierlich ihre Wirkung entfalten können. Zu empfehlen sind 


• Aurum, Calcium flouricum und Flouricum acidum, Thiosinaminum und Silicea. 


Eine sorgsame Bougierung der Urethra kann vonnöten sein, sollte aber zurückhaltend erwägt werden.


Eine spasmodische Striktur lässt sich mit 


• Bell., Atrop., Canth. und Lobelia 


behandeln, wobei einige Tropfen der Lobelia-Ur-Tinktur in Wasser verdünnt auch in die Harnröhre hineingespritzt werden können.


Schmerzhafte Erektionen


• Canth., Kali-br., Lup., Mygal. 


Chorda


Empfehlenswert sind warme Umschäge und zweistündlich Kalium jodatum D2 5 Tropfen. 


Entzündete Lymphgefäße auf dem Penisrücken


Oft sind die Leistenlymphknoten mit beteiligt. Strengste Bettruhe ist vonnöten, warme Breiunschläge können helfen. Das wichtigste Mittel für diese Komplikation ist wohl Mercurius solubilis. 


5.9.3.5.2 Zystitis


Akute Entzündung: 


Die Hauptmittel für diese Phase der Erkrankung sind: 


• Apis, Belladonna, Cannabis sativa, Cantharis, Mercurius corrosivus und eventuell Camphora bei heftigem, krampfhaftem Harndrang, oder Hyoscyamus bei Tenesmus. 


Chronische Entzündung:


Kann sehr leicht eintreten, wenn die Begleitempfehlungen missachtet werden. Die Behandlung ist oft langwierig, Spülungen der Harnblase sind unter Umständen notwendig. Als Mittel kommen in Frage: 


• Baros., Calc., Cop., Cub., Hep., Lyc., Merc., Nit-ac., Nux-v., Pop-t., Puls., Sabal., Sel., Thuja., und Uva ursi.


5.9.3.6 Entzündungen von Eichel und Vorhaut


Bei Entzündungen der Eichel und der Vorhaut ist absolute Sauberkeit vonnöten. Sie kann unterstützt werden, indem die Vorhaut vor der Eichel zusammengekniffen wird, um in den dadurch entstehenden Vorhautsack hinein zu urinieren, vor allem mit dem Morgenurin. 


Ansonsten sollte die Eichel und die Vorhaut sorgsam mit Echinacin-Wasser gewaschen werden, wobei man ca 20 Tropfen Echinacin-Tinktur auf ein Glas Wasser rechnet. Auch Calendula-Lösungen können hilfreich sein.


Im allgemeinen ist die homöopathische Therapie mit Sepia oder Mercurius solubilis erfolgreich. Bei drohender oder beginnender Gangrän sollte an Arsenicum album gedacht werden. 


5.9.3.7 Gonorrhoische Prostata-Entzündung


Als Begleittherapie sollten feuchte Wärme und warme Sitzbäder neben den üblichen Begleitempfehlungen beachtet werden. 


Akutes Stadium


Das akute Stadium spricht oft auf Aconitum oder Belladonna an. 


Beim Nachlassen der ersten Entzündung können Mittel wie Pulsatilla und Mercurius corrosivus oder -solubilis in Erwägung gezogen werden. 


Droht Verschleppung, oder geht die Erkrankung in ein subakutes Stadium über, sollten Kalium jodatum, Conium maculatum und Selen bedacht werden. 


Chronisches Stadium


Bei chronischer Prostatitis sind Aurum iodatum, Ferrum pricrinicum, Lycopodium, Matico, Pulsatilla, Sabal serrulata, Selenium., Sepia und Thuja die wohl wichtigsten Mittel.


Als Zwischenmittel können Sulfur und Medorrhinum in Erwägung gezogen werden. Auch Merc., Nit-ac., und Tuss. können manchmal von Nutzen sein.


5.9.3.8 Gonorrhoische Entzündung der Samenbläschen


Die wesentlichen Mittel für diese Erkrankung sind 


• Sel., Sulf., Thuj., Med., Canth. und Sabal.


