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e Sykose in der Medizin Bearbeiten

Die Sykose in der Homöopathie Bearbeiten

Nachdem wir uns der Sykose durch ihre Mythologien genähert haben, wollen wir jetzt den Schritt wagen, das Denken der Ur-Heber der Homöopathie auf Hinweise bezüglich der Sykose und der Entstehung der Miasmen zu untersuchen, um ein noch genaueres Bild zu bekommen, was sich hinter dem Begriff Sykose eigentlich verbirgt.

Wir sahen, anhand der Betrachtung sykotischer Mythologien, wie früh die Sykose als Inkarnations-Krankheit bereits in der Menschheitsgeschichte vorhanden war. Ihre Ur-Elemente als Krankheits-Möglichkeiten lagen bereits vor, jedoch waren sie nicht als Krankheit in dem Sinne, wie wir es heute verstehen, ausgeprägt.

Auch die Sterblichkeit kam durch die Sykose in den Bereich des Menschlichen, doch auch nicht in der Weise wie wir es heute verstehen.

Trauen wir den biblischen Schriften, so wurde

• Adam 930 Jahre und zeugte mit 130 Jahren noch einen weiteren Sohn, nämlich Seth, der der Ur-Vater der nächsten Generationen wurde, nachdem Abel erschlagen und Kain vertrieben war.

Die Zeit-Dimensionen eines Adam, waren also anders, als die Zeit-Dimensionen der heutigen Menschen.

Liest man die Geschichten der Bibel weiter, so wird offensichtlich, dass die Lebenszeit des Menschen immer beschränkter wird, bis dem Mensch die Zeitspanne zugestanden wird, die heute üblich ist.

Der Beginn der Krankheit ist dort zu sehen, wo die Tsora-at (Aussatz) in das Menschenleben eingedrungen ist. Da die Ur-Probleme von Sykose und Syphilinie bereits vorhanden waren, wie wir auch im folgenden Buch über die Syphilinie sehen werden, konnten sie durch die Tsora-at zu Krankheiten werden.

Kent formuliert es folgendermaßen in seinen Vorlesungen zur Theorie der Homöopathie:

»Die Psora [Tsora-at] ist also die Grundursache aller Krankheiten des Menschen, sie war die erste, die Urkrankheit der menschlichen Rasse. Sie ist eine Ordnungsstörung im Innern des menschlichen Organismus. Diese Ordnungsstörung wirkt sich in der Form der allerverschiedensten chronischen Krankheiten aus, der allerverschiedensten chronischen Krankheitsmanifestationen. Wäre die menschliche Rasse nie von der Ordnung abgewichen, so wäre die Psora nie ins Leben getreten.

[Sie hängt zusammen] mit dem ersten großen Fehltritt des Menschen, der Ursünde, welche die erste Krankheit des Menschen gewesen ist; ich verstehe darunter die geistige Aberration, diesen Primärzustand, der der gesamten menschlichen Rasse die Anfälligkeit für die Psora einbrachte und welche ihrerseits dann die Grundlage für alle weiteren Krankheiten abgab.«[Kent-Theorie, S. 168]

Aus den Worten Kents wird ersichtlich, dass die Tsora-at bereits im Menschen schlummert, denn ohne bereits vorhandene Krankheit, kann der Mensch nicht krank werden.

Noch deutlicher wird es in folgenden Worten:

»Die drei chronischen Miasmen Psora, Syphilis und Sykosis sind alle ansteckend. In ihrer Natur ist etwas, das den sicht- und spürbaren Manifestationen derselben vorangeht, welche wir Krankheit nennen. Wir sprechen von den Zeichen und Symptomen einer Krankheit; wir sprechen z.B. von der Syphilis, wenn wir die typischen Symptome dieser Krankheit herauskommen sehen, aber vergessen wir nicht, dass diesem Stadium ein unsichtbares vorausgeht, ohne welches es keine Syphilis gäbe. Sie könnte den Menschen nicht infizieren, wenn er nicht etwas böte, was ihre Entwicklung ermöglicht. Genau so ist es mit der Psora, auch sie könnte im Menschen nicht aufkommen, böte er ihr nicht ein geeignetes Terrain.«[Kent-Theorie, S. 177]

Diese Gedanken, wie Kent sie äußert, dass der Mensch bereits krank sein muss um krank zu werden, wird von vielen Homöopathen geteilt. Und so begann die Suche, nach der Ur-Krankheit aller Krankheiten, die Hahnemann in der Psora als »Mutter aller Krankheiten« gefunden zu haben glaubte.

Auch Kent folgt dieser Idee in seinen Schriften:

»Das menschliche Geschlecht muss einmal in einen Zustand geraten sein, ein welchem es empfänglich für die Psora war; bei einer vollkommen gesunden Rasse hätte die Psora nie Boden fassen können. Vorausgehend der Psorainfektion muss schon ein gewisser Krankheitszustand existiert haben, ein Zustand der gestörten Ordnung, von dem wir mit vollem Recht wissen möchten, woher er kam, welche Ursache er hatte, wie er dann verlief und welcher Natur er war. So werden manche sagen.

Wollen wir dieses aber erforschen, so müssen wir das Wort Gottes als historische Tatsache über den Ursprung und die älteste Geschichte der Menschen akzeptieren, denn keine andere Geschichtsschreibung beginnt so weit vorne. Bestimmt macht es absolut nichts aus, auf solche Weise zu schließen, und ich hoffe, man nimmt das so an, und nimmt es nicht nur als historische Tatsache, sondern als göttliche Offenbarung.«[Kent-Theorie, S. 177]

In diesen Worten Kents wird deutlich wie stark auch seine Hinwendung zu den ältesten Quellen und Mythologien gewesen ist, die uns nicht nur im Buch über die Psora, sondern auch in höherem Maße vielleicht, in diesem Buch begleiten.

In der Geschichte der Tsora-at, dem Aussatz, deren Manifestation die Lepra-Erkrankung ist, konnten wir den gespannten Bogen erkennen, der zur Entwicklung der Psora, der Krätzkrankheit führte. Auch Kents Gedankengebäude spannt diesen Bogen:

»Lange vor der Sintflut, welche die Bösen jener Zeit beseitigte, gab es unter den Menschen eine Krankheit, Lepra genannt, welche aber nur das Resultat der schrecklichen Profanation alles Höchsten war, die zu einer gewissen Zeit um sich griff.

