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Mit der Gienow-Methode können wir alle Systeme, mit denen wir es in unserem Alltag zu tun haben untersuchen, hier ein Beispiel aus der Musik.

In der Musik benutzen wir horizontales und vertikales Tonmaterial. Das horizontale bildet die Melodie eines Stückes ab, das vertikale die Akkorde, die die Melodie begleiten. Wir könnten sagen wir ahmen mit den Akkorden die Obertöne nach, die z.B. auf einer Gitarrensaite beim Zupfen eines Tones mitklingen. 

In der westlichen Musik sind wir gewohnt für die Akkorde Tonmaterial aus der Tonleiter der Melodie zu benutzen, die auf dem Grundton der Melodie aufbaut. Wir haben ein natürliches (oder durch Hörerfahrung erlerntes?) Gefühl für den Grundton einer Melodie. 

Den Akkord, der auf dem Grundton aufbaut nennen wir das tonale Zentrum des Stückes. Es ist der Akkord mit der größten Anziehungskraft, alle Bewegung im Stück tendiert zu diesem 1. Akkord zurück. Wir nennen ihn Tonika. Die Tonika entspricht dem Gesetz der Anziehung. Der Akkord mit der größten Abstoßung ist der 5. Akkord, also der Akkord über dem 5. Ton der Tonleiter. Wir nennen ihn Dominante. Wenn wir die Dominante in Bezug auf das Stück hören, haben wir ein sehr starkes Bedürfnis, dass dieser Akkord zum 1. Akkord, dem der Tonika hingeht, zu ihm wird, sich zu ihm auflöst. Das entspricht dem Gesetz der Abstoßung. Außerdem gibt es einen weiteren Akkord mit einer Auflösungstendenz zum 1. Grundakkord, die aber nicht so dringend und intensiv ist wie eben beschrieben, das ist der Akkord über dem 4. Ton, die Subdominante. Diese entspricht dem Gesetz des Ausgleichs. Akkordfolgen in einem Stück wie 1-4-5-1 oder 1-4-1 oder 1-5-1 sind die gängigsten Begleitungen in der westlichen Musik, es sind die Abfolgen die uns harmonisch und natürlich vorkommen: Gesetz der Anziehung, Gesetz des Ausgleichs, Gesetz der Abstoßung, Gesetz der Anziehung, usw. 

Was ist nun mit den übrigen Akkorden über den restlichen Tönen der Tonleiter? Folgen wir einem harmonischen Spannungsbogen sortieren sich die Akkorde in einer rückläufigen! Quintabfolge vom 1. Akkord, der Tonika, bis sie wieder auf derselben 1. Tonika mehrere Oktaven tiefer landen. D.h. würden wir viele Tonleitern aneinander reihen, ergäbe sich der nachfolgende Akkord immer aus dem 5. Ton (Quinte), den wir rückwärts gehen. Es erscheinen dann als harmonische Abfolge der Akkorde folgende Töne der Tonleiter: 1-4-7-3-6-2-5-1. Mit der 1, der 4 und der 5 sind die o.g. Tonika, Subdominante und Dominante beschrieben. 

In dem „Quintfall“ sehen wir die 5 (Quinte), die Pytagoras als der sich entwickelnde Mensch beschrieben hat. Der Fall erinnert an den Fall aus dem Paradies und das Rückwärtsgehen an die Christuskraft, die Krist-All-Kraft. Wir kennen auch die Quintbewegung nach vorne, sie erscheint als Quintenzirkel, der in Quintabschnitten durch alle Tonarten geht.

Setzen wir für die 1 das Alleine, bildet der musikalische Spannungsbogen des Quintfalls die kabbalistische Vorstellung ab, dass alles vom Alleinen ausgeht und zu ihm zurückkehrt. Wir können diesen Quintfall in 2 Gruppen unterteilen: 1-4-7-3 und 6-2-5-1. Im der ersten Gruppe geht die Reise vom Alleinen, der Einheit (1) über die Materie (4), die in der Welt der Erscheinungen als 7 erscheint (7), zurück zur Einheit in seinen 3 Aspekten (3). Hier sehen wir das 3-4 Gesetz und die Geschichte über Zersplitterung des Gefäßes nachdem das Gefäß die ihn nährende Kraft zurückweist (Gesetz der Abstoßung). Im 2. Teil (6-2-5-1) entwickelt sich die Einheit jetzt als Makrokosmos, unserem Sechsstern (6), über die Dualität, die in der materiellen Welt herrscht (2), über den Menschen (5) zurück zur Einheit vom Anfang (1). Wir sehen, dass sowohl in der 7 (=3+4) als auch an derselben Stelle im 2. Zyklus, der 5 (=2+3) die 3. Kraft im Gesetz der Abstoßung bereits vorhanden ist. Beide Akorde haben eine Tonikafunktion (s.u.)= Gesetz der Abstoßung.