5.9.3.9 Gonorrhoische Entzündung des Samenstranges und des Nebenhodens


Pulsatilla ist das Hauptmittel für diese Komplikation. Die Schmerzen und die Schwellung lassen unter ihrer Anwendung schnell nach und der unterdrückte Ausfluss erscheint wieder. 


Hamamelis ist bewährt bei äußerst schmerzhafter Schwellung und ausstrahlendem Schmerz entlang der Samenstränge. Venöse Stauungen und Entzündungen. Wundheitsgefühl. Sehr empfindlich gegen Berührung. Folge von Tripper-Unterdrückung.


Subakutes Stadium


Hier sollte Clem., Merc. und Cinnb. bedacht werden.


Chronische Entzündung


Die bewährtesten Mittel gegen eine chronische Entzündung und/oder Verhärtung der Nebenhoden sind 


• Aur., Gels., Jod., Med., Rhod., Spong., Sulf. und Thuja.


5.9.3.10 Gonorrhoische Entzündung von Hoden und Skrotum


Pulsatilla: Normalerweise ist die Komplikation mit Pulsatilla allein gut in den Griff zu bekommen. Sollte Pulsatilla nicht die erwünschte Wirkung zeigen, sollte man an Mercurius solubilis denken. Jahr schreibt: »In früheren Jahren habe ich gute Resultate mit Aurum erzielt, aber in letzter Zeit komme ich mit Pulsatilla und Mercurius (auch Merc-j-fl.) gut zurecht. Für die Induration des Hodens, die manchmal Jahre nach einer fehlbehandelten Gonorrhoe bestehen bleibt, war das wirkungsvollste Mittel in meinen Händen Clematis erecta, obwohl es einen manchmal im Stich lässt.«[#Jahr]


Aconitum: Bei der phlegmonösen Form der Entzündung mag Aconitum sehr hilfreich sein, manchmal auch Belladonna.


Jod: Subakute und chronische Hodenschwellung. Neigung zu Atrophie und Impotenz. Folgen von Tripper, Lues, Hg-Missbrauch, Tuberkulose. Schmerzen strahlen in den Leib aus. Bei chronischen Hodengeschwülsten ist es empfehlenswert die verschiedenen Jod-Präparate zu wechseln: 


• Kali-j., Aur-j., Bar-j., Ars-j., Sulf-j., Ferr-j., Calc-j., Merc-jod-fl. und rub., Plb-j.


Spong: Schwellung mit Schmerz. Stiche in Richtung Samenstrang ausstrahlend. Hoden hart mit pressenden Schmerzen. Bewegung und Berührung verschlimmern. 


Aur., Aur-j, Aur-m-nat, Merc-aurat.: Chronische Orchitis infolge von Tripper, Lues, Tuberkulose. Bewährt bei längerem Gebrauch. 


Clem.: Akute und subakute Hoden- und Nebenhodenentzündung, besonders nach Tripper. Hoden steinhart und äußerst schmerzhaft. 


Rhod.: Chronisch werdende Entzündung. Hydrozele. Verhärtung. Neigung zu Atrophie. Schmerz wie gequetscht. Ziehen im Samenstrang, in Richtung Körper und Schenkel ausstrahlend. Tripper-Folgen. Hg-Missbrauch.


Merc: Schwellungen nach Tripper.


Andere Mittel: Weitere infrage kommende Mittel sind Con., Lyc., Sil., Bar-c., Carb-an., Gels., Sulf., Thuja und Med.


5.9.3.11 Gonorrhoische Entzündung der Bartholinischen Drüsen, Vulva und Vagina


Akutes Stadium:


Die Hauptmittel für das akute Stadium sind Bell. und Apis. 


Subakutes Stadium:


Für das akute bis subakute Stadium kommen die üblichen Mittel Cann-sativa., und indica, Canth. und Merc. infrage.


Chronisches Stadium:


Das chronische Stadium lässt sich am besten mit Hep., Hydr., Cinnb., Nit-ac., Sulf-j., Sulf., und Thuj. behandeln.


Versucht werden können Therapien mit Cann-s. und indica, Canth., Merc., Thuj.