Eine große Zahl Menschen litt damals unter dieser heftigen Aura der Lepra, während heutzutage die allgemein verbreitete Ordnungsstörung der menschlichen Rasse nur eine mildere Form von Psora bei einer damals veränderten Menschheit darstellt.

Das Böse zu wollen, Falsches zu denken und aus dem Leben eine Folge von falschen Dingen zu machen, versetzt Geist und Körper in einen Zustand der Anfälligkeit für Krankheit, und so ist auch die Psora genannte Form von Krankheit nur eine Manifestation im Äußern von dem, was im Innern des Menschen, in seinem Wesenskern, vor sich geht.

Die äußere Lepra ist wohl zurückgegangen, aber ist denn der heutige Mensch nicht ein moralisch Lepröser ?

So steht es leider heute mit dem menschlichen Geist. In anderen Worten:

• Jedermann ist psorisch.

Wir wissen was Lepra bedeutet, und zu sagen, dass die ganze Welt heute an Psora leidet, heißt nicht mehr und nicht weniger, als dass die Lepra auch heute noch das Gesicht der Erde entstellt, nur eben in einer milderen Form, in der Form der Psora.

Jedes Neugeborene wird neu angesteckt. Weil die Psora nun Generation um Generation belastet, Jahrhundert um Jahrhundert, nimmt die Empfänglichkeit für sie zu.

Freilich, viele sagen, die Milbe gehe dem Ausschlag voran. Die solches behaupten, wissen aber nicht, dass eine gesunde Person unempfindlich für die Milbe ist, sie tut einer gesunden Person nichts. Das Miasma entwickelt sich aus einem Anfangsstadium heraus, der Acarus ist eine Erscheinung der Endstufe dieser Entwicklung.

"Die Psora ist die Ursache der Krätze, sie bereitet letzterer das Bett und nicht umgekehrt, wie alle Bücher fälschlicherweise schreiben." (Pierre Schmidt)

Der Zustand vor dem Erscheinen der Milben ist die Hauptsache, die Milbe ist nicht der Anfang. Die menschliche Gesellschaft wird von Generation zu Generation empfänglicher für diesen inneren Zustand, und dieser ist die Grundursache, die den Menschen auch zur Syphilis prädisponiert. Hätte er keine Psora, würde er auch keine Syphilis aquirieren; das Terrain wäre nicht vorhanden, auf welchem erst das Letztere treiben und sich entwickeln kann.«[Kent-Theorie, S 178-179]

Ich glaube dass aus diesen Worten genügend deutlich genug hervorgeht, dass alle Menschen miasmatisch belastet sind, vor allem durch die Tsora-at. Und dass die miasmatische Belastung Voraussetzung für das Erscheinen der entsprechenden Krankheitsbilder ist. (Die Psora ist Voraussetzung für das Erscheinen der Krätze, die Sykose für das Erscheinen der Gonorrhoe, die Syphilinie für das Erscheinen der Syphilis usw.)

Somit haben wir es bei der Therapie der miasmatischen Erkrankungen mit zwei grundsätzlichen Problemen zu tun,

1. mit der Behandlung der aktiven Erkrankung,

2. mit der Behandlung des zu Grunde liegenden Miasmas, das die Erkrankung überhaupt erst ermöglichte.

Dieses Denken führt uns zu einer Trennung von Miasma, und Miasma-Folge, von Ursache und Wirkung.

So schreibt Samuel Hahnemann in seinen chronischen Krankheiten:

»Der vom Feigwarzen-Miasm abhängige Tripper (...)«[Hahnemann-chronische, Bd. I, S. 105]

»Der Miasm der gemeinen, übrigen Tripper scheint den ganzen Organism nicht zu durchdringen, sondern nur die Harnorgane örtlich zu reizen.«[Hahnemann-chronische, Bd. I, S. 105]

Aus den Zitaten von Samuel Hahnemann lassen sich folgende Schlussfolgerungen ableiten.

1. die Gonorrhoe ist vom Feigwarzen-Miasma abhängig,

2. der normale Tripper ist nur eine Lokalkrankheit

Auch die Zitate von J. H. Allen verdienen Bachtung, da er sich intensiv mit den Miasmen beschäftigte und die Grundlagen der miasmatischen Therapie legte, nach der auch heute noch einige Schulen erfolgreich therapieren. Folgende Zitate stammen aus seinem Buch - Die chronischen Krankheiten - Die Miasmen.

»Sykose ist kein neuer Name für Gonorrhoe, noch ist sie eine Gonorrhoe in irgendeiner Bedeutung des Wortes. Die wohlbekannte spezifische Harnröhrenentzündung (Urethritis) zeigt nur in ihrem Anfangsstadium ähnliche Erscheinungen wie die der Sykose, und die Geschichte der zwei Krankheiten unterscheidet sich beträchtlich in ihrer konstitutionellen Entwicklung und ihrem Fortschreiten.

Einfache Gonorrhoe ist kein Grundmiasma, während Sykose eines der chronischen Miasmen von HAHNEMANN darstellt, welches nebst der Psora das hartnäckigste der großen Dreiheit untergrabender Kräfte - Syphilis, Sykose und Psora - ist...

Das, was die heutigen Pathologen gonorrhoische Infektion nennen, ist das, was wir mit Sykose bezeichnen. Aber es ist keine Infektion mit einem vermeintlichen gonorrhoischen Katarrh, denn die einfache Gonorrhoe befällt nicht den Organismus, wie dies bei der gonorrhoischen Sykose der Fall ist.«[Allen, Bd. I, S. 220]

Auch hier wird die Trennung gesehen von einfacher Gonorrhoe, die »kein Grundmiasma« ist, und der Sykose, die zur Trias Psora-Syphilinie-Sykose der miasmatischen Erkrankungen gehört. Es ist also notwendig zu unterscheiden zwischen Gonorrhoe!einfacheeinfacher Gonorrhoe, einer Lokalerkrankung ohne tiefgreifende Folgen und der sykotischen GonorrhoeGonorrhoe!sykotische, die zwar von den »heutigen Pathologen« als gonorrhoische Infektion gesehen wird, jedoch viel tiefgreifendere Folgen nach sich zieht.

