FANDOM


Als Samuel Hahnemann chronische Krankheiten zu heilen lernte, stellte er immer wieder fest, dass am Ende der Behandlung ein Hautausschlag auftrat.

Umgekehrt gedacht, glaubte er, dass die Unterdrückung solch eines Hautausschlages chronische Krankheiten verursacht.

Das nennen wir heute "Psora-Theorie".

Diese Psora-Theorie war schwer zu schlucken für die damaligen Homöopathen, die schon an der Potenzierung verzweifelten.

Das System schien zu vielschichtig, zu unausgegoren, zu un-erhört.

Burnett ein Meister der Homöopathie schrieb dazu:

»Die Psora sollte in ihre Bestandteile gesplittet werden, keine einfache Aufgabe; sie wurzelt im Vagen, ihre Stamm und ihre Zweige wachsen im irgendwo. Die Psora der Homöopathen scheint irgendwie wahr zu sein, aber sie hat keinen richtigen Anfang, keinen definitiven Verlauf, und endet im Chaos. Natürlich studieren wir die Psora bei Hahnemann und bei den besten Autoren auf diesem Gebiet, und nachdem wir das Beste getan haben um sie zu meistern, erheben wir uns von unseren Studien ohne eine klare Idee, und schlussendlich entscheiden wir uns die Psora als unfassbaren Mythos zu verlassen, und machen weiter mit unserer klinischen Arbeit, aber nicht lange und wir stoßen gegen ein sehr fühlbares Etwas, und wenn wir uns den Stolperstein genauer anschauen, sehen wir in großen Lettern darauf geschrieben Psora! Habe ich damit die Lösung des Psora-Problems gefunden ? Nein; aber wenn wir nicht das ganze Reisigbündel durchbrechen können, vielleicht können wir einen Zweig zerbrechen.«

Auch wir hatten zunächst große Schwierigkeiten mit der Psora-Theorie da zu viele Zustände der Psora zugeordnet worden waren (unter anderem Krebs).

Daher haben wir uns erlaubt die Beispiele aus Samuel Hahnemanns "chronische Krankheiten" nach Aktivität zu splitten. Wir unterschieden eine aktive, eine latente und eine Erschöpfungspsora.

Als wir die Erscheinungen auf diese Weise aufteilen, bekam Samuel Hahnemanns Psora-Theorie plötzlich einen Sinn, den wir vorher nicht sehen konnten.

Als nächsten Schritt nahmen wir uns die Unterdrückungsbeispiele in Hahnemanns Buch vor, weil wir die Heilsprache verstehen wollten, die sich aus der Psora ergaben.

Den Findungsprozess haben wir im Buch "Homöpathische Miasmen - Die Psora" niedergeschrieben.

Der Ur-Sprung der Psora Bearbeiten

Hahnemanns Entdeckung Bearbeiten

Die Psora ist die älteste miasmatisch - chronische Krankheit, die wir kennen. - Samuel Hahnemann - 

Nachdem wir dem Ähnlichkeitsgesetz und seinen verschiedenen Spielformen begegnet sind, dem wichtigen Haltepunkt der Arznei-Kraft, und die Möglichkeit mit homöopathischen Arzneien auf die Miasmen einzuwirken, können wir uns dem Geheimnis der Psora ein wenig nähern.

Samuel Hahnemann schreibt:

»(Nimmt man die durch Syphilis oder Sykose erzeugten Erkrankungen aus, so finden) ...alle übrigen benannten und namenlosen chronischen Uebel sämmtlich in der Psora ihren wahren Ursprung, ihre einzige Quelle ...«[Hahnemann-chronische, S. 12]

Entspricht diese Aussage von Samuel Hahnemann der Wahrheit, so ist das Verständnis der Psora ausgenommen wichtig, da allein durch die Einwirkung auf die Psora die meisten chronischen Erkrankungen überhaupt erst behandelbar werden.

In der oben erwähnten Ausgabe der »Chronischen Krankheiten« datiert Hahnemann die Psora zurück, in die Anfänge der Menschheitsgeschichte.