5.9.3.12 Gonorrhoische Entzündung des Muttermundes


Gonorrhoische katarrhalische Entzündungen des Muttermundes können Sterilität zur Folge haben, weshalb die Behandlung sehr ernst zu nehmen ist, obwohl die Symptomatik vielleicht nur gering ausfällt. Begleitend mit dem Cervixkatarrh können Abmagerung, Schwächezustände, nervöse Störungen, Schmerzen im Becken, Rücken und Kreuz auftreten. 


Spülungen mit Kochsalzlösungen können hilfreich sein, auch Injektionen mit Bierhefe können als Begleitmaßnahme neben der inneren Behandlung sinnvoll sein. 


Calc., Kreos., Merc.: Bei starkem Ausfluss.


Hydr., Hydrocotyl., Nit-ac., Arg-n.: Bei Geschwüren und Einrissen. Blutig-eitrige Sekretionen. 


Sep., Murx., Lyc., Ars., Ferr., Aur-m.: Angezeigt nach Allgemeinsymptomen.


Kali-m: Bei allgemeiner Anämie. Dumpfe Schwere im Kreuz. Erosionen. Hyperplasie der Cervix. Schleimausfluss.


Kali-p: Schleimig-eitriger Fluor. Steiche im kleinen Becken. Lähmigkeit, allgemeine Erschöpfung. Neurasthenie.


Kali-s: Leichtere Formen, keine Blutungen, aber reichlicher, gelber Ausfluss. Frösteln. Verlangen nach frischer Luft. 


Jod: Weicher, eindrückbarer Muttermund. Wundfressender Ausfluss.


Hydr: Ulzeration. Induration. Gebärmuttervorfall. Karzinom. Zäher, eitrig-schleimiger Ausfluss, dumpfe Rückenschmerzen. 


Hydrocot: Akuter Cervixkatarrh, dabei dumpfer beständiger Schnerz im linken Eierstock. Heiße Vagina. Unerträgliches Jucken. Keine Erosionen.


5.9.3.13 Chronischer Ausfluss, Fluor, Leukorrhoe


Fluor ist keine Krankheit im eigentlichen Sinne, sondern ein Krankheits-Ausscheidungsversuch des Organismus. Der Fluor ist eine der Schleusen, durch die sich eine Krankheit nach außen entleeren kann. Das hat zur Folge, dass eine Unterdrückung dieser Abscheidung fatale Folgen für den Organismus haben kann, da durch die Unterdrückung es möglich is, dass die innere Krankheit sich manifestiert.


Klinisch betrachtet gibt es vier Arten von Fluor:


1. Den Fluor der äußeren Geschlechtsorgane (vulvarer Fluor)


2. Den Fluor der Scheide (vaginaler Fluor)


3. Den Fluor des Gebärmutterhalses (zervikaler Fluor)


4. Den Fluor der Gebärmutter (uteriner Fluor).


Bei Kindern und bei alten Frauen findet sich gehäuft der vulvare Fluor, die anderen Arten des Ausflusses entstehen während der Zeit der Fruchtbarkeit. 


Zu 1.: Der vulvare Ausfluss ist serös-eitrig, klebrig, ölig und riecht nach altem Käse. Ursache ist eine gesteigerte Talgabsonderung.


Zu 2.: Der vaginale Ausfluss kommt bei jungen Frauen vor und ist rahmartig oder weiß und eitrig. Er kann mild, aber auch wundmachend sein. 


Zu 3.: Der zervikale Ausfluss ist dick, zäh und klebrig. Er lässt sich in Fäden ausziehen und enthält Eiweißbestandteile. 


Zu 4.: Der uterine Ausfluss hat Ähnlichkeit mit dem zervikalen, ist jedoch wässriger. Er kann mit Blut durchzogen sein oder mit Eiter vermischt. Nach den Wechseljahren ist er häufig wundmachend, dünn und wässrig. 


Ausfluss kann akutFluor ! akuter auftreten nach Ereignissen, wie Über-Müdung, Erschöpfung, akuter Krankheit, Fieber usw.. Er hat dann die Aufgabe einen Teil des Krankheits- oder Überforderungsprozesses auszuschleusen und versiegt von alleine wieder. Diese Art des Ausflusses ist nicht behandlungsbedürftig. 