Man könnte vielleicht formulieren, dass die Sykose eine chronisch miasmatische Erkrankung ist, die als Gonorrhoe in Erscheinung treten kann (»der vom Feigwarzen-Miasm abhängige Tripper«) jedoch nicht mit der Gonorrhoe, wie wir sie kennen und verstehen, identisch ist.

Auch die Feigwarzen-Krankheit ist nur eine Form des sykotischen Ausdruckes, bzw. eine Reaktion des Organismus auf die Anwesenheit der Sykose, wie die Gonorrhoe.

Die Erscheinungen, die ein Miasma produziert ist nicht, wie oft fälschlich gesehen, Ausdruck des Miasmas, sondern Ausdruck der

• Wechselwirkung des menschlichen Organismus mit dem Miasma.

Das Miasma an sich ist unerkennbar, und nur durch Annäherungen zu bestimmen.

Es gibt Tiere und Tiergruppen, die nicht unter den gleichen Krankheiten leiden, wie der Mensch. Betrachtet man die Krankheit als eine eigenständige Entität, so gibt es keine erkennbaren Gründe, warum ein Organismus mit einer Krankheit infiziert werden kann, ein anderer nicht. Da der Grund nicht in der Krankheit selbst liegen kann, die ja in sich selbst identisch bleibt, kann der Grund nur in der unterschiedlichen Re-Aktion der verschiedenen Organismen auf die Krankheit gesucht werden. Diese Interaktion kann eine Erkrankung ermöglichen, oder sie verhindern, oder sie teilweise zulassen, oder, oder, oder....

• Die Wirkungen die eine Krankheit auf einen Organismus hat ist also nicht krankheitsspezifisch, sondern interaktionsspezifisch.

Ähnlich sind auch die Arzneimittelprüfung zu betrachten. Auch sie zeigen nicht die Symptome eines Arzneimittels, wie oft fälschlicherweise behauptet wird, sondern allein Symptome eines Organismus, der in sich-selbst-beobachtender Weise mit einem Arzneimittel (einem anderen Wesen) in Kommunikation und Wechselwirkung tritt.

Ist die Kommunikation gut, kann der Organismus viele und gute Symptome produzieren, ist die Interaktion schlecht, nur wenige oder schlechte. Das Wesen der Arznei kann auf diese Weise verstanden werden, oftmals gelingt es aber nicht, weshalb ergänzende Methoden zur Erfassung des arzneilichen Wesens notwendig werden. Sind wir in der Lage zu erkennen, um was es sich bei den arzneilichen Werkzeugen, die uns zur Verfügung stehen handelt, sind wir in der Lage dem Wesen der Arznei nahe zu kommen, sind wir oft auch in der Lage seine Funktionalität gut in unsere therapeutischen Bemühungen einzubauen.

Haben wir dagegen nur eine Beschreibung der Arznei, hervorgerufen durch eine Arzneimittelprüfung, aber keinerlei Verständnis für die Wirkweise und dem Wesen einer Arznei, verschreiben wir nur auf Symptome, ohne zu verstehen, sind die therapeutischen Versuche oft gekennzeichnet von Herumtasten und -irren.

Bekommen wir gleichzeitig ein immer besseres Verständnis der Reaktionen in unserem Organismus und der Schönheit und Perfektion eines Heilungsprozesses (HeilungserkenntnisHeilungserkenntnis), und sind wir in der Lage die Kenntnis des Arznei-Wesens an den Heilungsprozess anzupassen, wird es immer weniger notwendig die Symptomenfetzen der Arzneimittelprüfungen mit den Beschwerden des Patienten zu vergleichen. Es wird immer stärker sich ein Denken entfalten können, das erkennt, was das Ziel und Aufgabe einer Erkrankung auf dem Lebensweg des Patienten ist, und welche Werkzeuge wir in freundschaftlicher Weise nutzen können um den Patienten auf seinem Heilungsweg zu begleiten.

Halten wir das Ziel im Auge, werden Blockaden zeitgerecht und therapierbar auftauchen und in dem Sinne überwunden werden, wie wir in der Lage sind unser Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Haftet unser Blick zu sehr an den Symptomen und an den Krankheiten ohne sie zu verstehen, verstärken wir die Krankheit oft und verwirren ihre Spuren, ohne sie zu heilen.

Verstehen ist essentiell für eine gute Therapie, mit dem ganzen Sein, mit Herz und Verstand, mit Liebe und Weisheit, um dann die Kraft aufzubringen den Weg zu gehen, der notwendig ist, um die Not zu wenden.

In der modernen Physik rang man mit einem ähnlichen Phänomen, nämlich das ein Wesen unterschiedliche und paradoxe Phänomene zeitigen kann, wie die Sykose, die als Gonorrhoe und als Feigwarzen-Krankheit in Erscheinung tritt, und doch weder das Eine noch das Andere ist. Ein ähnlicher Effekt wurde zu einem der bedeutenden Meilensteine der Quanten-Physik.

Durch Experimente wurde im Laufe der Zeit deutlich, dass Licht sowohl als Teilchen, als auch als Welle reagieren kann, was die Wissenschaftler aller Länder zunächst sehr verwirrte, denn Wellen breiten sich aus, haben demnach keinen exakt bestimmbaren Aufenthaltsort, während ein Teilchen kompakt ist, und sich in Raum und Zeit eindeutig lokalisiert.