»Die allerältesten Denkmäler der Geschichte, welche wie besitzen, haben die Psora schon in großer Ausbildung. Moses vor 3400 Jahren zeichnet schon mehrere Abarten derselben aus. Doch scheint die Psora damals und auch nachher noch immer unter den Israeliten mehr die äußern Theile des Körpers zum Hauptsitz behalten zu haben, so wie in den Zeiten des noch rohen Griechenlandes, ebenfalls dann später unter den Arabern und zuletzt in dem noch uncultivirten Europa des Mittelalters.«[Hahnemann-chronische, S. 12-13]

Das Buch Moses von der Hahnemann hier spricht ist das dritte Buch, genannt Leviticus. Hier wird im 13. Kapitel sehr ausführlich über eine Krankheitsform berichtet, die im Hebräischen als »Tsora-at« (צרעת)

( = 90-200-70-400) bezeichnet wird.

Es scheint seltsam anzumuten, dass Hahnemann einen so weiten Rückgriff ins biblische Zeitalter macht, um die Ur-Sprünge der Erkrankung, die er Psora nannte aufzudecken. Es scheint fast so, als wäre die Psora zu sehr mit unseren eigenen Anfängen verknüpft, als dass wir sie davon lösen könnten. Selbst J. H. Allen, der nach Hahnemann das wohl wichtigste Werk über die Miasmen geschrieben hat, kommt nicht umhin »seine Vorstellungen« von Psora aus biblischer Sicht zu dokumentieren.

Allen schreibt:

»Hahnemann begann die Geschichte dieses Miasmas, der Psora (bedeutet auf griechisch »Jucken«) zu verfolgen und fand ihren alten Ursprung und ihre Geschichte, die sich durch Geschichte  aller Völker bis zu den ältesten orientalischen Völkern hinzieht. In einer Fußnote (Chronische Krankheiten Bd. I, Seite 25 der alten Ausgabe) bezieht Hahnemann sich auf das 3. Buch Moses (Leviticus), wo der Priester den Ausschlag in seinen ersten Stadien von der Plage Lepra unterscheidet. Es ist jedoch augenscheinlich, daß der Name Psora verschiedenen, wenn nicht sogar zahlreichen mit Ausschlag verbundenen Krankheiten gegeben wurde, die bei allen Völkern der menschlichen Familie auf der Erde aufgetreten waren.«[Allen, S. 9]

Die Erkrankung aus dem dritten Buch Mose, mag sie auf griechisch Psora, im hebräischen Ur-Text Tsora-at genannt werden, wurde, wie Allen schon sagte, nicht nur von den Medizinern, nein auch von den Bibelforschern mit sehr vielen Erkrankungen in Beziehung gesetzt.

Sie wurde verglichen mit dem Aus-Satz (Lepra - M. Hansen), mit der Krätze (Scabies), mit der Psoriasis und der Vitiligo. Viele Experten suchten die Hautmorphen in entsprechender Weise zuzuordnen, vergaßen dabei jedoch völlig, dass die Bibel eine andere Sprache spricht. Die biblische Sprache ist nicht nur eine bildhafte, sondern auch ein Zahlencode, der in den Buchstaben des hebräischen Alphabets, die gleichzeitig auch Zahlen sind, Vordergründiges und Hintergründiges codiert. Viele Bibelstellen sind ein-fach nicht zu lösen, sollen es auch gar nicht sein. Sie sind eher den Koans, widersprüchlichen Meditationsformeln verwandt, die durch ihre »Un-lösbarkeit« den Intellekt des Menschen schach-matt setzen sollen, um Er-Leuchtung zu ermöglichen.

Was in den Stellen des »Leviticus« dargelegt wird ist also mehr als nur eine medizinische Beschreibung. Es zeigt sym-bolhaft viel mehr, wie auch die Psora viel mehr ist, als nur eine Krankheit, denn schließlich ist sie, wenn Samuel Hahnemann recht hat, die »Ur-Mutter aller Krankheiten«, und als solche schon etwas Besonderes.