Anders sieht es aus bei einem chronischen AusflussFluor ! chronischer. Dieser hat die Aufgabe miasmatische Geschehen auszuleiten und trägt ihre miasmatischen Charakteristika. Begleitet kann ein solcher Ausfluss von anderen Beschwerden sein, wie Rücken-, Kopf- und Lendenschmerzen, Mattigkeit, häufigen Kräfteverlusten und allgemeiner Schwäche, die durch Stehen oder Arbeiten, sowie um die Menstruationszeit verschlechtert wird.


Um diesen Ausfluss zu behandeln ist es notwendig nach miasmatischen Spuren zu suchen, wobei uns klar sein sollte, dass ein sykotischer Ausfluss die innere Sykose latent werden lässt, während ein tuberkulinischer Ausfluss die innere Tuberkulinie zum Schweigen bringt. Oft ist also der Ausfluss das einzige Zeichen des aktiven Miasmas. 


Um die Behandlung des Ausflusses zu unterstützen empfehlen sich folgende Begleittherapien: 


»Nur bei der sykotischen Art (des Ausflusses) verschreibe ich Spülungen und Einspritzungen, aber nicht öfter als einmal täglich mit sterilem Wasser, von ungefährer Körpertemperatur. Zuviel Spülen ist schlecht, da es den Scheidenkanal ausweitet und eine Reaktion des örtlichen Gewebes und schließlich eine örtliche Reizung erzeugt. Außerdem verlangt der Organismus schnell nach der stimulierenden Wirkung des heißen Wassers und es dauert nicht lange, bis die Patientin nicht mehr ohne dieselbe sein kann. Ich habe bessere Ergebnisse ohne die Anwendung heißer Spülungen gesehen.


Ich verschreibe oft rohe Eier, Milch, Sahne, Olivenöl, Getreideerzeugnisse und Gemüse, sowie frische Luft, Schlaf mit weit offenem Fenster usw., um die besten Ergebnisse von der Umgebung her zu erreichen.


Die rohen Eier ersetzen den Eiweißverlust, der mehr oder weniger immer eintritt.


Rohkost und frische Luft sind ebenfalls ausgezeichnet zur Erneuerung des    Körpers.


Das Olivenöl erhöht den Fettanteil im Körper, was notwendig ist, um die Wirkung des tuberkulösen Elementes zu überwinden. Der Verlust von Fettgewebe in Verbindung mit Blutzellveränderungen ist so ziemlich die erste Veränderung, die wir an diesen Patientinnen bemerken. Dieselben Veränderungen sehen wir bei Kindern, die unter Wurmbefall leiden.


Der Urin bekommt rasch einen Belag von Fettkügelchen.


Nehmen Sie die Kartoffeln und das Fleisch für kurze Zeit aus dem Speiseplan oder geben Sie nur sparsam davon und erhöhen Sie die Fette. Das beste Fett ist Olivenöl, zwei Dessertlöffel täglich sind ausreichend, da dies etwa die Menge ist, die der Körper aufnehmen kann.


Eier, reine Butter und Sahne folgen in dieser Reihenfolge als Fetterzeuger.


Frische Luft und viel Spazierengehen in Verbindung mit den angezeigten Mitteln, wird die Gesundheit dieser Patientinnen schnell wiederherstellen.«[#Allen] 


5.9.3.14 Gonorrhoische Entzündung des Endometriums


akute Formen


Akutes Stadium: Hier kommen vor allem Acon., Bell., und Verat-v. in Betracht.


Subakutes Stadium: Merc-c., Hep., Sep., Nit-ac., und Puls.


Blasenkatarrh, mit: Canth., Cann-s., Thuj.


septische Formen: Lach., Chin-ars., Pyrog., und Echin. 


chronische Formen


Anämie mit stockender Regel: Puls., Nat-m., Con., Kali-c., Ars.


Anämie und Blutungen: China., Ferr-j., Ferr-acet., Hydr., Calc.


Ausfluss, reichlicher: Alum., Am-c., Calc., Hep., Jod., Kreos., Lil-t., Mag-m., Merc., Murx., Sec., Sep.