Betrachten wir die Funktion, die die Akkorde im Spannungsbogen haben, so kennen wir schon die Tonikafunktion des 1 und die Subdominantfunktion der 4 Akkordes. Die 7 hat wie die 5 eine Dominantfunktion! und die 3, eine Tonikafunktion. Dasselbe wiederholt sich in der folgenden Sequenz: 6, Tonikafunktion, 2, Subdominantfunktion, 5 kennen wir schon als Dominantfunktion und 1, Tonikafunktion. Wir haben also 2x die Abfolge Tonika (Gesetz der Anziehung), Subdominante (Gesetz des Ausgleichs), Dominante (Gesetz der Abstoßung), Tonika, Gesetz der Anziehung. In Einfach Heilen! Von Peter Gienow sehen wir dieselbe Bewegung bei der Beschreibung des Immunsystems.

Die Akkordabfolge 1-4-7-3-6-2-5-1 nennen wir eine Vollkadenz. Der Name Kadenz kommt von Cadere, Fallen und beschreibt diesen Quintfall, also die Abfolge der Akkorde die Tonleiter abwärts in Fünferschritten (Quinten). Interessant ist noch, dass bei dieser Abfolge, die ja unserem harmonischen Hörempfinden folgt, zwischen 4 und 7 eine verminderte Quinte steht, da es uns sonst aus dem Tonmaterial des Stückes in eine andere Tonart tragen würde wie beim Quintenzirkel. Also eine echte Quintabfolge würde eine Spiralbewegung durch die Tonarten machen und keine Kreisbewegung wie eine Uroborusschlange. 

Die in der Musik üblichen Akkordabfolgen 1-4-1, 1-5-1 oder 1-4-5-1 sind also verkürzte Abfolgen des Spannungsbogens. In C-Dur entspricht die Abfolge 1-4-5-1 z.B. C-dur, F-dur, G-dur C-dur. Die Vollkadenz enthält dann in der Mitte auch Mollakkorde und mit der 7 einen verminderten Akkord: 1-C-dur, 4-F-dur, 7- H(B)-moll-(b5), 3-E-moll, 6-A-moll, 2-D-moll, 5-G-dur, 1C-dur. Erst mit der 5 (Mensch) geht es wieder in die helle Tonart Dur. Wir könnten sagen, die 7-3-6-2 hängen mit ihren Mollklängen in der Traurigkeit der Zersplitterung, die mit der 7 anfängt und in der Dualität (fehlende 3. Kraft) endet. Der reduzierte 7. Akkord ist auch der traurigste, der am weitesten entfernt ist von der 1. 

Noch spannender wird es, wenn wir nicht nur einen 3-schichtigen Akkord, sondern wie in der Jazzmusik üblich, einen 4-schichtigen Akkord benutzen. Die Schichtung der Akkorde setzt sich immer aus Terzen (3!) zusammen. Dabei kommt der 1., der 3. der 5. und bei der 4-Schichtung im Jazz der 7. Ton der Tonleiter zur Anwendung. Außer dem oben gesagten kommt hier auch noch die Welt der Primzahlen dazu: ein diatonischer (tonleitereigener) Akkord besteht nur aus Primzahlen: 1,3,5,7! 

Mit 4-schichtigen Akkorden lautet die Vollkadenz in C-Dur: 1-Cmaj7, 4-Fmaj7, 7-Bmoll7b5, 3-Emoll7, 6-Amoll7, 2-Dmoll7, 5-G7, 1-Cmaj7. Wir sehen/hören also verschiedene Akkordtypen. 1 und 4 sind Dur-Akkorde mit einer großen Septime =maj7. 7,3,6,2 sind die schon beschriebenen Moll-Akkorde. 5 ist der einzige Dur-Akkord mit einer normalen Septime, wie sie sonst nur bei den Moll-Akkorden vorkommt, die sich dann wieder in die große Septime der 1 auflöst. In der üblichen Kadenz 1-4-5-1 trägt die 5 (der Mensch) mit der Septime die Erfahrung der mittleren fehlenden Akkorde in sich. Am besten ist es sich ans Klavier zu setzten und diesen Klängen einmal bewusst zu lauschen. 

Am praktischen Beispiel wird es lebendig, z.B. an dem Song „You raise me up“, im Original von Secret Garden, die Akkorde zum Liedtext findet man z.B. unter bank-of-chords.blogspot.de. Im Original steht der Song in Es-dur, hier zeige ich eine Variante in G-dur, da das Lesen für Ungeübte einfacher ist, die Prinzipien bleiben aber in jeder Tonart gleich. Die Tonleiter in G-dur lautet G, A, B, C, D, E, Fis. Im Folgenden entspricht eine Akkordfolge immer einer Liedzeile:

G-C-G

G-C-D-G

G-D-G

Refrain:

Emoll-C-G

Emoll-C-G

G-C-G

G-D-G

Wir hören in Zahlen ausgedrückt also hier:

1-4-1

1-4-5-1

1-5-1

Refrain:

6-4-1

6-4-1

1-4-1

1-5-1

Die 6 im Refrain hat die Tonikafunktion der 1, nur in Moll, mit der 6 (Makrokosmos beginnt der 2. Zyklus der Vollkadenz.

Literatur:

NeueJazz-Harmonielehre, Frank Sikora

Einfach Heilen!, Peter Gienow

Die Sykose, Peter Gienow

Mysterien des Ursprungs, Schriftenreihe Band 3, Peter Gienow

www.bank-of-chords.blogspot.de.