Im Jahre 1803 wurde durch Thomas Young, so dachte man zumindest damals, ein für alle Mal die Natur des Lichtes erkannt. Er hatte ein sehr einfaches Experiment durchgeführt. Vor einer Lichtquelle (abgeschirmtes Sonnenlicht) setzte er einen Schirm mit zwei senkrechten Schlitzen. Jeder Schlitz konnte abgedeckt werden. Auf der anderen Seite des Schirmes mit den zwei Schlitzen war eine Wand. Das Licht, das durch den Doppelspalt hindurchtrat, konnte ein Bild auf der Wand hinterlassen. Wurde ein Spalt abgedeckt, und der Lichtstrahl hindurchgeleitet, bildete sich eine runde Licht-Abbildung auf der Wand. Deckte man den anderen Spalt ab, geschah das Gleiche. Waren beide Spalten offen, zeigte sich jedoch auf der Wand ein recht ungewöhnliches Muster. Anstatt, dass die Lichtprojektion die Summe der vorher festgestellten Bilder war, wie eigentlich zu erwarten gewesen wäre, zeigte sich ein neues Bild, bestehend aus lauter senkrechten Streifen, abwechselnd hell und dunkel. Der mittlere Streifen war am hellsten. Auf beiden Seiten des Mittelstreifens befanden sich dunkle Streifen, dann helle Streifen, aber weniger hell als der Mittelstreifen, dann wieder dunkle Streifen, usw.

Dieses Experiment mit seinem unverhofften Ergebnis lässt sich leicht durch die Wellenlehre erklären, wenn man es mit einem wohlbekannten Phänomen vergleicht, nämlich dem der Interferenz. Interferenz entsteht, wenn sich die Licht-Wellen, die an beiden Spalten gebeugt werden, überschneiden. An manchen Stellen treffen Wellenberge aufeinander und verstärken sich in ihrer Intensität, an anderer Stelle trifft ein Wellenberg auf ein Wellental, und sie löschen sich gegenseitig aus. Das erklärt die Anwesenheit der hellen und dunklen Streifen (Verstärkung und Auslöschung des Lichts).

Dieses kleine Experiment hat also »bewiesen«, dass Licht Wellenstruktur hat, weil es sich wie Wellen verhält. Das Charakteristische an einer Welle ist, dass sie sich im Raum ausbreitet.

Interferenzen begegnen uns auch in der Homöopathie, nämlich genau dann, wenn zwei miasmatische Zustände gleichermaßen aktiviert werden.

Sind die Sykose und die Syphilinie im Organismus gleichzeitig aktiviert worden, so ist die Symptomatik ebenfalls ein Interferenzmuster. Einige Symptome sprechen dann für die Sykose, andere für die Syphilinie, aber eine dritte Gruppe von Symptomen spricht für beide Miasmen, und ist oft sehr schwer einzuordnen.

Doch auch ein anderer Physiker beschäftigte sich mit den Strukturen des Lichts und bekam dafür 1905 den Nobelpreis, es war Albert Einstein, der eine ganz andere Theorie als die Wellentheorie des Lichts vertrat. Einsteins Theorie besagte, dass das Licht sich aus winzigen Partikeln zusammensetzt, ein Lichtstrahl sei also ähnlich wie eine Geschossgarbe, wobei die Geschosse als Photonen bezeichnet werden, winzig kleine Lichtpakete oder Lichtquanten.

Diese Theorie geht zurück auf Max Planck, der entdeckt hatte, dass Energie in Päckchen absorbiert und ausgestoßen wird. Er beschrieb die Vorgänge der Absorption und Emission von Licht. Einstein entwickelte die Theorie, dass Energie selbst in Päckchen unterteilt, also »gequantelt« auftritt. Er bezog sich in seiner Theorie auf ein Phänomen, das als »photoelektrischer Effekt« bekannt wurde.

Trifft Licht auf die Oberfläche eines Metalls, reißt es Elektronen aus dem Atomverband des Metalls. Diese Tatsache war bekannt. Mit geeigneten Geräten lassen sich diese Elektronen zählen und messen. Einsteins Vorstellung war nun, dass ein Photon auf ein Elektron stößt, und dieses wegschleudert, wie ein Billardkugel eine andere wegschleudert. Trifft diese Vorstellung zu, so müsste Licht, das auf ein Metall trifft, sofort Elektronen aus dem Metallverband herauslösen. Ist Licht eine Welle, beginnt das Metall erst zu vibrieren, und die Herauslösung der Elektronen beginnt erst dann, wenn die Vibrationen so intensiv geworden sind, dass sich Elektronen aus dem Verband lösen können, also später, als wenn ein Photon auf das Metall treffen würde. Philippe Lenard hatte nun im Jahre 1905 gezeigt, dass der Elektronenfluss beim photoelektrischen Effekt sofort beginnt, wenn das Licht eingeschaltet wird.

Aus diesem Experiment folgerte Einstein, dass das Licht in kleine Paketen aufgeteilt ist, die mechanisch wie Billardkugeln Elektronen aus dem Metallverband reißen. Die Teilchen sind kompakt, haben einen Aufenthaltsort, der bestimmt werden könnte, sind somit auf keinen Fall den Wellen gleichzusetzen, die sich im Raum ausbreiten.

Wir sehen also, dass unterschiedliche Experimente unterschiedliche Ergebnisse produzieren.

• Licht tritt demnach als Welle und als Photon in Erscheinung.

Wahr sind jedoch weder die eine, noch die andere Aussage, denn sie sind jeweils abhängig von unserer Betrachtungsweise und unserem Wissen über die Welt. Sagen können wir nur, dass Licht sowohl mit Wellenqualitäten als auch mit Photonenqualitäten auftreten kann, in welcher Weise das geschieht, bestimmen wir über die Versuchsanordnung, die letztendlich nur verlängerte Instrumente unserer Betrachtungsweise sind.

Wir bestimmen also wie wir das Licht sehen wollen. Es ist unsere Interaktion mit dem Licht, die wir beobachten, nicht das Licht selber. Der Mensch bestimmt die Welt die er sieht, durch die Art, wie er sie sieht. Das Licht ist jenseits der Beschreibbarkeit, dennoch können wir Wege gehen uns ihm zu nähern.

Ähnlich ist es mit der miasmatischen Erkrankung. Sie kann als Psora in Erscheinung treten und dementsprechende Reaktionen zeitigen, sie kann aber auch als Sykose auftauchen und diese wiederum kann sich als Feigwarze oder als Tripper äußern, oder noch viele andere Formen annehmen.