Stauungen im Uterus und Schwellung: Aur-mur-nat., Aur-jod., Helon., Lyc., Nux-v., Sep., Sulf.


Blutungen, Menorrhagie und Metrorrhagie: Coll., Hydr., Mag-m., Murx., Nit-ac., Phos., Plat., Sabin., Sec.


Krämpfe, Rückenschmerzen und Dysmenorrhoe: Caul., Cimic., Coll., Kali-c., Nat-m.


Tumore und Verlagerung: Aur., Bar-c., Bar-j.,Calc-s-stib., Con., Plat., Stann.


5.9.3.15 Gonorrhoische Entzündung der Eileiter, Eierstöcke und ihre Umgebung


Akutes Stadium: Acon., Apis., Bell., Bry., Canth., Coloc., Merc-c., Salix-n., Thuj. 


Eitrig: Hep., Calc-s., Sil.


Septisch: Ars., Lach., Naja., Pyrog., Echin.


Tuberkuline Heilungsreaktionen: Ars-j., Naja., Pyrog., Echin.


Resorption: Jod., Sulf-j.


5.9.3.16 Rektalgonorrhoe


Merc-c: Das häufigst erfolgreiche Mittel ist wohl Mercuris corrosivus. Diarrhoe schleimig, blutig, stinkend. Stuhldrang mit dem Gefühl nie fertig zu sein. Frösteln nach dem Stuhl. Heftige Tenesmen, die nach dem Stuhlgang nicht aufhören.


Aloe: Scharfe, wundmachende, dünne oder gallertige, stinkende Dioarrhoe. Heiße Blähungen. Hinsein nach dem Stuhl. Sphinkterschwäche. Ruhrartgie Durchfälle. Angst, dass der Stuhlgang mit jeder Blähung abgeht.


Colch: Diarrhoe oder Obstipation. Vergeblicher Drang. Massen von Schleim und Schleimfetzen und Membranen, die mit dem Stuhl abgehen.


Plat: Obstipation mit Schleimsekretion bei Schwangeren und Reisenden. Kot klebt wie Kitt am After.


Hydr: Obstipation mit Kolikanfällen. Zähe, gelbe Schleimmassen umwickeln die Kotballen. Schleimige Abgüsse des Darmes, bei Leber und Uterusleiden. Nach Missbrauch von Abführmitteln. Neigung in die syphilitische Phase überzugehen (Karzinogenie).


5.9.3.17 Oropharyngale Gonorrhoe


Akutes Stadium: Acon., Bell., Apis., Canth., Jod., Hep., Merc.


Chronisches Stadium: Aesc., Alum., Bar-j., Calc., Calc-j., Caps., Kali-c., Med., Merc-bij., Nat-m., Nux-v., Phos., Sulf., Sulf-j., Thuj. 


Syphilinie: Arg-n.,Ars., Ars-j., Kali-bi., Kali-j., Lach., Merc-c., Merc-cyan und aurat., Merc-nit., Nit-ac., Sec., Sil.


5.9.3.18 Gonorrhoische Augenentzündung


Akute Entzündung: Im Beginn empfiehlt es sich die starke Entzündung mit Aconitum zu behandeln, doch ist bei dieser Therapie nicht zu erwarten, dass der gonorrhoische Ausfluss wiederhergestellt werden kann. Auch Apis und Belladonna kommen, je nach Symptomatik in Frage. 


Zweites Stadium: Hier sollte vor allem Merc., Merc-bij., Merc-c. und Arg-n. bedacht werden. 


Ist der akute Beginn einigermaßen abgeklungen lassen sich Arzneien wie Pulsatilla oder Hepar sulfuris gut folgen. 


Bei Eiterung, Hypopion, Chemosis und Schmerzen ist Hep. zu empfehlen


Ist die Gefahr der Erblindung einigermaßen eingedämmt, aber die Erkrankung ist noch nicht abgeklungen, oder droht Geschwürsbildung sollte der Behandlung Nitricum acidum, oder Aethiops antimonialis oder/und Tussilago je nach der Symptomatik folgen. 


Nachkur: Eine abschließende Behandlung kann mit Euphr., Puls., Sulfur oder Thuja erfolgen.