Im Grunde genommen ist die Psora genauso unsichtbar wie die Lebenskraft oder andere Formen der ätherischen Kraft, aber sie ist an ihren Wirkungen erkennbar. So klar unsere Vorstellungen von der Psora auch sein mögen, wir sollten uns immer bewusst bleiben, dass wir ihre Natur nur durch ihre Äußerungen auf der materiellen Ebene er-ahnen können. ein wirk-liches und wahr-haftiges Verständnis der Psora wird uns immer verschlossen bleiben.

Auch die Wellentheorie des Lichts schien einmal eine allgemeingültige und realistische Beschreibung der Natur des Lichts zu sein, bis das Licht aus einem anderen Blickwinkel plötzlich eher an Korpuskel, denn an Wellen erinnerte. Auch wenn dies eine widersprüchliche Erkenntnis war und ist, sie ist dennoch Fakt, und so können wir, wenn wir die Widersprüchlichkeiten vorurteilslos bedenken können, in unserer Annäherung an die Wahrheit immer genauer werden, und - heilerisch betrachtet - immer effektiver.

Doch zurück zu Allen, der seine Interpretation der Psora fand:

»... hinter seiner [Hahnemanns] Theorie sehen wir die Sünde als Urheber aller chronischen Miasmen und daher aller Krankheiten überhaupt.

Der Mensch war der Ungehorsame, und durch seinen Ungehorsam kam die Krankheit in die Welt.

Wie Krankheit Folge der Sünde ist, so sind es auch die Mikro-Organismen und alle physischen Zeichen, in denen sich Krankheit ausdrückt, mögen sie physiologischer, pathologischer oder mikrobiologischer Art sein.«[Allen, S. 24]

Soweit Allens Theorie des Miasmen-Ur-Sprungs. 

Friedrich Weinreb Bearbeiten

Friedrich Weinreb ein hebräischer Rabbi kommt zu folgenden Schlussfolgerungen. Er schreibt in seinem Buch »Die Rolle Esther«: 

Tsora-at, die schändliche Krankheit Bearbeiten

Es besteht zwischen dem Ausdruck »Tsora-at« und den Begriffen »Form«, »Leid« und »Druck« ein innerer Zusammenhang. So gesehen hat eigentlich jeder Körper, jede Erscheinungsform mit dieser Krankheit etwas zu tun. Was Körper geworden ist und damit eine äußere Form angenommen hat, trägt ja die Merkmale der Verbannung und ist in diesem Sinne auch krank.

Wenn sein eigentliches Mensch-Sein vorherrscht, dann läßt sich der Körper unaufdringlich im Hintergrund zurückhalten. Man spricht nicht von ihm, aber er ist doch da, der Gefährte des Menschen in dieser Welt der Verbannung, der Form-Werdung. Denn der Mensch vermag nur mit Hilfe des Körpers überhaupt zu erscheinen. Der Körper ist der Esel, mit dem er sich hier bewegt und der ihn trägt.

Doch wenn sein Mensch-Sein des Weges nicht mehr kundig ist, dann gerät der Körper sogleich in Unruhe; gleich fängt er an sich zu beklagen: hoher Blutdruck, Diabetes, Krebs, Neurosen. Das ist dann der Ausbruch der unappetitlichen »Tsora-at«, des stinkenden widerlichen Ausflußes.

Die »Tsora-at« ist Merkmal der Verbannung, sie ist recht eigentlich die Krankheit »Verbannung« selber, der Gott-Ferne Zustand. Diese Krankheit trägt der Mensch in der Verbannung als körperlichen Makel an sich.[Weinreb-Esther, S. 185-186]

Heutige Sichtweise Bearbeiten

Aus heutiger Sicht ließe sich vielleicht sagen: 

Die Psora unterteilt sich in eine aktive Phase, eine latente Phase und eine Erschöpfungsphase.  

Das hat damit zu tun, dass in der Psora die drei Lebenskräfte Prana, Fohat und Kundalini zusammenfließen.  

Um diese Energien zu bündeln braucht die Psora das kollektive Bewusstsein. 

Störungen der Arbeit unserer drei Lebenskräfte oder des kollektiven Bewusstseins äußern sich als erstes durch eine psorische Symptomatik.