Hahnemann selbst sah die Miasmen noch als getrennte Entitäten an, die wenig miteinander gemein hatten, und in komplizierten Fällen gleichzeitig im Organismus vorhanden sein konnten.

Spätere Homöopathen näherten sich immer mehr der Ein-Miasmen-Theorie, das heißt, das aus einem Ur-Miasma, hier die Tsora-at, alle anderen Miasmen entstehen können, ähnlich wie das Licht Welle und Korpuskel umschließt.

So ist die Tsora-at die Mutter aller Krankheiten geworden und die Mutter aller Miasmen, auch der Sykose, die als Feigwarzen-Krankheit, als Vakzinose und als Gonorrhoe in Erscheinung treten kann.

»So erschuf sich die Welt der Krankheiten aus einem Ding.

Ihr erfasstet es nicht. Ihr ergründetet es nicht. Ihr verstandet es nicht. Und doch verstand es euch. Eure Schwächen, eure Mängel, eure schwachen Ziele, die nur auf das Nichtswürdige gerichtet waren. Auf die Endlichkeit und auf den Untergang.

So zerstörtet ihr euch letztendlich selber in euren Taten, euren Gefühlen und euren Gedanken. Ihr tranktet den Becher des Mangels und des Wahnsinns bis zur Neige, nicht ahnend, dass der wahre Kelch so nahe stund.

Getrennt von euch nur durch eine Frage, getrennt von euch nur durch die Unruhe, die Unruhe des Unglaubens um eurer selbst und um Gott. ( Parzifal - Auf der Suche; Bekenntnisse um den Heiligen Gral ).

Gewachsen aus der Tsora-at hat die Sykose ihre eigene Geschichte, ihre eigene Mythologie.

Trennte sich in der Tsora-at der Mensch von Gott, so wird hier in der sykotischen Phase der Mensch vom Menschen entzweit. In der Trennung von Gott, verlor der Mensch nicht nur den Kontakt zu seiner Quelle und wurde dadurch mit dem Mangel konfrontiert, sondern lernte auch die Ängste kennen, die aus seinem Zweifel resultierend ihn gerade von seiner Quelle abschnitten.

Doch noch etwas Wesentliches geschah bei diesem Prozess. Der Mensch verlor den Kontakt zur Liebe und zur Weisheit. Die Trinität Gottes, die sich als All-Macht, All-Liebe und All-Weisheit offenbart, wurde an der Wurzel zerstört. Der Zweifel machte sich breit, dass Gott nicht die Kraft habe, den Menschen in seiner materiellen Existenz zu erreichen, im wesentlichen wurde dadurch die All-Mächtigkeit Gottes in Frage gestellt. Doch mit der In-Frage-Stellung der All-Mächtigkeit, die der Mensch in der sykotischen Phase durch eigene Macht ersetzen will, wurden gleichzeitig die anderen Äste der Trinität mit in Frage gestellt, und die Angst, die aus dem Zweifel resultierte, behinderte den gesamten göttlichen Strom der Macht-Liebe-Weisheit.

Als Resultat können wir im Leben der Menschen erkennen, dass der Mensch sich ohnmächtig fühlt, und seine Ohnmacht mit Machtgelüsten zu kompensieren sucht.

Der Mangel des Liebesastes der göttlichen Trinität führt im Menschen zu einem ständigen Gefühl des Ungeliebt-seins, was ebenfalls versucht wird in der äußeren Welt zu kompensieren.

Der Mangel an Weisheit führte zur Dominanz des Wissens und wurde sogar in Sprüchen wie »Wissen ist Macht« auf extremste Weise pervertiert.

Der verbindende Anteil der göttlichen Trinität ist die Liebe, was in Worten wie Leben, loben, laben zum Ausdruck kommt. Ohne die göttliche Liebe gäbe es kein Leben. Nur die Liebe hat Gott dazu bewogen die Universen zu kreieren, um seine Liebesfülle zu teilen. Die Trinität Gottes, die aus Liebe-Kraft/Macht-Weisheit besteht ist eine Ausdifferenzierung der Liebe, die alles verbindet, und damit die eigentliche Einheit ist.

War der Mensch in der psorischen Phase seiner Krankheit - ohnmächtig, so fühlt er sich in der sykotischen Phase - übermächtig, so übermächtig, dass er Gott gleich werden wollte, ohne die Fähigkeiten Gottes zu besitzen. Einen Turm zu bauen, der den Menschen die Perspektive Gottes gibt, oder den Himmel erstürmen zu wollen, sind Anmaßungen, die jeglicher Substanz entbehren, und genau das ist typisch für die Sykose.

Sykotische Äußerungen des Organismus sind Über-reparationen eines psorischen Mangels, sozusagen Vertuschungsversuche des Organismus, der sich einer Schwäche bewusst wurde. Seien es hypertrophe Schleimhäute, überschießende Schleimbildungen, hypertrophe Narben, seien es Tumoren, Warzen, Überheblichkeit oder Anmaßung, immer findet sich der gleiche Mechanismus,

• eine Schwäche wird versucht durch Überkompensation zu vertuschen.

In der ur-sprünglichen Einheit des Menschen lag seine Kraft, doch auch sein Fluch, denn gerade in dieser Einheit, in der Ergänzung mit der anderen Hälfte, war des Menschen Kraft, die das Un-Heil heraufbeschwor. In seiner Verblendung sah der Mensch nicht den Segen, den die Vereinigung mit seiner anderen Hälfte brachte, er sah nur die unglaubliche Kraft, die in ihm brauste und pulsierte. Durch die Tatsache der Einheit wurde dem Menschen nicht bewusst, dass er dennoch nicht »heil« war, denn die Einheit mit Gott war zerrissen, nachdem die Tsora-at ins Leben getreten war, und die erste spürbare Trennung von Gott sich anbahnte.

Im Unglauben voll-ständig zu sein, im Un-Glauben so wie Gott sein zu können, erkannte der Mensch nicht die Zerrissenheit in der Vollständigkeit, denn nicht die Vollständigkeit seiner selbst bringt dem Menschen Heil, sondern die vollständige Einheit mit Gott.