5.9.3.19 Gelenkrheumatismus


Akutes Stadium: Das akute Stadium verlangt oft Mittel wie Aconitum oder Belladonna. Bryonia oder Kalmia kommen bei großen Schmerzen während der Bewegung infrage. 


Nachdem die akuten Erscheinungen abgeklungen sind, kann Pulsatilla als bewährtes Mittel eingesetzt werden, obwohl auch ein Versuch mit Cimicifuga in Erwägung gezogen werden sollte. 


Der Rheumatismus der einem unterdrückten Tripper folgt, spricht oft auf Gelsemium an, aber auch Merc-corr., Thuja., Phyt., Sulf., Sabin. und Colch. sollten bedacht werden. 


Die Restzustände der rheumatischen Erscheinung können mit Mitteln wie Mercurius solubilis, Thuja oder Sarsaparilla behandelt werden. Clematis ein Mittel, das für diesen Zustand immer besondere Erwähnung findet, zeigte sich in der Erfahrung von Jahr als gänzlich ungeeignet für die Behandlung des Rheumatismus.


Jodum und Kalium jodatum helfen bei der Resorption des Exsudates.


5.9.3.20 Gonorrhoische Endokarditis


Akutes Stadium: Acon., Bry., Colch., Jod., Spig., Spong., Verat-v.


Subakutes Stadium: Apoc., Cact., Dig., Kalm., Naja.


Chronisches Stadium: Ars., Ars-j., Camph., Crataeg., Crot-h., Kali-c., Lach., Phos., Thuj.


5.9.3.21 Gonorrhoische Entzündung der Schleimhäute


Oft müssen hier Mittel gewählt werden, die die konstitutionelle Bereitschaft Katarrhe zu entwickeln beeinflussen können. Für die gonorrhoische Sykose sind dies im wesentlichen Thuja und Medorrhinum. Für eine genauere Behandlung ist es unerlässlich die genaue Art des produzierten Schleimes zu repertorisieren.


5.9.3.22 Disseminierte Gonokokkeninfektionen


Als Mittel kommen in Frage: 


• Ars., Carb-v., Chin-ars., Crot-h., Ferr-p., Gels., Phos., Rhus-t.


Nachbehandlungen mit Medorrhinum und/oder Thuja sind notwendig, da es sich bei dieser Form der Erkrankung um eine sykotisch-tuberkulinische Heilungsreaktion handelt, die zwar auf tuberkulinische Mittel reagieren kann, ihre Wurzeln jedoch in der Sykose hat.


5.9.3.23 Gonorrhoische akute Perihepatitis (Fritz-Hugh-Curtis-Syndrom)


Die Hauptmittel für diese Form der Komplikation sind: 


• Echin., Chel., Crot-t., Hep., Merc., Phos., Pyrog.


5.9.3.24 Abszesse


Abszesse können an verschiedenen Orten auftreten, so am Penis, von der Harnröhre ausgehend, im Schwellkörper, in den Cowperschen Drüsen, oder an den Leistenlymphknoten. Hilfreich für diese Komplikation sind: 


• Hep., Merc., Silicea und Sulfur. 


Bleiben nach den Abszessen Verhärtungen der Gewebe zurück, so können diese mit Jodum und Kalium jodatum aufgeweicht werden.


5.9.3.25 Sonstiges


Es gibt noch eine Reihe von Arzneien, die bei der Behandlung der Gonorrhoe ins Spiel kommen können, und in der Arzneimittellehre studiert werden sollten. Z.B. 


• Alnus rubra, Aloe socotrina, Asclepias incarnata, Asclepias syriaca, Caulophyllum, Chimaphila, Dipterocorpus turbinatus, Erigeron canadense, Eryngium aquaticum, Pipsissewa, Sirium myrtifolium usw. 


Die Liste der Therapie-empfehlungen ist sicher nicht vollständig und könnte jederzeit ergänzt werden, doch sollten die meisten Gonorrhoe-Erkrankungen mit den angegebenen Mitteln ausgeheilt werden können. Für alle Fälle die dies nicht tun ist eine sorgfältigere Fallanalyse notwendig.