In dieser Illusion, bereits vollständig zu sein, verfehlte der Mensch seine Be-Stimmung, die ihn zu Gott zurück hätte führen können, stattdessen fühlte er sich Gott-gleich und brachte dadurch den fatalen Irr-Tum in die Welt, dass die Vollständigkeit auf menschlicher Ebene göttlich sei.

Stand in der Psora die Angst in den Augen der Menschen, so wurde in der Sykose der Mensch verblendet durch sein eigenes Potential als Gottes Kind. Er verkannte seine Vollständigkeit, und wurde darum von den Göttern getrennt, die dem Menschen damit ein Gegenüber schafften. So konnte der Mensch in der Ent-Zweiung lernen zueinander zu finden, und die Wertigkeit der wahren Kräfte einzuschätzen

Durch die Trennung entstand in der Sykose das erste Mal ein Gefühl, dass wir heute als Sehn-Sucht kennen. Das Seh-nen, wie die Sehnen des menschlichen Organismus, hat mit Verbindungen zu tun. Mit Verbindungen zwischen Muskeln und Knochen und mit Verbindungen zwischen Menschen, oder zwischen Menschen und anderen Wesen. Das Sehnen schafft eine Brücke, die sich dann im Suchen bzw. im negativen Fall in der Sucht Ausdruck verleiht. So sucht der Mensch nach der Trennung seine Hälfte, mit der er sich jedoch nie mehr so vereinigen kann, wie es vor der Trennung möglich war.

Noch ein anderes Wort steht in engem Zusammenhang mit der Sehne und der Sehnsucht, es ist dies der Begriff Seil und Seele.

Durch die Zerrissenheit des Menschen einmal von Gott und zum anderen von seinen Mit-Menschen, die sich allmählich von einem Mit-Ein-Ander zu einem Gegen-Über wandelten, wurde es notwendig Bindeglieder zu schaffen, die die Zerrissenheit wieder ver-einen konnten. So entstanden die Sehnen auf der körperlichen Ebene, aber auch auf der seelischen, hier vor allem Ruach, der verbindende Anteil der himmlischen und körperlichen Seele und die Lebenskraft, die wie ein Botschafter des Himmlischen Reiches zwischen der menschlich-irdischen Persönlichkeit und dem Reich Gottes vermitteln soll. Ihr Pendant ist der »Heilige Geist«, der auch heute noch versucht Menschen dem Reiche Gottes nahezubringen, um die Zerrissenheit der Schöpfung wieder zu ver-einen.

Nach der sykotischen Spaltung steht nun der Mensch vor einem schier unüber-brück-baren Problem - die Vereinigung zu erreichen, in einem Zustand der keine Vereinigung mehr erlaubt. So wird in der Geschichte aus dem Gastmahl deutlich, dass der Mensch ohne Vereinigung dem Untergang geweiht war. Zeus machte, dass daraufhin Mann und Frau ineinander zeugten, um so den Fortbestand zu sichern.

Hierin können wir ersehen, dass in der sykotischen Phase der Erkrankungsentwicklung die Sexualität prädominierend wird, als scheinbar einzige Möglichkeit des Menschen wieder Vereinigung, wenn auch nur für kurze Zeit zu erleben. Somit wird die Sykose nicht nur zur Erkrankung der Trennung zwischen den Menschen, zur Erkrankung der Kommunikation, sondern auch zur Erkrankung der Sexualität. Aus diesem Grunde ist die sykotische Erkrankung auch mit so vielen Symptomen und Fixierungen auf den Genitalbereich ausgestattet.

Nicht nur ist die Sykose eine Störung der Sexualität, sondern auch vor allem eine Störung der Schöpfungskraft selber. Auf der materiellen Ebene ist die Sexualität eng verbunden mit unserem Schöpfungspotential, weil gerade durch Sexualität Befruchtung und Geburt stattfinden kann.

Dies kann übertragen werden auf andere Bereiche der Befruchtungs- und Gebärmöglichkeiten, sei es auf die Malerei, die Musik, Literatur oder die vielen anderen Bereiche kreativen Gestaltens und Komponierens. So wie auch der Turm zu Babel gestaltet wurde, eine Komposition des Menschen war, und durch die Sprachverwirrung in seiner Verwirklichung gebremst wurde, so findet sich in der Sykose der Mensch in seinen kreativen Möglichkeiten beschränkt.

Viele Künstler bemängeln, dass sie selber mit ihren Kunstwerken nie zufrieden sind, weil das, was sie eigentlich gestalten wollten, um ein Vielfaches wunderbarer gewesen wäre, jedoch steht ihnen auf der materiellen Ebene etwas der Ausgestaltung im Wege. Dies ist die Sykose.

Vielleicht wird in dieser Kurzzusammenstellung deutlich, wie in etwa der Entwicklungsweg von der Tsora-at, über die Psora zur Sykose stattfand, genaueres lässt sich wahrscheinlich gar nicht sagen, da die Spuren in Zeit und Raum verschwimmen, um ihren Weg jenseits von Zeit und Raum fortzusetzen. Heilung bedeutet diesen Weg zurück zu gehen, von der Trennung zur Vereinigung, von der Spaltung und Ent-Zweiung zur Einheit.

Diese Chance bietet uns die Überwindung der Miasmen.

Allen schreibt zu diesem Problem:

»Die Lebenskraft ist ein echtes, natürliches Wirkungspotential, und all ihre Vorgänge sollten schöpferisch sein. Sie kann von ihrer wahren Tätigkeit nicht abgelenkt werden, es sei denn durch das Vorhandensein eines Miasmas in ihr selbst.

So wie das Leben der Menschen begann, hätte es sich ewig im gleichen unveränderten und unveränderlichen Zustande vorwärts bewegen müssen, hätte niemals altern, noch in irgendeiner Weise mit der Umgebung, dem Tod oder der Zeit in Beziehung stehen müssen. Darum sagen wir, dass die Mutter aller Krankheit gleich welcher Art, direkt oder indirekt, eine untergrabende Kraft ist, die gleichzeitig mit der Lebenskraft wirkt.« [Allen, Bd. I, S. 66]

Dies ist die Tsora-at.

Die Sykose und ihre Erreger Bearbeiten

Gehen wir vom Ur-Sprung zur Gegenwart, von der Energie und den energetischen Störungen, die sich in Mythologien und Geschichten Ausdruck verleihen, zur materiellen Existenz, kommen wir irgendwann an einen Punkt, an dem die Idee, die Energie, sich materialisieren muss, um auf unserer physischen Existenz Wirkungen zu zeigen. 

In den spirituellen Heilmethoden induziert durch Trance-Zustände, und ähnliches, ist es keine Frage, dass sich energetische Krankheitsmuster materialisieren können, weil Erlebnisse dies immer wieder bestätigen. Doch diese Formen der Energie-Materialisationen werden von der herkömmlichen Medizin leicht in den Bereich der Scharlatanerie und des Aberglaubens verbannt, obwohl es immer mehr Informationen zu dem Thema der Energie-Materie-SchaltstellenEnergie-Materie-Schaltstellen gibt, die beweisen, dass sich Materielles in Energie und Energie in Materielles verwandeln kann.

Außerhalb der gemeinen Wissenschaft haben sich etliche Wissenschaftler dem Phänomen der Energie-Materie-Umwandlung gestellt, und sind zu überraschenden Erkenntnissen gekommen.

Zunächst klingt es sicher erst einmal befremdlich, dass Erreger die Resultate der Miasmen sein sollen, und nicht deren Ur-Sache. Doch ausgehend von der Philosophie, dass alles im Nicht-Materiellen begann um durch einen Kristallisationsprozess zur Materialisation zu gelangen, muss es irgendwann einen Punkt gegeben haben an dem sich das Nicht-Materielle manifestiert hat. Genauso muss es virtuelle Zustände geben wo weder das Eine, noch das Andere existent ist, wie die Dämmerung, nicht Nacht noch Tag, oder die Phase während des Einschlafens oder Aufwachens, in der wir weder ganz wach sind noch ganz schlafen. In diese Bereiche müssten wir gelangen, wollen wir das Rätsel der Materialisation einer Energie-Struktur lösen.

Aber zunächst einige wissenschaftliche Grundlagen.

Die Medizin des 20. Jahrhunderts, heißt es, wird von einem grundsätzlichen Irrtum beseelt. Dieser Irrtum ist,

• dass Erkrankungen durch Mikroorganismen hervorgerufen werden.

Dieser Irrtum lässt sich zurückverfolgen in das 19. Jahrhundert. Hierin stellte der berühmte Chemiker Louis PasteurPasteur, Louis (1822 - 1895) diese Theorie auf. Nach dem Modell, das er entwarf, dringen Mikroorganismen in den menschlichen Körper ein, und lösen Krankheiten aus. Impfungen und verschiedene Medikamente wurden entwickelt, um diese Mikroorganismen zu zerstören oder sie daran zu hindern, Schaden im Organismus anzurichten.

Pasteur selbst widerrief seine Theorie auf dem Sterbebett. Er soll gesagt haben:

»Bernard hatte recht. Die Mikrobe ist nichts. Die Umgebung ist alles.«[Lynes, S. 117]

Er nahm damit Bezug auf eine andere wesentliche Theorie des 19. Jahrhunderts, aufgestellt von einem französischen Physiologen namens Claude BernardBernard, Claude (1813 - 1878).

Dieser hatte nämlich behauptet, dass Mikroorganismen sich nicht vermehren könnten, wenn das »Terrain«, auf dem das Bakterium wächst , nicht bereits gestört wäre. So gesehen kann eine Infektion mit einem Mikroorganismus nur geschehen, wenn bereits eine Vorschädigung vorliegt.

Diese Tatsache wird bei vielen Laborexperimenten und den daraus gezogenen Schlussfolgerungen ignoriert, da künstliche Umgebungen nicht das Terrain eines gesunden Menschen ersetzen können.

Selbst in Epidemiezeiten mit sehr pathogenen Erregern, gab und gibt es immer wieder Menschen, die von diesen Erkrankungen verschont bleiben. Wenig Mühe wurde bisher aufgewandt, um herauszufinden weshalb das so ist.

Obwohl Bernards Theorie der Theorie von Pasteur zuwiderlief, war er nicht der hauptsächliche Widersacher von Pasteur. Der grösste Rivale war Antoine Bechamp (1816 - 1908). Es ist bekannt, dass Bechamp Pasteur mit Ideen und Techniken versorgt hatte, die dieser einfach stahl. Pasteur war politisch sehr mächtig und so konnte er dafür sorgen, dass Bechamp aus den wissenschaftlichen Kreisen ausgeschlossen wurde.[Lynes, S. 118] Doch Bechamps Entdeckungen waren nie vollständig verloren, und in jeder Generation gab es Wissenschaftler, die Bechamps Arbeit weiter führten.

Seine größte Entdeckung war unzweifelhaft die Entdeckung der, wie er sie nannte, Mikrozymas. Diese Mikrozymas waren kleine sich bewegende Körper, die überall zu finden sind, und sich als unzerstörbar herausstellten. Sie formen das lebendige Gewebe von Pflanzen und Tieren. Und nicht nur das, sie sind auch die Samen, aus denen sich Bakterien formieren. Er beobachtete, dass nach dem Tod des Körpers diese Bakterien sich wieder in ihren Samenzustand als Mykrozymas zurück begeben.

Im März 1986 im Journal of Alternative Medicine, fasste Monica Bryant Bechamps Theorie zusammen.

»Bechamp glaubte dass es kleine Partikel gibt, "Granulations Moléculaires", die in jeder lebenden Materie angetroffen werden können, und unzerstörbar und ewig sind. Er nannte diese Ur-Einheiten Mikrozyme, und sie markieren den Übergang zwischen nicht-lebendiger und lebendiger Materie.

Für Bechamp kam eine Erkrankung aus dem Inneren des Körpers, gegenüber Pasteurs Ansicht, dass alle Erkrankungen durch Bakterien hervorgerufen werden, die den Körper aus der äußeren Umgebung besiedeln und von einem vorher bestehenden Bakterium abstammen.

Bechamps Sichtweise betont die Tatsache, dass pathogene Mikroorganismen nicht die Ursache der Erkrankung sind, sondern die sekundäre Manifestation eines Zustandes der Toxizität des Körpers.«[Lynes, S. 118]

Diese »Samen«, so fanden Bechamp und spätere Forscher heraus, dienen dazu die Gesundheit aufrecht zu erhalten und dem Organismus zu helfen sich einer gegebenen Erkrankung anzupassen, doch sind sie auch die Mittler, durch die das innere »Terrain« des Körpers in ein Erkrankungsstadium verändert werden, und sogar der Tod herbeigeführt werden kann.

Findet eine metabolische Irritation auf zellulärer Ebene statt, ändert sich die Interaktion der Samen oder Mikrozyme mit ihrem Terrain. Die Samen übernehmen dann die Leitung um das Terrain so zu verändern, dass es zur Veränderung ihrer Aufgabe passt.

John Mattingly schrieb:

»Die Mikrozyme hatten die Kraft die Gewebe und die Zellen zu zerstören, von denen sie einst ein Teil waren. Im Prozess, um dies zu tun, entwickelten sie sich zu Bakterien; als die Arbeit der Bakterien getan war und als es nichts mehr gab, auf dem sie leben konnten, entwickelten sie sich wieder zurück zu Mikrozyme.«[Lynes, S. 119]

In der destruktiven Phase wurde beobachtet, dass der Same sich zuerst in ein Fungus verwandelte. Royal R, Rife aus San Diego zeigte in den 30er Jahren, dass sich ein bestimmter Pilz in ein krebserregendes Bakterium von der Größe eines Virus verwandeln ließ. Durch Zerstörung des Bakteriums und des Pilzes konnte Rife den Krebsprozess unterbinden und ausheilen. Im Jahre 1930 konnte er in seinem Laboratorium zeigen, dass allein durch Veränderung des Terrains aus einem harmlosen Bakterium ein tödliches werden kann und umgekehrt.

»Wir haben bewiesen, dass es die chemischen Bestandteile sind... unter Beobachtung wirkte das Virus auf den unbalancierten Zellmetabolismus ein und produzierte jede Erkrankung, die kommen könnte. Wir haben in vielen Fällen alle Symptome der Erkrankung chemisch produziert ohne Inokulation eines Virus oder eines Bakteriums in das Versuchstier.

Wir haben die gesamte Kategorie pathogenetischer Bakterien in 10 Gruppen klassifiziert. Jeder Organismus in seiner Gruppe kann zu jedem andern Organismus innerhalb der 10 Gruppen verändert werden, abhängig vom Medium mit dem er gefüttert wird, und auf dem er wächst.

Zum Beispiel, eine reine Zellkultur des Bacillus Coli, kann innerhalb von 36 Stunden zum Bacillus Typhosis verändert werden, der alle bekannten Labortests erfüllt, nur dadurch, dass das Medium geringfügig geändert wurde«.[Lynes, S. 120]

Rife konnte auf diese Weise zeigen, dass die Bakterien in einer Gruppe sich nur durch Veränderung des Terrains verändern ließen. Nicht nur konnten harmlose Bakterien zu pathogenen werden, nein auch zu Pilzen. Auf diese Weise wandeln sich Bakterien um ihrer Aufgabe im Terrain gerecht zu werden auf der Grundlage der Samen, der Mikrozyme.

Auf die dargestellte Weise entwickeln wir unsere Erreger gemäß unseres kranken Terrains selber, sind also nicht auf eine Infektion von außen angewiesen, sondern brauchen nur auf unsere eigenen Bakterienstämme zurückzugreifen um jedwedes »pathogene« Bakterium zu entwickeln, das als Vermittler zwischen Gesundheit und Krankheit, zwischen Tod und Leben existiert.

Sollten die Forscher recht haben, so werfen diese Erkenntnisse ein neues Licht auf die Erforschung der zur Zeit zunehmenden mykotischen Erkrankungen, auf die Antibiotikatherapie und die Bedeutung des Terrains in der Medizin. Vielleicht sind die Bakterien, die wir brauchen gesunder, als die Therapie mit der wir sie bekämpfen, und möglicherweise wird die Erkenntnis, dass jegliches Leben ihren Ursprung in der Liebe hat, auch unser Verhältnis, zu den bisher als so negativ betrachteten Viren, Bakterien und Pilzen verändern.

Obwohl viele Theorien und Beweise geschaffen worden sind, diese merkwürdigen Theorien zu entkräften, hielten sie sich in bestimmten Bereichen der Medizin, jenseits der Popularität, hartnäckig.

Auch für den Homöopathen sind Bakterien nicht die erste Ur-Sache. Auch die Frage, ob homöopathische Mittel in der Lage sind, Bakterien zu beseitigen, ist eine Fangfrage, die den Bakterien ihren krankmachenden Einfluss zurückgibt.

Für Homöopathen ist Krankheit zunächst verstimmte Lebenskraft. Die Energie unseres Daseins ist verzerrt, aus dem Grunde finden pathologische Bakterien ihren Platz. So decken homöopathische Mittel, wenn sie gut gewählt wurden, alle Krankheitserscheinungen bis zum Ur-Sprung ab, nicht nur die bakterielle Phase, die aus den verzerrten Energien geschaffen wurde, wie es die schulmedizinischen Medikamente tun.

Die unsichtbare Verzerrung der Lebensenergien ist seit dem Auftreten der Tsora-at in irgendeiner Weise und in einem bestimmten Maße dem Leben jedes ungeborenen Kindes auferlegt, oft bis zu einem solchen Grade, dass das Leben schwer oder unmöglich erscheint, manchmal sogar in dem Ausmaße, dass ein Fortbestand der materiellen Existenz fraglich wird, dennoch kann Leben nicht zerstört werden, es kann allerdings seine materielle Ausprägung vernichtet oder vielmehr durch unsichtbare Kräfte in Frage gestellt werden. So verschaffen die unsichtbaren Energien der Miasmen aus einem lebendigen Haus den Boden auf dem Bakterien wachsen können und sind somit die Urheber der Bakterien.